Lexikon

Internet

Internet ist der Sammelbegriff für ein weltweites Computernetz, das mehrere Millionen Rechner miteinander verbindet. Es wird „Netz der Netze“ genannt, denn es ermöglicht den Zusammenschluss unterschiedlichster Netzwerke, so dass alle angeschlossenen Computer – unabhängig von der verwendeten Soft- und Hardware – miteinander kommunizieren können. Das World-Wide-Web und E-Mail sind die für Privatleute wichtigsten Funktionen des Internet. Einen immer größeren Teil des weltweiten Datenverkehrs nimmt inzwischen der Transport von Videodateien ein.

Das Internet funktioniert mit Hilfe unterschiedlichster Hardware: PCs verschiedener Bauart, Netzcomputer, Workstations und Supercomputer. Auch die Peripheriegeräte wie Drucker, Netz-Kameras und Telefone zählen dazu, sofern sie über das Netz erreichbar sind. Für die Übertragung der Daten können Telefonleitungen, Glasfaserkabel, Funkstrecken oder Satellitenverbindungen eingesetzt werden.

Die zusammengeschlossenen Computer kommunizieren mittels Protokollen. Damit unterschiedliche Rechner Daten miteinander austauschen können, wurden allgemein gültige Regeln für die Datenübertragung vereinbart. Eines ihrer Ziele: Auch bei einem Teilausfall von Verbindungen oder Computern soll es funktionsfähig bleiben. Daher ist das Internet dezentral strukturiert, es gibt keine einzelne zentrale Instanz zur Verwaltung des Datenaustauschs.

Die Verwirklichung dieser Vorgaben sind die Internet-Protokolle, allen voran das Transmission Control Protocol / Internet-Protocol (TCP/IP). Die Daten, die von einem Computer auf die Reise geschickt werden, gelangen dabei nicht als zusammenhängende Datei an ihr Ziel, sondern werden in kleine Datenpakete aufgeteilt und beim Empfänger wieder zusammengesetzt. Die einzelnen Pakete nehmen den jeweils schnellsten, nicht aber alle denselben Weg. So muss auch der geografisch kürzeste Weg nicht immer auch automatisch der schnellste sein. Störungen auf der Strecke stören den Datentransport nicht. Die Pakete nehmen auf dem Weg zum Ziel einfach einen Umweg.

Das Internet kennt auf der Anwenderebene verschiedene Dienste. Der am meisten genutzte Dienst ist E-Mail, die elektronische Post. Zum Übertragen von Dateien dient das File-Transfer-Protocol (FTP).

Zum explosionsartigen Wachstum des Internet führte das 1993 eingeführte World Wide Web (WWW), das die Navigation in Webseiten ermöglicht, die durch Links miteinander verbunden sind. Die Beliebtheit des Webs ist vor allem auf seine Multimedia-Möglichkeiten zurückzuführen: Bilder, Töne, Videos, Animationen und vieles mehr können eingebunden werden. Da es zunehmend die anderen Internet-Dienste integriert, wird das Web heute oft mit dem Internet gleichgesetzt.

So sind ursprünglich bedeutende Internetanwendungen inzwischen ganz aus der Mode gekommen oder gar eingestellt worden: Das gilt vor allem für die Dateisuche Archie, die Computerfernbedienung per Telnet oder Live-Chats per Internet Relay Chat (IRC). Diskutiert wurde früher in den Newsgroups des Usenet. Diese Gruppen gibt es zwar noch, heute werden dort aber vor allem Dateien ausgetauscht. Die Sozialen Netzwerke wie Facebook, die VZ-Netze oder Google plus vereinen viele dieser Funktionen unter einer einheitlichen, einfach zu bedienenden Oberfläche, so dass Spezialprogramme und die dafür entwickelten Protokolle des Internet nicht mehr benötigt werden.

Ursprünglich aus militärischem Interesse an der Aufrechterhaltung der Kommunikation im Kriegsfall entwickelt, nutzte zuerst die wissenschaftliche Welt das Internet. Die gemeinsame Nutzung von Großcomputern und anderen Ressourcen wie Datenbanken, Textarchiven und Spezialprogrammen sowie die Kommunikation unter den Wissenschaftlern stand dabei im Vordergrund. Studenten erweiterten das Netz für ihre Zwecke.

Mit der Kommerzialisierung des Internet-Zugangs über Internet-Provider und Online-Dienste kamen wirtschaftliche Interessen und Dienste auf (Shopping, Teleworking, Werbung, Unterhaltung), die heute das Web weit gehend dominieren. Der dadurch ebenfalls erschwinglich gewordene Zugang mittels PC, DSL oder Modem und Internet-Account ermöglicht es jedem, ohne großen Aufwand Inhalte im Netz zu veröffentlichen und damit zu kommunizieren. Daraus ist eine unüberschaubare Vielfalt von Inhalten und Angeboten entstanden, private Seiten und engagierte nicht-kommerzielle Projekte prägen – neben dem kommerziellen Bereich – die Netzkultur.

Die kommerzielle Bedeutung des Netzes liegt vor allem im Business-to-Consumer (BTC) oder Business-to-Business (BTB)-Handel. Die jährlichen Wachstumsraten liegen bei 10-12 Prozent, bei einem Umsatz von geschätzten 26 Milliarden Euro für das Jahr 2011 ^http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/1245407/Lde/index.html^. Der Marktanteil liegt damit im Einzelhandel bei rund 6,7 Prozent. Das Buchen von Reisen über das Netz stellt einen weiteren wichtigen Wirtschaftszweig dar, fast die Hälfte des Umsatzes von geschätzten 49,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 fallen auf Online-Angebote ^http://www.v-i-r.de/download-mafo-datenfakten/df-web-06-2011.pdf S. 48^.

Die für das Internet geltenden Standards und Verfahren werden nicht von einer zentralen Stelle festgelegt, sondern von technisch versierten Internet-Nutzern oder Firmenkonsortien in Diskussionen erarbeitet. Technische Verfahren, auf die man sich verständigt hat, werden etwa von der Internet-Society (www.isoc.org) festgelegt. Die Verwaltung der Domain-Name-Server und der Bezeichnungen im World-Wide-Web erledigt ICANN (www.icann.org), für die Weiterentwicklung der Webseitensprache HTML ist das World-Wide-Web-Consortium (w3c.org) zuständig.