Lexikon

Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer

Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Verbrauchssteuer. Sie erfasst grundsätzlich den gesamten Verbrauch an Gütern und Dienstleistungen. In der Bundesrepublik wird der Verbrauch an Gütern und Dienstleistungen generell mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belastet. Es gibt aber Ausnahmen für bestimmte Gütergruppen und Dienstleistungen.

Wie alle Verbrauchssteuern berücksichtigt die Mehrwertsteuer keine persönlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen. Deshalb wird sie auch zu den Objektsteuern gezählt, da die Steuersätze für alle Steuerpflichtigen gleich hoch sind – unabhängig von Einkommen und Familienstand. Hierin unterscheidet sie sich beispielsweise von der Einkommensteuer oder von der Erbschaftssteuer. Bei ihnen werden die persönlichen Verhältnisse des einzelnen Steuerzahlers berücksichtigt.

Obwohl der Endverbraucher durch die Mehrwertsteuer belastet werden soll, wird sie im Unternehmenssektor, also bei Produzenten und Händlern erhoben. Aus technischen Gründen ist die Erhebung hier einfacher und unkomplizierter. Die besteuerten Unternehmen müssen die fällige Umsatzsteuer an die zuständigen Finanzbehörden abführen, können die ihnen entstandene Belastung aber auf die Verbraucher abwälzen, also die von ihnen gezahlte Umsatzsteuer auf den Preis des Produkts aufschlagen. Aus diesem Grund wird die Umsatzsteuer auch zu den indirekten Steuern gezählt. Einkommen- oder Erbschaftssteuern werden dagegen direkt beim Steuerpflichtigen erhoben.

In der Bundesrepublik wird die Umsatzsteuer nach dem Prinzip der Allphasennettoumsatzsteuer erhoben. Hierbei wird zunächst jeder Umsatz besteuert, auch wenn es sich um Rohstoffe, Teile und andere Vorleistungen handelt. Damit es zu keiner Kumulation der Steuerbeträge auf den verschiedenen Produktionsstufen kommt, können Unternehmen die beim Kauf von Vorleistungen gezahlte Umsatzsteuer aber als „Vorsteuer“ vom Finanzamt zurückverlangen. Somit kommt es nur auf der letzten Stufe, also beim tatsächlichen Konsum zu einer Belastung.

In Deutschland beträgt der Normalsatz der Mehrwertsteuer 19 Prozent von der Bemessungsgrundlage, also vom jeweiligen Umsatz beziehungsweise Preis. Für einige Produkte und Leistungen gilt allerdings ein ermäßigter Satz von sieben Prozent oder eine vollständige Steuerbefreiung. Bei ermäßigten Steuersätzen spielen vor allem wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele eine Rolle. So werden beispielsweise Nahrungsmittel mit einem ermäßigten Satz von sieben Prozent besteuert, um Haushalte mit geringerem Einkommen zu entlasten. Erleichterungen bei der Mehrwertsteuer werden in manchen Fällen auch einzelnen.