Lexikon

Mindestreserven

Kreditinstitute in der EU sind von der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu verpflichtet, eine Pflichteinlage für bestimmte Verbindlichkeiten bei den Nationalbanken zu machen. Diese Mindestreserve ist eines der Instrumente der Notenbanken, die Geldmenge zu beeinflussen.

Die Höhe der Mindestreserve, der Mindestreserve-Soll, eines Kreditinstituts ermittelt sich aus der Mindestreservebasis, die mit dem Mindestreservesatz multipliziert wird. Die Mindestreservebasis setzt sich aus den Bilanzpositionen der Bank zusammen, die reservepflichtig sind. Einige Verbindlichkeiten der Banken sind entweder nicht reservepflichtig oder haben einen Reservesatz von null Prozent. Die Mindestreservebasis wird mit dem Reservesatz multipliziert. Die EZB wendet einen einheitlichen Mindestreservesatz von zwei Prozent an. Die Institute können einen Freibetrag von ihrem Mindestreserve-Soll abziehen. Die Mindestreserveguthaben werden von den Zentralbanken verzinst, wenn auch relativ gering.

Früher dienten die Mindestreserven zur Sicherung der Kundengelder. Das übernimmt aber heute der Einlagensicherungsfonds. Heute sind sie ein Instrument der Zentralbanken zur Steuerung der Geldmenge und der Stabilisierung der Geldmarktsätze.