Lexikon

Typklassen-Haftpflicht

Alle Fahrzeuge, die zum Straßenverkehr in Deutschland zugelassen werden, müssen haftpflichtversichert sein. Die Haftpflichtprämie richtet sich dabei nach dem Wagentyp.

Ohne Haftpflichtdeckungszusage einer Versicherung gibt es keine Straßenverkehrszulassung. Im Schadensfall übernimmt diese Pflichtversicherung die berechtigten Ansprüche der Geschädigten oder Verletzten.

Statt einer Einstufung wie bis in die neunziger Jahre hinein nach der Motorstärke in unterschiedliche PS/kw-Klassen richtet sich die Haftpflicht-Prämie inzwischen nach modellbezogenen Typklassen. Die Fahrzeugmodelle bzw. Konstruktionsgruppen von Fahrzeugen werden je nach ihrem Schadensverlauf in Typklassen zusammengefass.

Untersuchungen des Schadensverlaufes, also der Häufigkeit von Schäden und der Schadenshöhe der verschiedenen Automodelle im Straßenverkehr, haben bei Fahrzeugen in derselben Motoren-Klasse sehr große Unterschiede ergeben. Daher entschloss sich die deutsche Versicherungswirtschaft, die Einteilung nach PS/kw-Klassen grundlegend umzustellen. Dabei gilt das Prinzip: Fahrzeugtypen, die die Versicherung im Schadensfall weniger kosten, zahlen auch weniger Prämie. Den einzelnen Typklassen sind Modelle mit weitestgehend gleichartigem Schadensverlauf zugeordnet. Der Typklassentarif wurde für Neuverträge bei PKW, Kleinbussen und auch Motorräder eingeführt. Bei LKW, Lieferwagen und Taxen blieb es bei der Einstufung entsprechend der Motorenleistung.

Der Schadensverlauf der einzelnen PKW-Modelle wird jährlich überprüft und bei Bedarf neu bestimmt. Für die Zuordnung der einzelnen Automodelle in eine bestimmte Typklasse ist ihr jeweiliger Schadensbedarfsindex entscheidend, der sich für jedes Auto berechnen lässt.

Information:

Typklassen-Datenbank im Internet: www.gdv-dl.de