Lexikon

Rating (Kreditwürdigkeit)

Für Anschaffungen benötigen Firmen Kredite. Ratingagenturen beurteilen die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen. Das hilft Banken bei der Entscheidung, wie teuer ein Kredit für eine Firma wird. Dabei gilt der Grundsatz: Je finanzkräftiger das Unternehmen, desto günstiger wird der Kredit.

Kleinere Unternehmen, Selbstständige oder Freiberufler bekommen das Geld für Investitionen meist von ihrer Hausbank. Das Institut kann durch Prüfung der Konten die Kreditwürdigkeit des Unternehmens vergleichsweise schnell beurteilen. Schwieriger wird die Einschätzung der Kreditwürdigkeit bei größeren, international operierenden Firmen, auch im Mittelstand.

Externe Bonitätsprüfung

Bei Kreditanfragen lassen Banken die Zahlungsfähigkeit dieser Unternehmen deshalb von externen Ratingagenturen prüfen. Aber auch immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, ihre Bonität von Experten einer Ratingagentur auf eigene Kosten überprüfen und attestieren zu lassen. Denn ein gutes Rating wird immer wichtiger, um an fremdes Kapital zu kommen.

Ratingskalen

Im Kern geht es bei der Bonitätsprüfung um die Frage: Ist das Unternehmen in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, also seine Kreditraten zu bezahlen – auch in schwierigen Zeiten? Das Ergebnis dieser Prüfung ist das Rating. Ähnlich wie Schulnoten stellt es eine Bewertung innerhalb eines festgelegten Notenrahmens dar.

Die zwei großen amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poor´s und Moody´s, aber auch die in Deutschland führende Agentur Creditreform geben die Einstufung mit den Buchstaben A bis D wieder. Die Bewertung AAA steht dabei beispielsweise für beste Bonität und geringstes Insolvenzrisiko, die Bewertung C gibt an, dass der Schuldner bereits in Zahlungsverzug ist oder Insolvenzantrag gestellt hat, mit D bewertete Unternehmen sind bereits insolvent.

Firmen mit einer C- und D-Bewertung haben nicht nur in Krisenzeiten kaum eine Chance, preiswert an Kredite zu kommen. Dagegen hat ein Unternehmen mit einem A-Rating schon die Möglichkeit, mit Banken zu verhandeln oder sie gar gegeneinander auszuspielen.

Firmenratings bedürfen selbstverständlich einer ständigen Überprüfung, weil sich die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens ständig verbessern oder verschlechtern kann. In der Regel beurteilen Ratingagenturen unaufgefordert die Kreditwürdigkeit einzelner Staaten oder Unternehmen. Sie erhalten dann ihr Honorar von den Gläubigern.

Auswirkungen der Ratings

Für Unternehmen ist die Einstufung durch Ratingagenturen überlebenswichtig. Denn sinkt die Bonitätseinstufung, werden neue Kredite teurer bzw. bereits insolvente Unternehmen erhalten kein Geld mehr. Verschlechtert sich die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, können sogar laufende Kredite teurer werden, manchmal besteht sogar ein Kündigungsrecht.

Dennoch ist es besser ein mittleres oder schlechtes Rating zu haben als gar keines, denn insbesondere an den internationalen Kapitalmärkten ist es mittlerweile für Unternehmen ohne Ratingeinstufung unmöglich geworden, an Fremdkapital zu kommen. Manche Gläubiger (etwa Pensionskassen) sind sogar gesetzlich verpflichtet, Geld nur an Schuldner mit Rating zu verleihen. Meist wird sogar ein A-Rating vorgeschrieben, der sogenannte Investment Grade. Das Gegenteil hiervon sind alle schlechteren Einstufungen, der sogenannte Speculative Grade, oder umgangssprachlich Junkbonds („Ramschanleihen“).