Lexikon

Optionsschein

Ein Optionsschein ist ein Handelsinstrument, das dem Inhaber einräumt, Aktien, Edelmetalle oder Devisen in einer bestimmten Zeitspanne zu einem festgelegten Preis zu beziehen. Der Optionsschein, auch Warrant, wird meist mit einer Optionsanleihe zusammen gehandelt. Es ist ein risikoreiches Geschäft.

Eine Aktiengesellschaft gibt einen Optionsschein meist in Verbindung mit einer Optionsanleihe heraus und berechtigt so den Inhaber des Optionsscheins eine bestimmte Anzahl von Aktien oder Wertpapieren, in einer festen Frist und zu einem bestimmten Kurs zu erwerben. Der Optionsschein muss in der vorgegebenen Zeit nicht eingelöst werden. Er kann zusammen mit einer Anleihe oder getrennt an der Börse gehandelt werden.

Der Wert des Optionsscheins ergibt sich aus der Differenz zwischen dem zugrundeliegenden Aktienkurs und dem Zuzahlungspreis des Optionsscheines. Den Preis seines Optionsscheines ist der Anleger theoretisch bereit für das Wertpapier zu zahlen, das dem Optionsschein zugrunde liegt.

Ist beispielsweise die Aktie 200 Euro wert und der Optionsschein berechtigt, sie für 150 Euro zu kaufen, liegt der innere Wert des Optionsscheins bei 50 Euro. Steigt die Aktie auf 250 Euro, kann der Optionsscheininhaber die Aktie für 150 Euro erwerben, sie wieder veräußern und hat einen Gewinn von 100 Euro. Der Wertzuwachs des Optionsscheins beträgt 100 Prozent von 50 auf 100 Euro. Das ist die sogenannte Hebelwirkung. Der normale Aktienbesitzer könnte in diesem Fall nur 50 Euro plus machen, das ist eine Rendite von 25 Prozent.

Den hohen Gewinnchancen stehen aber erhebliche Risiken gegenüber. Fällt der Kurs des zugrundeliegenden Wertpapiers, wird der Optionsschein schnell wertlos. Im Beispiel würde ein Kursverlust auf 180 Euro zu einem Verlust des inneren Wertes von 50 auf 30 Euro führen. Prozentual ist das ein Verlust von 40 Prozent. Da die Kurssprünge bei Optionsscheinen sehr heftig ausfallen können, sollten die Aufträge limitiert vergeben werden.