Lexikon

UMTS – Universal Mobile Telecommunication System

Im Jahr 2000 wurde UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) als Folgestandard zu GSM entwickelt, der neben der Sprachtelefonie vor allem den schnellen Datenaustausch gewährleisten sollte. Diese dritte Generation der Mobilfunknetze, von den Erfindern auch G3 genannt, macht mobiles Internet möglich.

In vielen Ländern wird derzeit nach dem GSM-Standard telefoniert. Zum Übertragen von größeren Datenmengen, etwa um mit dem Handy im Internet zu surfen oder Dokumente zu versenden, ist das GSM-Netz aufgrund seiner maximalen Datenübertragungsrate von 9600 bit/s kaum geeignet.

In seiner Ursprungsgeschwindigkeit von 384 kbit/s bietet UMTS zwar immer noch einen Geschwindigkeitssprung gegenüber GPRS. Um allerdings etwa per Notebook mit gewohntem Komfort auf Webseiten zu surfen, ist die Datenrate schon fast wieder zu langsam, da die Seiten immer aufwendiger und bilderlastiger werden. Denn inzwischen ist es nicht mehr nur das Mobiltelefon, das Anschluss sucht, sondern vor allem weitere mobile Endgeräte oder gar die Nutzung des Mobilfunknetzes als Ersatz für den Festnetzanschluss.

Mit der Erweiterung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) werden die Übertragungsgeschwindigkeiten erweitert, dazu muss der Mobilfunknetzbetreiber sein Netz entsprechend aufrüsten, aber auch das Endgerät (Mobiltelefon oder USB-Stick/UMTS-Modem) muss den Standard unterstützen. Dann sind im Download bis zu 7200 kbit/s, im Upload (vom Endgerät ins Netz) nur die UMTS-üblichen 384 kbit/s möglich.

In Deutschland unterstützen die Netze von T-Mobile, Vodafone und O2 in einzelnen Regionen den schnelleren Standard, das Netz von E-Plus ist nicht entsprechend ausgerüstet (Stand August 2009).

Die Geschwindigkeitsbeschleunigung im Upload HSDPA, die eine Beschleunigung auf 1450 kbit/s erlaubt, ist vor allem für Notebook-Nutzer gedacht.

Die genannten Geschwindigkeiten sind allerdings Maximalwerte, die in der Praxis normalerweise nicht erreicht werden. Schon wenn der Mobilfunknutzer in Bewegung ist, etwa im Auto oder Zug, gehen die Werte drastisch herunter. Außerdem variiert der Ausbaustand der entsprechenden Netzwerke der Mobiltelefonbetreiber. In Ballungsräumen sind tendenziell „schnellere“ HSDPA-Verbindungen möglich als auf dem gerade mal UMTS-versorgten Land.

Aber auch aufseiten der Endgeräte werden unterschiedliche HSDPA-Varianten unterstützt, unterteilt in HSDPA-Kategorien. Ältere HSDPA-Geräte (Baujahre 2006/2007) unterstützen dabei gerade mal die „Category 12“ oder „Category 8“ mit 1800 bzw. 3600 kbit/s. Neuere Endgeräte unterstützen die Category 8 mit 7200 kbit/s. Für ältere Geräte gibt es möglicherweise ein Software-Update, um höhere Geschwindigkeiten zu erzielen.

Die nächste Generation soll HSDPA+ heißen und Bandbreiten bis 42.000 kbit/s (42 Mbps) liefern.