Lexikon

Mietspiegel

Der Mietspiegel wird von Städten und Gemeinden in Zusammenarbeit mit einschlägigen Interessengruppen verfasst. Zu diesen Interessengruppen gehören zum Beispiel Mieterbünde oder Baugenossenschaften. Der Mietspiegel dient der Ermittlung einer lokalen Vergleichsmiete, anhand derer die Angemessenheit aller anderen Mieten ermittelt werden kann.

Der Mietspiegel ist sowohl für Mieter als auch für Vermieter, für Wertermittler oder Gerichte ein Anhaltswert zur Berechnung einer fairen Miete, des Wohnungswertes oder zur Berechnung von Wohngeld und Sozialhilfe. Trotzdem ist keine Stadt gezwungen, einen Mietspiegel zu erstellen.

Viele, jedoch nicht alle Städte und Gemeinden, Mietervereine, sowie Makler-, Haus- und Grundeigentümerverbände erstellen einen Mietspiegel für die ortsüblichen Quadratmeterpreise von Mietwohnungen im frei finanzierten Wohnungsbau.

Mietspiegel haben keine Geltung für Sozialwohnungen oder Eigenheime und auch nicht für Gewerberäume, Zimmer in Studentenwohnheimen oder für möblierte Zimmer. Im Mietspiegel wird unterschieden nach dem Baujahr, der Ausstattung (Heizung, Innen-WC, Balkon, Garten), der Größe und der Lage der Wohnungen. Allerdings gibt es hierfür keinen Standard, das heißt, die Mietspiegel der einzelnen Städte können nicht ohne weiteres verglichen werden. Einige Mietspiegel sind nicht mehr aktuell und können nur annäherungsweise einen objektiven Wert liefern. Dieser Wert entspricht allerdings nicht der aktuellen Marktmiete, sondern ist ein Mittelwert zwischen den bei Neuvermietung ermittelten Preisen und den durch Mieterhöhung veränderten Bestandsmieten.

Seit 2001 gibt es den qualifizierten Mietspiegel, der nach wissenschaftlichen Methoden erarbeitet wird. So soll das Vergleichsmietensystem gestärkt werden. Gemeinden, Mieter- und Vermieterverbände müssen diese Mietspiegel dann anerkennen.

Den Mietspiegel der einzelnen Städte kann man gegen ein geringes Entgelt bei der Stadtverwaltung bestellen.

In Mieterhöhungsprozessen gilt der Mietspiegel im Regelfall als Beweismittel. Behörden benutzen den Mietspiegel oft als einen Faktor, um Wohngeld, Sozialhilfe oder Erbschaftssteuer zu berechnen. So kann der Mietspiegel beispielsweise bei der Wertermittlung von Immobilien herangezogen werden, die leer stehen oder günstiger an Verwandte abgegeben wurden.