Lexikon

Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P)

Der Musiktauschdienst „Napster“ hat für viel Aufsehen gesorgt, vor allem in der Musikindustrie und wenn es um Urheberrechte bei der Verbreitung von Musikstücken geht. Unter Informatikern ist aber ein anderer Aspekt wesentlich interessanter: die Entwicklung zu Netzwerken gleichberechtigter Computer, die Dateien untereinander austauschen.

Das Internet basiert normalerweise auf dem Austausch der Daten zwischen einem Computer, der als Server (Dienstleister) die Dateien und Anwendungen zur Verfügung stellt und einem Client (Kunden), der sich bedient. Bei sehr populären Diensten, auf die Millionen Internetnutzer gleichzeitig zugreifen wollen, muss als Server ein höchst leistungsfähiges System eingesetzt werden, das große Datenmengen an sehr viele Nutzer bereitzustellen in der Lage ist.

Peer-to-Peer („gleich-zu-gleich„; Englisch „peer“ = „gleichgestellt„) sorgt dafür, dass ein und derselbe Rechner von Fall zu Fall als Server oder als Client auftritt. Damit lassen sich im Netz große Datenmengen verteilen. P2P wird auch für die Organisation von Arbeitsprozessen etwa in Unternehmen von zunehmender Bedeutung sein: Arbeiten mehrere Nutzer an verschiedenen Orten an einem Projekt, so liegen die entsprechenden Daten nicht mehr auf einem Server, sondern auf den einzelnen Rechnern. Eine Software übernimmt dabei die Arbeit, die Arbeitsschritte untereinander zu synchronisieren. Lange Wartezeiten, wenn alle Mitarbeiter gleichzeitig auf den Firmenserver zugreifen, sollen so der Vergangenheit angehören.

Kritiker sehen im P2P-Verfahren eine unnötige Überlastung der Netze durch erhöhtes Kommunikationsaufkommen. Das würde beim Client-Server-Modell kanalisiert. Außerdem wird der Sicherheitsaspekt und die Kotrolle über Datenqualität, -menge und Kosten immer wieder im Zusammenhang mit P2P diskutiert.