Lexikon

Treibhaus-Effekt

Die Atmosphäre der Erde erwärmt sich zusehends. Grund dafür sind Gase, die sich in der Lufthülle anreichern und die Wärme, die von der Erde abstrahlt, nicht mehr durchlassen. Die Wärmestrahlung ist praktisch in der Atmosphäre „gefangen“. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Treibhausgase, die sich noch stetig in der Luft anreichern, in den nächsten 100 Jahren zu einer durchschnittlichen Erwärmung von 1,5 bis 4,5 Grad Celsius führen können.

Kurzwellige Strahlung von der Sonne durchdringt die Erdatmosphäre. Vom Boden wird die Strahlung wieder reflektiert – allerdings als langwellige Wärmestrahlung. Treibhausgase – vor allem Kohlenstoffdioxid, aber auch Propan, Butan, Methan und FCKW – verhindern, dass die Wärme ins Weltall abstrahlt. Die Wärmestrahlung wird stattdessen in der Atmosphäre reflektiert und gelangt wieder auf die Erdoberfläche. Auf diese Weise kommt es zum Treibhaus-Effekt, also zu einer stetigen Erwärmung der Erdatmosphäre.

Kohlenstoffdioxid gelangt auf vielfältige Weise in der Atmosphäre. Es gelangt bei allen Verbrennungsvorgängen als Emission in die Luft: aus den Schornsteinen von Industrie und Haushalten oder aus den Auspuffen von Fahrzeugen. Es entsteht auch bei Waldbränden. Den „Löwenanteil“ von 50 Prozent steuert der Energiesektor mit der Verbrennung fossiler Energien und der Verkehr bei. Der Anteil von FCKW am Treibhaus-Effekt wird mit etwa 20 Prozent eingeschätzt. Außerdem gilt FCKW als Ozon-Killer in den hohen Schichten unserer Atmosphäre.

Zuverlässige Vorhersagen über die künftige Entwicklung unseres Klimas sind äußerst schwierig. Natürliche Schwankungen der durchschnittlichen Temperaturen sind ein Charakteristikum der Erdatmosphäre von Anfang an. Klimaforscher haben in den letzten Jahren die mehr als 3.000 Meter dicke Eisdecke über Grönland studiert, um Anhaltspunkte über Klimaschwankungen in den letzten Jahrtausenden zu gewinnen. Unterschiedliche Temperaturen schlagen sich nämlich in einer unterschiedlichen Beschaffenheit der Eisdecke nieder. Das Grönland-Eis dokumentiert daher etwa 250.000 Jahre Klimageschichte. Für die Wissenschaftler überraschend war die Beobachtung, dass die Durchschnittstemperatur offensichtlich schon im Verlauf von einigen Jahrzehnten im Bereich von mehreren Grad Celsius geschwankt hat. Dann wieder veränderte sie sich nicht über mehrere Jahrhunderte.

Langfristige Klimaverschiebungen gehen auf das Konto der Sonne. Zum einen schwankt die Aktivität der Sonne, zum anderen bleibt auch die Umlaufbahn der Erde um die Sonne nicht konstant und der Abstand zwischen beiden verändert sich. Als Folge davon kommt es immer wieder zu Klimaschwankungen. Trotz all dieser Unwägbarkeiten bei Veränderungen des Klimas, sind sich die Wissenschaftler darüber einig, dass vor allem die zunehmende Kohlenstoffdioxidemission zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre führt. Als eine Folge der Erwärmung wird der Anstieg des Meeresspiegels durch abschmelzende Gletscher und veränderte Niederschläge erwartet. Schätzungen gehen von einem Anstieg zwischen 25 und 65 Zentimetern aus. Flache Küstenbereiche würden dann unter Wasser stehen, ganze Insellandschaften von der Landkarte verschwinden. Kostspielige Deichbauten und Küstenschutzmaßnahmen wären notwendig, um Überschwemmungskatastrophen zu verhindern.

Bis zum Jahr 2100, so manche Schätzungen, könnte der Meeresspiegel sogar um einen Meter ansteigen. Das Meer würde in den USA 20.000 Quadratkilometer Land fressen, in Europa gäbe es die tief liegenden Bereiche an der deutschen und polnischen Ostsee nicht mehr, die Tiefländer der Bretagne, Portugals und Spaniens wären überschwemmt, Große Flächen von Mexiko, Brasilien, Argentinien, Indonesien, Vietnam und Malaysia stünden unter Wasser.