Lexikon

TransFair

Der Verein TransFair wurde 1992 von kirchlichen, gewerkschaftlichen und entwicklungspolitischen Organisationen gegründet. Sein Ziel ist die Förderung des „fairen“ Handels mit Ländern der Dritten Welt. Seit März 1993 wird in Deutschland „fair“ gehandelter Kaffee angeboten, gekennzeichnet durch das „Fairtrade-Gütesiegel“ (bis 2003 TransFair-Gütesiegel). Später kamen Produkte wie Tee, Kakao, Bonbons und Bananen hinzu. Heute gibt es eine Vielzahl „fair“ gehandelter Produkte, beispielsweise auch Fußbälle und Textilien.

Der deutsche Verein TransFair e.V. mit Sitz in Köln hat die niederländische „Max-Havelaar-Stiftung“ als Vorbild. Sie begann 1988 mit einer publikumswirksamen Einführung „fair“ gehandelten Kaffees. Es folgten ähnliche Aktionen in Belgien und in der Schweiz. Später kamen Kakao, Tee, Bonbons und 1997 Bananen aus „fairem Anbau und Handel“ hinzu.

In Deutschland hatten sich zunächst rund 30 Organisationen aus dem kirchlichen, gewerkschaftlichen und entwicklungspolitischen Bereich dem Verein TransFair angeschlossen. Das Fairtrade-Siegel soll dem Kunden garantieren, dass zum Beispiel

  • die Kaffeepflanzer einen Mindestpreis pro amerikanischem Pfund (0,4536 kg) für ihren Arabica- oder Robusta-Rohkaffee erhalten.
  • Importeure sich verpflichten, Kaffee nur von selbstständigen Pflanzern oder deren Vereinigungen zu kaufen. Diese Lieferanten müssen in einem sogenannten Produzentenregister verzeichnet sein.
  • ein Teil der Mehrerlöse für Entwicklungsprojekte verwendet wird.

Die Einhaltung dieser Kriterien wird kontrolliert. In Deutschland haben sich Importeure, Röster und Abpacker, die Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel anbieten, vertraglich verpflichtet, ihre Angaben über die Importe und den Absatz von fair gehandeltem Kaffee durch unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften überprüfen zu lassen.

Ähnlich wie beim Kaffee werden auch die anderen Produkte nur von selbstständigen Pflanzern oder Produzenten, die sich allerdings zu Genossenschaften zusammenschließen können, angebaut oder hergestellt. Neben den sozialen Verpflichtungen, die die Pflanzer eingehen müssen, gehören auch ökologische Mindeststandards zu den Bedingungen. So ist die Verwendung von Unkrautvernichtungsmitteln nicht erlaubt. Pestizide, die in ihrem Ursprungsland nicht erlaubt sind, sind auch hier verboten. Andere Pestizide dürfen erst nach eingehender Prüfung angewendet werden. Allgemein wird angestrebt, gefährliche Pestizide zu vermeiden und sie durch organische Behandlungen zu ersetzen.