Lexikon

Ökofonds / Ethische Fonds

Ökofonds werden von vielen Banken angeboten. So breit das Angebot ist, so schwammig ist auch die Definition von „grünen Geldanlagen“. Eines haben jedoch alle grünen Fonds gemeinsam: In ihnen finden sich nur Aktien von Unternehmen, die „ökologisch“ handeln – zumindest im weitesten Sinne. Ähnlich verhält es sich bei Ethikfonds, die hauptsächlich auf soziale Aspekte achten. Die Abgrenzung fällt schwer.

Sind die Aufnahmekriterien in einen Ökofonds sehr streng, spricht man von einer dunkelgrünen Anlage. Bei sehr lockeren Bedingungen ist die Rede von einem hellgrünen Fonds. Das ist häufig beim Best-In-Class-Ansatz der Fall. Hier erhalten Unternehmen Einzug in den Ökofonds, die innerhalb ihrer Branche am umweltbewusstesten produzieren – wie zum Beispiel Automobilkonzerne, die führend bei Hybridautos sind.

Die Kriterien variieren meist von Anbieter zu Anbieter. Zum Beispiel wird in Unternehmen investiert aus den Bereichen regenerative Energien, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, ökologische Nahrungsmittel, Umweltsanierung, regionale Wirtschaftskreisläufe und humane Arbeitsbedingungen. Oder es gibt Ausschlusskriterien. Keine Chance haben dann Atomindustrie, Chlorchemie, Gentechnik, Raubbau, Tierversuche, Kinderarbeit oder Militärtechnologie.

Sogar eigene Indizes gibt es: den NAI (Natur-Aktien-Index) ^Lexikon^ oder den DJSGI (Dow Jones Global Sustainability Index), aufgelegt von der Schweizer Vermögensfirma SAM und dem US-Finanzdienstleister Dow Jones Company. Darin sind jeweils internationale Öko-Aktien enthalten. Im DJSG, wobei das „S“ ins Deutsche übersetzt „Nachhaltigkeit“ bedeutet, sind über 200 Unternehmen unter den weltweit 2000 marktstärksten Aktiengesellschaften vertreten, die alle daran gemessen werden, was sie für das nachhaltige Wirtschaften und die soziale Kultur im Unternehmen selbst tun. Die Hauptkriterien sind:

  • Umweltschutz,
  • Verhalten gegenüber den Mitarbeitern (Weiterbildung, Gewinnbeteiligung),
  • Öffentlichkeitsarbeit und die
  • Anwendung innovativer Technologien.

Wie sauber ein Fonds wirklich ist, prüfen Ratingagenturen. Sie vergeben Bewertungen, die auch vom ökologischen und sozialen Einfluss der jeweiligen Branche abhängen.

Nach Expertenmeinungen fällt die Rendite von Ökofonds im Durchschnitt nicht schlechter, aber auch nicht besser aus als bei herkömmlichen Fonds.

Ethikfonds

Neben Ökofonds gibt es auch Ethikfonds. Der Übergang ist meist nicht genau abzugrenzen. Grundsätzlich finden sich in Ethikfonds jedoch eher Unternehmen, die beispielsweise keine ausbeuterische Arbeit unterstützen oder ihren Hauptumsatz nicht mit Alkohol, Tabak oder Genforschung erzielen. Allerdings gilt bei Ethik- wie auch bei Ökofonds: Wie streng die Kriterien sind, liegt im Ermessen des Fondsmanagements. Aber auch bei Ethikfonds können Ratings Auskunft darüber geben, wie sauber ein Fonds wirklich ist.

Positivkriterien sind beim Fondsmanagement oft schwammig formuliert. Bei den Ausschlusskriterien ist man strenger. So oder so ähnlich können sie aussehen:

  • Abtreibung
  • Alkohol (außer Bier und Wein)
  • Atomenergie
  • Atomwaffen
  • Biozide
  • Chlororganische Massenprodukte
  • Embryonenforschung
  • Glücksspiel
  • Grüne Gentechnik
  • Kinderarbeit
  • Korruption
  • Pornographie
  • Rüstung
  • Tabak
  • Tierversuche

Wie auch bei Ökofonds unterscheidet sich die Rendite von Ethikfonds nicht deutlich von der Rendite herkömmlicher Fonds. Ethikfonds werden längst nicht mehr nur von kirchlichen Banken angeboten, auch viele herkömmliche Institute haben sie im Angebot.