Lexikon

Stripping

Als Stripping bezeichnet man die Möglichkeit, den Mantel und die Zinskupons einer Anleihe getrennt voneinander zu handeln. Unter einem Kupon versteht man den Anspruch auf Zinszahlung. Beim Stripping kann man also seine Anrechte auf die Zinsen getrennt von der Anleihe an der Börse handeln. Damit erhöht sich unter Umständen die Rendite.

Das Stripping („seperate trading of registered interest and principal securities“) von Anleihen, also das getrennte Handeln des Anleihemantels und der zugehörigen Zinsscheine, war lange Zeit in Deutschland nicht erlaubt.

Im Rahmen der angestrebten Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschland wurden aber die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um diese aus Sicht eines Privatanlegers interessante Anlagealternative zu schaffen. Die Möglichkeit der Trennung von Mantel und Zinsscheinen schafft, ähnlich wie bei einer Optionsanleihe, drei verschieden Anlageinstrumente. Ein Anleger kann sich nun aussuchen, ob er die vollständige Anleihe kaufen oder verkaufen will, man spricht dann von der „Anleihe cum“. Oder ob er jeweils nur die Zinsscheine („Zins-Strip“) bzw. den Mantel „Anleihe ex“ erwerben oder veräußern will.

Für alle drei Varianten einer solchen Bundesanleihe wird ein separater Kurs an der Börse ermittelt, der sich am allgemeinen Zinsniveau und den Erwartungen der Anleger orientiert. Er ist damit frei handelbar. Wirtschaftlich betrachtet entstehen bei Trennung von Zinskupons und Mantel mehrere Nullkuponanleihen mit verschiedenen Laufzeiten. Der Mantel der Anleihe repräsentiert dabei eine Null-Kupon-Anleihe, deren Kurswert sich durch Abzinsung des Nominalwerts ergibt. Das heißt, der Preis wird ausschließlich an der Börse ausgehandelt. Es besteht keine fest vereinbarte Verzinsung des Kapitals. Für Investoren mit einer hohen Steuerprogression kann es sinnvoll sein, solche Anleihemäntel zu erwerben, da sie die Versteuerung des anfallenden Zinsertrages auf das Ende der Laufzeit verschieben.