Lexikon

Nachversicherung

Eine Nachversicherung ist in bestimmten Fällen sowohl bei privaten Versicherungsverträgen als auch in der Sozialversicherung möglich. In beiden Fällen handelt es sich um die rückwirkende Einzahlung von Prämien oder Beiträgen mit der Folge, dass der Versicherte so gestellt wird, als ob der Vertrag schon seit einer entsprechend langen Zeit bestanden hätte.

Bei der sozialen Nachversicherung handelt es sich meist um die Verpflichtung eines Arbeitgebers, den bei ihm bisher beschäftigten Arbeitnehmer nachträglich durch die Zahlung von Pflichtbeiträgen in der gesetzlichen Rentenversicherung abzusichern. Dabei handelt es sich um Beschäftigte, die zuvor nicht versicherungspflichtig waren oder bisher in anderer Form einen Versorgungsanspruch im Alter hatten. Dies kann bei Beamten und Soldaten der Fall sein, wenn sie ohne Versorgungsanspruch aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Bei ehemaligen Wehrpflichtigen kann eine Nachzahlung von Beiträgen zur Rentenversicherung für die Zeit ihres Wehrdienstes erfolgen, sobald sie eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen.

Auch ehemalige Angehörige eines Ordens, Diakonissen oder Geistliche, die aus einer rentenversicherungsfreien Tätigkeit ausscheiden, ohne dass sie oder ihre Hinterbliebenen eine Versorgung nach beamtenrechtlichen Grundsätzen haben, können so eine nachträgliche Einbeziehung in die Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellte erreichen. In diesem Fall übernimmt es der bisherige öffentliche Arbeitgeber, als Ausgleich für den verlorenen oder nicht erreichten Pensionsanspruch Beiträge an die Rentenversicherung zu überweisen.

Bei privaten Versicherungen kann es sich um die Erweiterung eines bereits bestehenden Versicherungsvertrages um neue Risiken handeln. Ein weiterer Grund für eine Nachversicherung kann sein, dass eine Erhöhung der bisherigen Versicherungssumme angestrebt wird. Dies kann dadurch geschehen, dass die Differenz zu der dafür erforderlichen Prämie nachträglich eingezahlt wird. Die Versicherung stellt die Betreffenden dann so, als ob sie bereits seit Beginn des Vertrages die höhere Prämie gezahlt hätten.

Die Nachversicherung muss von einer Rückwärtsversicherung unterschieden werden. Denn bei der Rückwärtsversicherung handelt es sich um Schäden, die bei Vertragsabschluss bereits eingetreten sein können, dem Versicherungsnehmer aber noch nicht bekannt sind. Solche Verträge werden dann interessant, wenn eine neue Gefahr überraschend auftaucht – beispielsweise bei der Transportversicherung von Gütern, die noch unterwegs sind.