Lexikon

Öko-Audit

Das Öko-Audit ist eine standardisierte Umweltbetriebsprüfung mit dem Ziel, innerhalb der Europäischen Union gemeinsame Normen für Umweltmanagement und betriebliche Standards im Umweltschutz festzulegen. Dabei sollen im Rahmen von „guten Managementpraktiken“ Handlungsanweisungen für die Umweltpolitik im Unternehmen entwickelt werden. Unternehmen, die sich freiwillig dem Öko-Audit unterziehen, erhalten ein Zertifikat.

Richtig lautet das Öko-Audit auf Eco-Management and Audit-Scheme, EMAS. Das ist Bestandteil des europäischen Umweltaktionsprogramms und wird ständig weiterentwickelt.

Unternehmen, die an dem Öko-Audit teilnehmen, müssen jährlich eine Umwelterklärung abgeben, die von einem unabhängigen Gutachter geprüft wird. Darin geben die Unternehmen Stellungnahmen zu ihrem Umweltverhalten im vergangenen Jahr ab.

Basis für die Umweltbetriebsprüfung ist eine EG-Verordnung „über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung“. Ihr Ziel ist es, innerhalb der gesamten EU zu systematischem ökologischen Verhalten und Umweltschutz in den Betrieben anzuregen. Dafür wurden einheitliche Standards entwickelt.

Die „guten Managementpraktiken“ im Umweltschutz sollen durch ein Umwelt-Audit alle ein bis drei Jahre überprüft und im Rahmen eines Berichts dokumentiert und veröffentlicht werden. Dies soll dazu beitragen, dass sich die Unternehmen ständig und systematisch darum bemühen, ihr Umweltmanagement zu verbessern. Eine Umwelt- oder Öko-Bilanz, durch die die von dem jeweiligen Betrieb ausgehenden Umweltbelastungen und die Fortschritte bei ihrer Verringerung zahlenmäßig erfasst und damit im Zeitablauf vergleichbar gemacht würden, ist im Rahmen des Öko-Audit nicht vorgesehen. Das EMAS ist jedoch an die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 gebunden, deren Normen das EMAS weitestgehend übernommen hat und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des EMAS vorsieht.

Dennoch hoffen die Befürworter der Umwelt-Betriebsprüfung, dass sich daraus Standards entwickeln, die auch Vergleiche zwischen der Effizienz des Umweltmanagements verschiedener Unternehmen erlauben und dazu führen, dass ökologische Gesichtspunkte vom Management schon bei allen Planungen berücksichtigt werden. Es ist zudem zu erwarten, dass eine wachsende Zahl von Unternehmen, die sich dem Öko-Audit unterziehen, auch von ihren Zulieferern verlangen werden, dass diese ebenfalls ein Zertifikat als „geprüfter Betrieb“ vorlegen. So können sie als Abnehmer eventuellen Vorwürfen vorbeugen, dass sie zwar selber umweltbewusst produzieren, die umweltbelastenden Aktivitäten aber nur verlagern, indem sie Rohstoffe und Teile von Herstellern beziehen, die es mit der ökologischen Verantwortung nicht so genau nehmen.

Obwohl das Zertifikat nicht bei der direkten Produktwerbung eingesetzt werden darf, kann es dennoch dazu beitragen, das Image des Unternehmens in Bezug auf sein Umweltverhalten zu verbessern. Das vorgesehene Umweltzertifikat gibt den teilnehmenden Unternehmen die Möglichkeit, ihre Bemühungen zum Schutz der Umwelt gegenüber Kunden, Mitarbeitern, den Behörden und der breiten Öffentlichkeit zu dokumentieren.