Lexikon

Prepaidkarte

Die Mobiltelefon-Anbieter bieten das Telefonieren mit dem Handy auf Guthabenbasis. Im Unterschied zum Laufzeitvertrag bindet sich der Kunde in der Theorie nicht an einen Anbieter und trägt auch keine regelmäßigen Kosten.

Normalerweise setzen sich Mobiltelefonkosten aus monatlichen Grundkosten und möglicherweise zusätzlichen Verbindungspreisen für jeden einzelnen Anruf zusammen, abgerechnet wird am Monatsende. Der Vertrag zwischen Kunde und Anbieter wird für einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen, in dem auf jeden Fall der Grundpreis anfällt.

Das Prinzip der Prepaidkarte kommt ohne Mindestvertragslaufzeit aus, es wird keine Rechnung gestellt sondern ein eingezahltes „Guthaben“ abtelefoniert. Die Prepaidkarte kann zunächst einzeln oder im Set mit einem Handy erworben werden. Meist ist das Handy dann mit einem sogenannten „SIM-Lock“ versehen. Das bedeutet, dass das Gerät nur mit der mitgelieferten Prepaid-Karte funktioniert. Nach zwei Jahren kann man in aller Regel das Handy entsperren lassen, um auch andere SIM-Karten zu benutzten. Eine vorzeitige Aufhebung des Locks ist gegen Aufpreis möglich. Häufig sind die angebotenen Handys einfachere und damit billigere Modelle, allerdings gehören Musikfunktion oder Kamera auch in der Einsteigerklasse schon zur Ausstattung.

Die Karte alleine funktioniert in allen Handys des entsprechenden Mobilfunknetzes. Beim Kauf befindet sich auf der Karte bereits ein Guthaben. Für jedes Gespräch werden die Kosten beim Mobilfunkanbieter vom Guthaben abgezogen. Ist es verbraucht, kann der Kunde über sein Handy für eine begrenzte Zeit noch erreicht werden, oder er kann das Guthaben wieder aufladen. Eine Abfrage des Guthabens ist per Handy jederzeit möglich. Das Aufladen des Guthabens erfolgt auf verschiedenen Wegen, bei jugendlichen häufig über den Erwerb von Guthabenkarten, die über das Mobiltelefon das Guthaben für den eigenen Anschluss freischalten. Möglich ist auch das Aufladen per Überweisung oder Kreditkartenzahlung. Bequem ist es, wenn das Guthaben automatisch per Bankeinzug aufgestockt wird, sobald ein bestimmter Guthabenbetrag unterschritten wird. Damit erinnert der Umgang mit der Prepaidkarte in Sachen Komfort an einen Laufzeitvertrag.

Unterschiede zum normalen Mobiltelefonvertrag

Das Guthaben gilt allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Danach kann es nicht mehr zum telefonieren verwendet werden. Es ist also nicht möglich, mit einer einmal erworbenen Prepaidkarte unbegrenzt erreichbar zu sein. Allerdings haben Gerichte in einer Reihe von Verfahren entschieden, dass das Guthaben nicht mehr ersatzlos verfallen darf. Die Mobilfunkanbieter haben darauf sehr unterschiedlich reagiert: Einige bieten die Auszahlung des Guthabens gegen Einsendung der Prepaidkarte an, andere ermöglichen die Übernahme des Guthabens in einen Laufzeitvertrag oder die manuelle Reaktivierung ohne erneute Einzahlung.

Die weiteren wichtigen Unterschiede zu einem normalen Mobiltelefonvertrag sind:

  • Für internationales Roaming müssen bei einzelnen Anbietern separate Vereinbarungen getroffen werden, die die Abrechnung von im Ausland entstehenden Kosten sicherstellen, da diese nicht zeitnah vom Guthaben abgebucht werden.
  • Es gibt keine Verpflichtung, einen Einzelverbindungsnachweis zur Verfügung zu stellen. Allerdings muss der Anbieter bei Streitfällen die geführten Gespräche und abgebuchten Kosten nachweisen, diese Daten werden im Normalfall für 80 Tage aufbewahrt, innerhalb dieser Frist muss ein Kunde reklamieren. Viele Anbieter haben aber Einzelverbindungsnachweise per Internet im Angebot, zu diesen muss man sich anmelden und im Internet die Kontendaten einsehen. Eine Zusendung in Papierform ist manchmal kostenpflichtig möglich.

In der Vergangenheit hatten Prepaid-Angebote die höheren Telefonkosten pro Minute, inzwischen gibt es eine Reihe von Discountangeboten, die die Preisführerschaft übernommen haben. Häufig werden Gespräche zwischen den Kunden desselben Discounters zu besonders günstigen Konditionen geführt.

Besonderheiten, Nachteile

Prepaidkarten sind allerdings in Deutschland keine anonyme Veranstaltung wie in vielen anderen Ländern, die Daten des Besitzers eines Telefonanschlusses sind vom Unternehmen zu erfassen. Wir die Karte weitergegeben, so muss theoretisch der Anbieter von diesem Eigentümerwechsel informiert werden.

Eine Falle bei Prepaidangeboten können versteckte Mindestumsätze sein, einige Anbieter schalten nach wenigen Monaten ohne jeden Umsatz den Anschluss ab. Dazu verlangen Anbieter einen Geldbetrag, wenn bei einer deaktivierten Karte die vorhandene SIM-Karte nicht zurückgeschickt wird. Bei einigen Anbietern ist auch die Mitnahme einer bestehenden Rufnummer nicht möglich.