Lexikon

VL-Fonds

VL steht für vermögenswirksame Leistungen. Bei VL-Fonds geht es um staatlich gewährte Sparzulagen beim Fondssparen. Es handelt sich damit um eine private Kapitalbildung.

Je nach Tarifvertrag übernimmt der Arbeitgeber beim Sparen in einen VL-Fonds einen Teil oder sogar die gesamte Sparrate. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer einen Sparvertrag abschließt. Anlagemöglichkeiten gibt es viele. So kann der VL-Sparer seine Gelder in Banksparpläne, Kapitallebensversicherungen, Bausparverträge oder auch in Unternehmensbeteiligungen – etwa über Aktienfonds, Mitarbeiteraktien oder Genossenschaftsanteile – einzahlen.

Der Staat fördert die Vermögensbildung der Beschäftigten durch eine Arbeitnehmersparzulage auf Beteiligungs- und Bausparen in zwei Fördertöpfen, die miteinander kombiniert werden können.

Durch VL kann der Empfangsberechtigte schon in der Ausbildungszeit das Sparen beginnen. Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge, und dafür gibt es vom Staat noch etwas dazu. Das Entscheidende ist: Die VL-Geldanlage in Fonds ist ohne eigene Mittel möglich. Um VL zu erhalten, muss der Mitarbeiter lediglich bestimmen, wohin der Arbeitgeber das Geld überweisen soll. Wer darüber hinaus die Arbeitnehmersparzulagen erhalten will, muss mindestens sechs Jahre in den VL-Fondssparplan einzahlen. Beim VL-Fondssparen muss das Geld also nach Ablauf der Sparfrist von sechs Jahren noch ein Jahr ruhen. Erst dann darf der Sparer auf das Gesparte zugreifen. Beim vorzeitigen Ausstieg wird die Prämie gestrichen. Wer immer wieder Anschlussverträge schließt, wie es der BVI empfiehlt, kann einen wesentlichen Baustein für seine Altersvorsorge schaffen, auch wenn er zu den weniger gut bezahlten Arbeitskräften gehört. Laut Stiftung Warentest erzielt beinahe jeder zweite VL-Fondssparplan im Laufe von sieben Jahren eine Rendite von jährlich zehn Prozent, egal ob der Aktienfonds in deutsche oder internationale Wertpapiere anlegt.