Lexikon

Mediation (Familie)

Mediation bedeutet Vermittlung.Ziel der Mediation ist es, Konflikte außergerichtlich und selbstbestimmt zu lösen. Die Mediation stellt keine Rechtsberatung dar. Stattdessen sollen Konflikte mit Hilfe eines neutralen Dritten, des Mediators, gelöst werden. In Deutschland setzt sich die Mediation hauptsächlich auf den Gebieten Familie und Umwelt durch.

In der Wirtschaft wird das Mediationsverfahren vor allem bei großen öffentlichen oder privaten Investitionsvorhaben angewandt. So sollen bereits im Vorfeld mögliche Streitigkeiten, Einsprüche, Proteste und Klagen von Betroffenen vermieden werden.

Im Bereich der Familie behandelt Mediation die Regelung von ehelichen, nichtehelichen und nachehelichen Beziehungen zwischen Paaren oder Eltern und Kindern. Ein umfassender Bereich ist dabei die Trennungs- und Scheidungsmediation. Dieser beschäftigt sich mit allen Problemen, die im Verlauf einer Scheidung auftreten, zum Beispiel bei Streit um das Sorgerecht oder die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens.

Mediation ist jedoch weder Rechtsberatung noch Rechtsprechung, vielmehr geht es darum, dass ein Konflikt gemeinsam gelöst werden soll. Und das mit Hilfe eines Außenstehenden, einem neutralen Dritten. So soll der familiäre Konflikt im Mediationsprozess eigenverantwortlich gelöst werden. Im Idealfall vertreten die Konfliktpartner ihre Interessen und Bedürfnisse angemessen und selbstbestimmt. Durch die Mediation soll die Dialog-, Kooperations- und Gestaltungsfähigkeit der Konfliktpartner gestärkt werden.

Mediation orientiert sich dabei in erster Linie an den Prinzipien der Freiwilligkeit aller Beteiligten. Wichtig ist in jedem Fall die Neutralität des Mediators und die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktpartner. Das setzt eine umfassende Informiertheit der beteiligten Parteien voraus. Außerdem müssen beide Parteien dem Mediator voll vertrauen können.

Vorteile der Mediation

Gegenüber einem Gerichtsverfahren ist die Mediation im Vorteil:

  • Hohe Gerichtskosten können gespart werden. Allerdings fallen auch bei der Mediation Kosten an.
  • Der Zeit- und Personalaufwand ist geringer.
  • Die Konfliktpartner halten sich eher an ihre Vereinbarungen, weil sie aktiv am Lösungsprozess teilgenommen haben.
  • Zukünftige Konflikte lassen sich aufgrund des Erlernten leichter lösen.

Die Rolle des Mediators

Der Mediator, der neutrale Dritte, soll Macht- und Informationsungleichgewichte ausbalancieren und für Fairness während des Verfahrens Sorge tragen. Er ist Vermittler und Moderator zwischen den Parteien. Fundierte Kenntnisse und Berücksichtigung psychologischer, rechtlicher und familiendynamischer Aspekte sind Voraussetzung für seine Tätigkeit. Mediatoren kommen in der Regel aus dem psycho-sozialen oder juristischen Bereich. Qualifikationen zur Ausübung der Mediatorentätigkeit können durch eine Zusatzausbildung erworben werden.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation (BAFM) in Marburg hat verbindliche Richtlinien zu dieser Zusatzausbildung veröffentlicht. Mediatoren müssen eine abgeschlossene Ausbildung absolviert haben, Juristen also das 2. Staatsexamen, Aspiranten aus dem psycho-sozialen Bereich einen diplomierten Abschluss vorweisen. Des Weiteren muss eine zweijährige Berufserfahrung nachgewiesen werden, bevor die Mediatorenqualifikation erworben werden kann.