Lexikon

Superspreader

Ein Mensch der mit einer Krankheit besonders viele Leute ansteckt, wird Superspreader (Super-Streuer) genannt. Das Wort hat seinen Ursprung in der SARS-Epidemie. Trotzdem gibt es schon seit vielen Jahren Kranke, die ansteckender sind als andere.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das amerikanische Centers for Disease Control (CDC) bezeichnen einen Kranken, der zehn weitere ansteckt, als Superspreader. Unklar ist jedoch, warum manche Menschen ansteckender sind als andere. Gerade im Fall von SARS stecken 80 Prozent der Infizierten keine weiteren Mitmenschen an. Eine Stewardess aus Singapur wurde dagegen vom dortigen Gesundheitsminister als Superspreader gesehen, weil sie sich infizierte, überlebt, aber ihre Eltern und den Pfarrer ansteckte, die alle starben.

Superspreader sind keine Erfindung der Neuzeit. Auch für die Aids-Epidemie konnte ein Superspreader festgestellt werden, ebenso für Tuberkulose und Typhus. Sie haben auf jeden Fall eines gemeinsam: Sie kommen durch ihre Berufe mit vielen anderen Leuten in Kontakt. Doch es liegt nicht nur daran. Die WHO geht davon aus, dass einige Kranke mehr Viren ausscheiden als andere und auch mehr Erreger mit sich tragen. Eine weitere Rolle soll das Stadium einer Krankheit spielen. So haben HIV-Infizierte zu Beginn der Infektion und bei der Diagnose Aids die meisten Viren im Blut. Während der chronischen Phase dagegen können weniger Erreger im Blut sein. Ansteckend sind Patienten dann allerdings noch immer. Auch anatomische Faktoren können einen Kranken zur Virenschleuder machen. Im Fall des Superspreader für Tuberkulose fanden die Ärzte tiefe Hohlräume in den Lungen, in denen Bakterien sich besonders gut vermehrten.