Lexikon

Transparency International

Transparency International ist eine Nicht-Regierungsorganisation, die sich dem Kampf gegen die internationale Korruption (volks- und betriebswirtschaftlicherseits) verschrieben hat. Die Organisation ist politisch unabhängig und gemeinnützig.

Im Kampf gegen Korruption setzt Transparency International auf

  • Information der Bevölkerung
  • Stärkung der Systeme, die Korruption bekämpfen

Die Information der Bevölkerung geschieht vor allem durch Bildungsarbeit in Seminaren und Veranstaltungen, vor allem aber durch die Veröffentlichung des internationalen Korruptionsberichtes („Corruption Perceptions Index“ CPI), der quasi eine Rangliste der korruptesten Staaten dieser Welt darstellt.

Mitglieder der Organisation verpflichten sich zu ethisch hohen Standards, die Korruption im Geschäftsleben unmöglich machen sollen. Das soll vor allem geschehen durch:

  • Offenlegung der Verfahrenswege
  • laufende Kontrollen durch Unabhängige
  • Rotation des Personals in sensiblen Bereichen
  • Mehr-Augen-Prinzip
  • Lückenlose Dokumentation bei Auftragsvergaben

Im Gegensatz etwa zu Greenpeace geschieht die Arbeit aber nicht konfrontativ, sondern kooperativ mit den betroffenen Stellen in Unternehmen und Regierungen. Das Stichhaltigste Argument von Transparency International lautet: Korruption ist teuer.

Gründung

Transparency International wurde 1993 vom ehemaligen Weltbankdirektor Dr. Peter Eigen in London und Berlin gegründet. Sie ist die einzige weltweit aktive Nichtregierungsorganisation mit Hauptsitz in Deutschland. Transparency International ist in über 100 Ländern weltweit tätig. Berühmteste Mitglieder der Organisation sind Jimmy Carter und Richard von Weizsäcker. Vom rechtlichen Status her ist Transparency International ein eingetragener Verein. Während bei Gründung noch der Fokus auf die Auswirkungen der Korruption auf die Dritte Welt im Vordergrund stand, so hat er sich mittlerweile auch auf die Anprangerung der Korruption in den Industrieländern verschoben.

Erfolge

Größter Erfolg von Transparency International war sicherlich die Durchsetzung eines Anti-Korruptionsplanes 1997 in 34 Industrieländern, in dessen Folge auch in Deutschland Korruption im Ausland erstmals strafbar wurde und die Steuerabzugsfähigkeit von Bestechungsgeldern abgeschafft wurde.

Kritik

Allerdings verstummt auch nie ganz die Kritik an der Organisation. Durch ihre Arbeit „von oben“ sei sie zu sehr mit den Entscheidungsträgern in Politik und Industrie „verbandelt“. Außerdem sei sie durch Spenden aus der Wirtschaft keineswegs unabhängig. Auch an dem Korruptionsbericht mehren sich kritische Stimmen. Die Vergleichbarkeit der Länder sei gar nicht gegeben, weil die zur Verfügung stehenden Daten viel zu unterschiedlich seien.

Intertnet: www.transparency.de