Lexikon

Urlaubsgeld

Während seines Urlaubs hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaubsentgeld. Das bedeutet: Das vereinbarte Gehalt wird in der Urlaubszeit weiterhin gezahlt. Darüber hinaus kann zusätzlich zum regulären Gehalt ein Urlaubsgeld vereinbart werden. Einen gesetzlichen Anspruch auf diese Sonderleistung gibt es nicht. Bindend ist, was im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt wurde.

Im Bundesurlaubsgesetz [Internet] ist die Mindestzahl der Urlaubstage unter Fortzahlung des Gehalts geregelt. Danach muss der Jahresurlaub mindestens 24 Werktage betragen. Der volle Urlaubsanspruch gilt jedoch erst, wenn das Beschäftigungsverhältnis mindestens seit sechs Monaten besteht. Die Höhe des Urlaubsentgeltes bemisst sich am durchschnittlichen Entgelt, das in den 13 Monaten vorm Urlaub gezahlt wurde. Bezahlte Überstunden werden in den Durchschnittsverdienst nicht eingerechnet. Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht.

Ob und in welcher Höhe darüber hinaus zusätzlich Urlaubsgeld als Sonderleistung bezahlt wird, ist Sache des Arbeitgebers, sofern er nicht tarifrechtlich gebunden ist. Ist der Arbeitgeber tarifrechtlich gebunden, gelten die Bestimmungen des Tarifvertrages. Sofern der Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist, ist bindend, was über das zusätzliche Urlaubsgeld im Arbeitsvertrag geregelt wurde. Hier kann eine bestimmte Höhe des Urlaubsgeldes festgelegt werden, die jährlich zu zahlen ist.

Der Arbeitgeber kann die Zahlung des Urlaubsgeldes auch von der wirtschaftlichen Situation des Betriebes abhängig machen. Dann kann die Zahlung des Urlaubsgeldes als freiwillige Leistung unter Widerruf im Arbeitsvertrag vereinbart werden. Wurde im Arbeitsvertrag ein jährliches Urlaubsgeld vereinbart, kann der Arbeitgeber die Zahlung nicht unter Berufung auf ein schlechtes Geschäftsjahr verweigern.

Im Arbeitsvertrag kann auch festgehalten werden, ob das Urlaubsgeld nur in Zusammenhang mit dem tatsächlichen Urlaubsantritt oder unabhängig davon gewährt wird. Ob Urlaubsgeld zu gewähren ist, hängt von den jeweils maßgeblichen Regelungen ab. Ist vereinbart, dass Urlaubsgeld nur im Zusammenhang mit dem angetretenen Urlaub gezahlt wird, entfällt dieser Anspruch.

Kündigt der Arbeitnehmer, nachdem er das Urlaubsgeld erhalten hat, das Arbeitsjahr jedoch noch nicht zu Ende ist, muss er das Urlaubsgeld gegebenenfalls zurückzahlen.