Lexikon

Konsumklimaindex

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg erstellt seit 1980 monatlich einen Index für das Konsumklima in Deutschland. Ziel ist, festzustellen, wie viel die Bundesbürger von ihrem verfügbaren Nettoeinkommen (prozentual) im Monat verbrauchen. Der Rest ist die sogenannte Sparquote.

Die Gfk befragt für ihren Konsumklimaindex etwa 2000 ausgewählte deutsche Privatpersonen über 14 Jahre. Die Testpersonen werden in Einzelinterviews, meist am Telefon, befragt. Der Index setzt sich aus insgesamt zwölf Fragen zusammen.

Der vielbeachtete Index ist neben dem Geschäftsklimaindex des Münchener ifo-Instituts und des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) einer der wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer und wird jeweils am vorletzten Werktag des Monats für den Folgemonat veröffentlicht.

Gefragt wird nach Einkommenserwartung, Konsumerwartung und der Neigung zu Neuanschaffungen innerhalb der nächsten zwölf Monate. Zur Anschaffungsneigung wird unter anderem gefragt: „Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?“

Der jeweiligen Antwort wird eine Zahl (günstig = 1; ungünstig = -1; weder noch = 0) zugeordnet. Aus der Gesamtzahl aller Antworten ergibt sich ein Saldo, der dann in den Index umgerechnet wird. Der langjährige Indexdurchschnitt liegt etwa bei Null.

Insbesondere die Fragen zur Anschaffungsneigung sind wichtig für den deutschen Handel. Denn unter Konsum fallen nicht nur Lebensmittel, sondern auch langlebige Wirtschaftsgüter wie Möbel oder Unterhaltungselektronik. Dienstleistungen wie die Beauftragung eines Handwerkers werden so ebenfalls ermittelt.

Auch für andere Branchen ist es wichtig, zu wissen, wie viel Geld den Deutschen neben lebensnotwendigen Anschaffungen für Grundnahrungsmittel noch bleibt. Wirtschaftswissenschaftler erkennen anhand des Index mögliche Auswirkungen auf die deutsche Sparquote, die Konjunkturentwicklung und mögliche Inflationsrisiken. Der Index ist auch Ausgangspunkt für die Ermittlung des deutschen Teils des EU-Verbrauchervertrauens.