Lexikon

Least-Cost-Router

Wer Call-by-Call immer mit dem günstigsten Anbieter telefonieren möchte, hat es schwer: Er muss sich die Netzbetreiberkennzahlen der günstigsten Anbieter merken und zu welcher Zeit welcher Anbieter billiges Telefonieren ermöglicht. Diese Arbeit kann eine kleine Box übernehmen, die zwischen Telefon und Anschlussbuchse gesteckt wird.

„Umleitung zu den geringsten Kosten“ heißt das Prinzip, nach denen Least-Cost-Router (übersetzbar mit „Niedrigpreis-Verbinder“) funktionieren. Das Gerät wird zwischen Telefon oder Telefonanlage und den eigentlichen Anschluss geschaltet. Die Geräte nehmen vom Telefon die angewählte Nummer aus und ermitteln anhand einer gespeicherten Liste den für diese Verbindung zu dieser Zeit günstigsten Anbieter, wählen selbstständig dessen Netzbetreiberkennzahl vor und sorgen so dafür, dass bei jedem Gespräch die geringsten Kosten anfallen. Das funktioniert aber nur dann, wenn die interne Liste des Routers immer auf dem neuesten Stand ist und auch alle Anbieter umfasst. Dazu ist in regelmäßigen Abständen ein Update dieser Daten nötig, wozu die Geräte manuell oder automatisch eine kostenpflichtige Rufnummer anwählen und die aktuelle Software herunterladen. Zu den reinen Anschaffungskosten des Geräts kommen also auch diese zumeist monatlichen Update-Kosten hinzu.

Um wirklich die günstigsten Tarife zu nutzen, muss der Kunde sich bei einigen Anbietern für Call-by-Call anmelden. Dem Gerät wird dann per Programmierung mitgeteilt, über welche anmeldepflichtigen Gesellschaften telefoniert werden kann. Das Gerät sollte selbstständig den nächstgünstigen Anbieter anwählen, wenn der preiswerteste wieder einmal besetzt sein sollte. Bei der Kontrolle seines Wahlhelfers hilft dem Kunden ein Protokoll der Gespräche oder eine Anzeige des gewählten Anbieters.

Die Anschaffung einer Box sollte gut überlegt sein: Mittlerweile sind die Preisunterschiede der Gesellschaften bei Ferngesprächen in der Nebenzeit nur noch gering. Wer hauptsächlich zu diesen Zeiten telefoniert, kann seine Kosten nur noch wenig drücken. Im Grunde genügt es, sich die Netzvorwahlen von ein oder zwei günstigen Anbietern zu merken. Bei Auslandstelefonaten oder Anrufen in Mobilnetze vor allem tagsüber kann die Box allerdings das mühsame Wälzen von Tariftabellen ersparen.

Mit der Verbreitung von Telefon-Flatrates geht die Bedeutung von Call-by-Call weiter zurück: Vieltelefonierer greifen zur Flatrate oder Internettelefonie, für Wenigtelefonierer lohnen sich die laufenden Kosten eines Routers nicht.