Lexikon

Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest prüft als unabhängige Stiftung bürgerlichen Rechts Produkte und Dienstleistungen. Die Ergebnisse werden in mehreren eigenen Publikationen veröffentlicht. Hersteller werben auf ihren Produkten mit dem „test-Urteil“. Jeder dritte Verbraucher richtet sich bei wichtigen Kaufentscheidungen nach dem Urteil der Stiftung Warentest, so das Ergebnis einer Forsa-Studie.

Geschichte

Die Stiftung Warentest wurde 1964 in Berlin gegründet.1966 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift test, getestet wurden Nähmaschinen und Handrührgeräte. Die Testurteile – damals hießen sie noch „sehr gut“, „gut“, „zufriedenstellend“, „weniger zufriedenstellend“ und „nicht zufriedenstellend“ – wurden 1968 eingeführt.

In einem Urteil aus dem Jahr 1975 entschied der Bundesgerichtshof, die Stiftung Warentest erfülle eine volkswirtschaftlich sinnvolle und nützliche Funktion und unterstrich damit die Eigenverantwortlichkeit der Stiftung für die Durchführung und Veröffentlichung ihrer Warentests. Dasselbe Gericht entschied 1982, dass zwar mit Testergebnissen geworben werden dürfe, die Zahl der qualitativ besseren Konkurrenzangebote müsse aber genannt werden. 1987 fällte der Bundesgerichtshof ein weiteres Grundsatzurteil, wiederum zugunsten der Stiftung Warentest. Demnach dürfen Sicherheitsprüfungen der Stiftung höhere Anforderungen enthalten als entsprechende DIN-Regelungen.

1999 wurde die aktuelle Notenskala eingeführt, die sich an Schulnoten orientiert: sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft.

Die STIFTUNG WARENTEST hat seit ihrem Bestehen rund 78.000 Produkte geprüft. Sie führt jährlich etwa 200 Tests durch.

Produkte

1966 erschien die erste Auflage von „test“, 1991 folgte die Zeitschrift „FINANZtest“, die auf die Themen Versicherungen, Geldanlage, Steuern und Recht spezialisiert ist. Hinzu kommen Sonderpublikationen zu bestimmten Themen und Bücher. Seit 2000 stellt die Stiftung alle Beiträge aus den Zeitschriften test und FINANZtest auf www.stiftung-warentest.de (teilweise kostenpflichtig) zur Verfügung.

Finanzierung

Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, verzichtet die Stiftung Warentest auf Werbeeinnahmen. Zum Ausgleich hierfür erhält sie Mittel vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Daneben bekommt sie staatliche Zuwendungen für Weiterbildungstests vom Bundesbildungsministerium und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Zum Großteil finanziert sich die Stiftung Warentest aber aus dem Verkaufserlös ihrer Produkte.

Unabhängigkeit

Neben der finanziellen Unabhängigkeit von Werbeeinnahmen wird die Neutralität der Stiftung Warentest durch die freie Testplanung gewährt. Das heißt, sie ist bei der Entwicklung und Anwendung ihrer Testkriterien frei. Die Produkte werden anonym im Handel eingekauft, Dienstleistungen werden verdeckt in Anspruch genommen. Die Tests werden in Zusammenarbeit mit unabhängigen Instituten durchgeführt.

Organisation

Es gibt drei Stiftungsorgane:

Zur Geschäftsleitung gehört neben dem Bereichsleiter Publikationen und dem Bereichsleiter Untersuchungen, der Alleinvorstand, der die Stiftung vertritt und ihre Geschäfte führt. Daneben gibt es den Verwaltungsrat, der den Vorstand beruft und die Geschäftstätigkeit des Vorstands überwacht.

Zum Kuratorium gehören sechs Verbrauchervertreter, sechs Vertreter der Wirtschaft und sechs neutrale Sachverständige. Es kann bestimmte Tests vorschlagen oder auch ablehnen.

Stiftung Warentest

Lützowplatz 11-13

10785 Berlin

Deutschland

Tel.: 030/26 31-0

Fax: 030/26 31-27 27

E-Mail: email@stiftung-warentest.de

Internet: www.stiftung-warentest.de