Lexikon

Web-Tracking

Wer alleine vor dem Computer sitzt, fühlt sich in aller Regel unbeobachtet beim Surfen durch das Netz. Dabei werden viele Aktivitäten von automatisierten Systemen aufgezeichnet und anschließend ausgewertet. Webseitenbetreiber wollen ihre Angebote verbessern, die Online-Werber zielgenauer Werbung schalten.

Beim Web-Tracking (engl. to track: verfolgen, nachvollziehen) werden Verlaufsprotokolle beim Besuch einer Website erstellt, in einzelnen Fällen lässt sich das Klickverhalten des Nutzers auch beim Verlassen der Seite und dem Aufrufen eines neuen Angebots weiterverfolgen.

Beim Aufrufen einer Webseite ist im HTTP-Protokoll vorgesehen, dass nicht nur die aufgerufene Webseite auf dem Computer des Nutzers dargestellt wird, sondern dass auch Daten von diesem Computer an den datenliefernden Webserver übertragen werden. Dies dient beispielsweise dazu, die Darstellung an die Bildschirmgröße des Nutzers anzupassen.

Diese Daten werden u. a. übertragen:

  • die IP-Adresse, die im Augenblick vom Internet-Service-Provider zugewiesen wurde
  • die Bezeichnung des Browsers inklusive Versionsnummer
  • die Bildschirmauflösung
  • die Namen der installierten Plug-Ins (etwa Flash, Quicktime)
  • die zur Verfügung stehenden Schriften
  • die Adresse der Webseite, von der man mit einem Link auf die aktuelle Seite gelangt ist

Gerade die letzte Information ist für das Web-Tracking innerhalb eines Internetangebots entscheidend: Zeichnet man diese Informationen für jede aufgerufene Seite auf, dann kann man erkennen, welchen „Weg“ der Nutzer durch das Angebot genommen hat. So wird etwa aufgezeichnet, dass er über eine Suchmaschine auf die Hauptseite gefunden hat (inklusive der verwendeten Suchbegriffe), welche Menüpunkte er danach angeklickt oder welche Suchanfragen er auf der Webseite gestellt hat. Angebote wie etwa ein Online-Shop erkennen anhand der Auswertung dieser Daten schnell, was ein Besucher im Angebot sucht und machen dann automatisierte Vorschläge, die das Finden erleichtern sollen.

Die komplette Historie eines Webseitenbesuchs wird so festgehalten. Wenn das Angebot ein Cookie ablegen darf, dann kennt man auch beim nächsten Aufruf der Seite die aktuellen Vorlieben des Besuchers. Dürfen etwa auch Werbebanner Cookies setzen, dann funktioniert das Web-Tracking auch über verschiedene Angebote hinweg.

Und es geht auch ohne Cookies: Untersuchungen der amerikanischen Electronic Frontier Foundation (www.eff.org) haben gezeigt, dass der Browser jedes Nutzers so individuelle und erkennbare Eigenschaften hat, sodass sich alleine mit den übertragenen, an und für sich harmlosen Daten, eine Art Fingerabdruck erstellen lässt und dieser Nutzer immer wieder identifiziert werden kann. Solange er nichts an seiner Computerkonfiguration ändert.

Welche Daten der Browser überträgt, das kann man sich anzeigen lassen unter https://panopticlick.eff.org/ (engl.)