Lexikon

Investor Relations

Der Begriff Investor Relations beschreibt die aktive Pflege der Beziehung zwischen dem Unternehmen und seinen tatsächlichen oder potentiellen Anteilseignern. Das Ziel ist dabei, durch Kommunikation die Kapitalanleger zum Investment in das betreffende Unternehmen zu veranlassen.

Die Investor Relations-Politik großer Unternehmen ist in der Regel auf institutionelle Investoren, wie Investmentfonds, Pensionskassen und Versicherungen ausgerichtet, kann sich aber auch an Privatanleger wenden.

Als Investor Relations lässt sich die gesamte Kommunikation zwischen dem Unternehmen und seinen Investoren bezeichnen. Ziel der Investor-Relations-Politik ist es, die Anleger möglichst umfassend und zeitnah über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, die angestrebten Ziele sowie die zur Erreichung dieser Ziele notwendigen Maßnahmen zu informieren. Die Investor Relations Politik ist damit ein Teil der Public Relations eines Unternehmens, die sich nicht nur an Investoren sondern auch an andere Teile der Öffentlichkeit, wie beispielsweise politische Entscheidungsträger, Lieferanten, Kunden, Arbeitnehmer sowie Interessenverbände wendet.

Die Investor Relations Politik ist speziell auf die Informationsbedürfnisse aktueller und potentieller Investoren zugeschnitten, um diese zu einem Investment in das betreffende Unternehmen zu veranlassen oder um Kapitalgeber zu halten, damit sie ihre Anteile nicht wieder verkaufen. Die professionelle und gezielte Informationsvermittlung an die Kapitalanleger spielt vor allen für Aktiengesellschaften eine wichtige Rolle. Für börsennotierte Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung, sich bei allen Investoren möglichst positiv darzustellen, da ansonsten die Mittelbeschaffung über eine Emission junger Aktien oder Anleihen und Wandelschuldverschreibungen nur schwer oder unter hohen Kosten möglich ist.

Zielgruppe für die Investor Relations Politik eines Unternehmens sind in der Regel große institutionelle Anleger wie beispielsweise Investmentfonds, Pensionskassen, Versicherungen sowie Banken, die den größten Teil des frei umlaufenden Beteiligungskapitals kontrollieren. Aus diesem Grund spielen diese sogenannten Kapitalsammelstellen eine besonders wichtige Rolle für die Kapitalbeschaffung von Aktiengesellschaften. In einigen Fällen werden aber auch Privatanleger angesprochen, wie beispielsweise im Rahmen der Vorbereitung zur Emission von Aktien. Privatanleger werden immer dann in die Investors Relation Politik mit einbezogen, wenn geplant ist, einen großen Teil der zu emittierenden Aktien bei privaten Investoren zu platzieren.

Im Rahmen der Investor Relations werden Informationen auf unterschiedliche Weise kommuniziert. Eine große Bedeutung kommt dabei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses zu. Der Jahresabschluss gibt den Kapitalanlegern wichtige Informationen über die aktuelle Lage des Unternehmens, erlaubt Vergleiche mit vergangenen Jahren und gibt in der Regel einen Überblick über die Erwartungen des Unternehmens für die Zukunft. Der Jahresabschluss sollte so gestaltet sein, dass er Vergleiche mit anderen Unternehmen aus dem In- und Ausland erlaubt. Aus diesem Grund fordern viele Anleger, dass die Aktiengesellschaften ihre Jahresabschlüsse nach einheitlichen internationalen Regeln, den International Accounting Standards (IAS) verfassen.

Neben dem Jahresabschluss spielt aber auch die Hauptversammlung der Gesellschaften eine wichtige Rolle. Hier haben die Anleger die Möglichkeit, gezielte Fragen an die Geschäftsleitung zu richten und sich bei dieser über geplante Maßnahmen zu informieren und zu diskutieren. Die Hauptversammlung gibt außerdem der Geschäftsleitung die Möglichkeit, sich ein Bild von den Erwartungen der Investoren zu machen.

Neben der Möglichkeit, sich auf der Hauptversammlung zu präsentieren, nutzen Unternehmen zunehmend auch Mittel wie Einzelgespräche oder Informationsveranstaltungen, um gezielt wichtige Großinvestoren anzusprechen.

Bei der zunehmenden Zahl von börsennotierten Unternehmen spielt die aktive Kommunikation mit den Anlegern eine immer größere Rolle. Das knappe Kapital wird zunehmend in die Unternehmen investiert, die gute Ergebnisse erwirtschaften und diese Erfolge auch gut kommunizieren können.