Lexikon

Nominalzins

Als Nominalzins wird der Zins bezeichnet, der auf den Nennwert einer Anleihe oder eines Kredits, auf ein Guthaben auf dem Girokonto, ein Sparbuch oder eine Hypothek gezahlt wird. Er muss vom Effektivzins und vom Realzins unterschieden werden, wenn die tatsächliche Rendite oder Belastung bei Krediten festgestellt werden soll.

Der Nominalzins gibt nur einen ersten Anhaltspunkt dafür, wie hoch der Ertrag einer Anleihe oder einer anderen Geldanlage mit fester Verzinsung tatsächlich ist. Umgekehrt gilt dies auch für die Kosten eines Kredits. Deshalb muss bei Hypotheken-, Verbraucher- oder anderen Bankkrediten neben dem Nominalzins immer auch der Effektivzins genannt werden. Nur beim Vergleich der Effektivzinsen mehrerer Angebote kann der Geldgeber oder Kreditnehmer nämlich erkennen, wie hoch die Unterschiede beim Zinsertrag oder der Belastung tatsächlich sind.

Denn bei der Ermittlung des Effektivzinses kommt es darauf an, ob ein Agio oder Disagio berechnet wird. Das heißt, gibt es einen Preisauf- bzw. Abschlag auf den Nennwert. Auch wichtig ist die Höhe der Tilgungsraten bzw. über welchen Zeitraum sie sich erstrecken. Auch eventuelle Gebühren müssen in die Berechnung einbezogen werden, wenn ein genauer Vergleich von Belastung oder Rendite angestellt wird. Beim Kauf einer Anleihe an der Börse ist für die tatsächliche Verzinsung entscheidend, zu welchem Kurs sie erworben wurde.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Realverzinsung. Denn sowohl bei der Betrachtung des Nominal- als auch des Effektivzinses darf die jeweilige Geldentwertungsrate (die Inflation) nicht vergessen werden. Wenn beispielsweise ein Zinssatz von 5 Prozent vereinbart wird, die Preissteigerungsrate aber ebenfalls 5 Prozent beträgt, gleicht die Verzinsung gerade mal den Kaufkraftschwund des eingesetzten Kapitals aus. Real bleibt für den Kreditgeber kein Ertrag übrig. Wenn während der Laufzeit des Kredits oder der Anleihe die Inflation zunimmt, ist das Kapital bei einer späteren Fälligkeit selbst unter Einbeziehung der vereinnahmten Zinsen weniger wert als bei Hergabe des Kredits. Während eine über dem vereinbarten Zinssatz liegende Inflationsrate aus der Sicht des Kreditgebers zu einem Verlust führt, wird der Gläubiger dies als einen Vorteil betrachten, da er seinen Kredit am Ende der Laufzeit mit weniger wertvollem Geld zurückzahlt.

Bei Anleihen ist die Unterscheidung zwischen Nominalzins und Realzins vor allem dann wichtig, wenn sie nicht „zu pari“ sondern mit einem Agio oder Disagio ausgegeben werden. Ähnliches gilt, wenn sie später an der Börse erworben wird. Dann stimmen Nominal- und Realzins so gut wie nie überein.