Lexikon

Organspende

Bei der Organspende wird unterschieden zwischen einer Lebendspende und einer Spende nach dem Tod. Für die Entnahme gibt es rechtliche und medizinische Voraussetzungen. Ein neues Gesetz soll die Deutschen motivieren, „Ja“ zur Organspende zu sagen.

Bei der Lebendspende gibt ein gesunder Mensch Zellen, ganze Organe oder Teile davon an einen Spenderpatienten ab. Dazu zählen die Niere, die in der Regel zweimal im Körper vorhanden ist, aber auch die Leber oder Knochenmark, da sie regenerationsfähig sind.

Einem Verstorbenen, bei dem der Hirntod zweifelsfrei durch zwei unabhängige Ärzte festgestellt worden ist, können zum Beispiel auch Herz, Lunge, Darm oder Bauchspeicheldrüse entnommen werden. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn sich der Verstorbene zu Lebzeiten schriftlich für eine Organspende entschieden hat. Da das aktuell in Deutschland jedoch nur bei etwa zehn Prozent der Verstorbenen der Fall ist, müssen oft Angehörige die schwere Entscheidung treffen. Meist führt das zur Ablehnung und in der Folge dazu, dass die Zahl der Patienten, die dringend ein Spenderorgan brauchen, jedes Jahr steigt.

Neues Gesetz soll Spenderzahl erhöhen

Um mehr Menschen zur Entscheidung für die Organspende zu motivieren, hat der Deutsche Bundestag im Mai 2012 mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet. Seit 1. November 2012 ist es in Kraft. Alle Krankenversicherten über 16 Jahre werden von ihrer Kasse regelmäßig über Organspende informiert und zu einer freiwilligen Entscheidung aufgerufen. Wer allerdings nicht will, muss sich nicht entscheiden. Mitgeschickt wird auch ein Organspendeausweis. Wer ihn ausfüllt, stellt klar, ob er im Todesfall mit einer Organspende einverstanden ist oder nicht.

Angedacht ist, erst einmal bei den bisherigen Spenderausweisen aus Papier zu bleiben. Ab 2017 soll die Spendenbereitschaft auch auf der neuen elektronischen Gesundheitskarte vermerkt werden. Laut Aussage des Bundesministeriums für Gesundheit soll dafür auf der Karte ein extra Fach für die Informationen zur Organspende geschaffen werden, für das die Kassen kein Schreibrecht haben. Sie können dann also keine Inhalte verändern – nur der Versicherte soll die Rechte haben, sein „Ja“ oder „Nein“ zur Organspende zu ändern.

Änderung des Transplantationsgesetzes

In der ebenfalls verabschiedeten Änderung des Transplantationsgesetzes sind zudem verbesserte Bedingungen für Lebendspender festgelegt worden. Demnach haben Menschen, die zum Beispiel eine Niere spenden, einen rechtlichen Anspruch auf eine sechswöchige Entgeltfortzahlung, höheres Krankengeld sowie eine medizinische Behandlung, Rehabilitation und Fahrtkosten. Dafür muss die Krankenkasse des Organempfängers aufkommen. Darüber hinaus nimmt die Bundesregierung die Krankenhäuser stärker in die Pflicht. Jede der 1400 Kliniken mit Intensivstation braucht einen Transplantationsbeauftragten. Seine Aufgabe: Bei der Koordination und der Organisation helfen. Bisher variierte es stark, wie viele potentielle Organspender die Kliniken melden.