Lexikon

R-Gespräch

Ein R-Gespräch (reverse charged) ist ein Telefonat, bei dem der Angerufene die Telefonkosten für die Verbindung übernimmt. Er kann das Gespräch annehmen oder ablehnen.

In Deutschland gibt es das R-Gespräch erst seit dem Jahr 2002. Anders als in den USA, wo seit Jahrzehnten auf diese Weise telefoniert wird. Es ist die Möglichkeit auch ganz ohne Geld zu telefonieren – wenn der Angerufene das Gespräch annimmt. Wenige Anbieter bieten in Deutschland R-Gespräche an. Man wählt eine Service-Nummer und meldet dort das R-Gespräch an. Bei Telefonaten vom Handy oder einem öffentlichen Fernsprecher aus, kann die Verbindung sehr teuer werden. Deshalb gibt es in Deutschland die Möglichkeit, seinen Anschluss für R-Gespräche zu sperren. Dieser Wunsch muss dem Telefonanbieter schriftlich mitgeteilt werden und der meldet ihn dann weiter an die Bundesnetzagentur. Für Aufsehen sorgten etliche Fälle, bei denen speziell für die Gruppe der minderjährigen Handy-Nutzer mit „kostenlosen“ Verbindungen geworben wurde. Anschließend entpuppten diese sich als teure R-Gespräche.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, eine Art R-Gespräch zu führen: das Callback-Verfahren. Hier wählt man eine bestimmte Nummer und legt wieder auf. Man bekommt kurz darauf einen Rückruf und kann jetzt die gewünschte Zielnummer angeben. Der Telefoncomputer verbindet dann die beiden Partner und koppelt sozusagen die Leitungen. Diese Methode lohnt sich vor allem bei Auslandverbindungen, die vom Ausland aus nach Deutschland wesentlich billiger sind. Oder es hilft denjenigen, die keine abgehenden Telefonate führen können oder dürfen – z. B. im Büro.