Lexikon

Long Term Evolution (LTE)

Auf einen Schlag sollten Daten in Mobilfunknetzen ganz schnell fließen, die Telefonunternehmen und der Staat rechneten mit dem ganz großen Geschäft. Doch der schnelle Datenstandard UMTS wurde zum Milliardengrab. Die Aufrüstung der bestehenden Netze dauerte sehr lange. Mit „Long Term Evolution“ werden die Nachfolgetechniken von UMTS beschrieben. Und schon der Name sagt: Hier soll es langsam gehen, Schritt für Schritt wird das Übertragen von Daten schneller.

Nachfolger von UMTS

Als LTE werden mobile Datenübertragungsraten möglich, die man im Augenblick nur von kabelgebundenen Breitbandnetzen kennt. Außerdem verringert sich die sogenannte Latenzzeit, also die Zeit, die beim Hin- und Zurücksenden von Daten entsteht. Vor allem im Bereich der Sprachübermittlung aber auch bei Online-Spielen werden so bessere, mit Breitbandnetzen vergleichbare Werte erzielt. Dabei setzt LTE auf die bestehende UMTS-Infrastruktur, sodass keine neuen Funkmasten installiert werden müssen. Einzig deren schnelle Anbindung an das Internet muss mit Glasfaserleitungen gewährleistet sein. LTE ist in allen Frequenzbändern möglich, in denen jetzt schon Mobilfunkbetreiber arbeiten.

Geschwindigkeit

Die rechnerisch maximale Bandbreite im höchsten Ausbaustand der Version LTE-8 beträgt im Downstream, also zum Endgerät hin, 300 MBit/s, im Upstream 75 MBit/s. Das gilt allerdings nur, solange nur ein Gerät und eine Funkstation miteinander kommunizieren. Praktisch liegen die Raten immer darunter, und zunächst werden die leistungsschwächeren Stufen von LTE eingeführt, die zwischen 60 und 100 MBit/s liefern. Aber auch das ist im Vergleich zum schnellsten UMTS-Standard HSDPA Category 8 von 7,6 MBit/s ein großer Sprung.

Geräte

Nicht nur auf Seiten der Mobilfunkbetreiber sind Veränderungen in der Hardware der Funkmasten nötig, auch der Nutzer braucht LTE-geeignete Endgeräte, von denen es bisher nur wenige gibt. Smartphones und USB-Sticks für mobile Endgeräte sind erst in der Entwicklung.

Ausbau

Nach der Versteigerung weiterer Mobilfunkfrequenzen im Frühjahr 2010 haben T-Mobile, Vodafone und O2 die Inbetriebnahme erster LTE-Zellen für 2010/2011 angekündigt. Die Telekom will mit 500 Zellen vor allem in Ostdeutschland auch Lücken in der Breitbandversorgung auf dem Land schließen. Ohne Zeitangabe verkündete E-Plus, ebenfalls schnell LTE zu installieren, aufgrund der bestehenden Frequenzbänder sofort in einer Variante mit 100 MBit/s im Downstream. Die ersten kommerziell genutzten Netze hat Telia-Sonera in Schweden und Norwegen in Betrieb genommen, in beiden Ländern werden rund 25 Städte versorgt.