Lexikon

Landesbank

Im Gegensatz zu den Privatbanken nehmen Landesbanken einen öffentlich-rechtlichen Auftrag wahr. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Landeszentralbanken.

Landesbanken sind Kreditinstitute, die einen öffentlichen Auftrag erfüllen. Sie unterstützen die Regierungen der deutschen Bundesländer dabei, deren Wirtschaft zu fördern und die Bankgeschäfte eines Bundeslandes zu erledigen.

Folgende Landesbanken gibt es:

  • Bremer Landesbank
  • HSH Nordbank AG (für Hamburg und Schleswig-Holstein)
  • Landesbank Berlin
  • Landesbank Baden-Württemberg
  • Landesbank Hessen-Thüringen
  • Norddeutsche Landesbank
  • West LB
  • Landesbank Saar
  • Sachsen LB (wird in der Landesbank Baden-Württemberg aufgehen)
  • Landesbank Rheinland-Pfalz (gehört schon jetzt der Landesbank Baden-Württemberg)

Doch dabei hört die Arbeit der Landesbanken nicht auf. Denn gemäß ihren Satzungen ist das nur eine Aufgabe, Landesbanken dürfen zusätzlich auch alle anderen Bankgeschäfte für ihre Kunden erledigen – in diesem Sinne sind die Landesbanken also auch Geschäftsbanken wie die Privatbanken. Meist agieren sie im letztgenannten Bereich zusammen mit den Girozentralen. Dies sind die regionalen Zentralinstitute der Sparkassenverwaltung. In diesen Landesbank- und Girozentralen, wie sie meist genannt werden, wird die Refinanzierung der Sparkassen betrieben. Dies geschieht über Pfandbriefe, Kommunalobligationen und Inhaberschuldverschreibungen, also festverzinsliche Wertpapiere.

Häufig übernehmen die Landesbanken auch das Auslandsgeschäft der Sparkassen, manche Landesbanken haben bereits Auslandsrepräsentanzen oder sind ganz ins Ausland abgewandert, so z. B. die Landesbank Rheinland-Pfalz international (LRI). Die Landesbanken sind in der Rechtsform Anstalten des öffentlichen Rechts und unterstehen damit staatlicher Aufsicht.

International und vor allem von Wettbewerbskommissaren in Brüssel stehen die Landesbanken unter starkem Beschuss. Sie arbeiten nach deren Ansicht unter staatlichem Schutz und mit staatlicher Rückendeckung in (direkter) Konkurrenz zu den Privatbanken. Das verzerre den Wettbewerb, so der Vorwurf aus Brüssel. Denn während offiziell so getan würde, als verfolgten die Landesbanken nur finanzpolitische oder wirtschaftspolitische Ziele, so seien sie doch über die zunehmende Kreditvergabe an Privatleute und Unternehmen gewinnorientiert. Und da beginnt das Problem, denn obwohl die Landesbanken im Vergleich zu den Privatbanken den gleichen Bestimmungen bei der Kreditvergabe unterliegen, sieht ihre Refinanzierung ganz anders aus, und das sei wettbewerbsverzerrend. Der Unterschied besteht darin, dass die Privatbanken zur Refinanzierung derartiger Kredite relativ viel Geld in die Hand nehmen müssen, während die Landesbanken eine hohe Eigenkapitalquote aus Zuweisungen des jeweiligen Landeshaushaltes im Vergleich relativ billig erreichen können. In diesem Bereich kam es schon zu Klagen der europäischen Kommissare.

Nicht zuletzt wegen der Subprime-Krise, als die Sächsische Landesbank in finanzielle Schwierigkeiten kam, ist eine Konzentrationsbewegung unter den Landesbanken zu beobachten. So ist die Rheinland-Pfälzische Landesbank mittlerweile eine hundertprozentige Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und auch die Sachsen-LB wird in der LBBW aufgehen. Auch die anderen Landesbanken sind durch Querbeteiligungen eng miteinander verflochten. Ohnehin sind alle deutschen Landesbanken Mitglied des Bundesverbandes öffentlicher Banken (VÖB).