Lexikon

Wireless Application Protocol (WAP)

Das Wireless Application Protocol (WAP) soll dem Handy den Weg ins Internet ebnen. WAP muss dabei jedoch berücksichtigen, dass handelsübliche Handys keine geeigneten Ein- und Ausgabemedien für Internet-Angebote sind: das Display ist klein, manchmal schwarz/weiß, die Ausgabe orientiert sich an Zeichen, Tastatur und Maus als standardisierte Eingabegeräte fehlen.

Erschwerend kommt die langsame Datenübertragunsgrate in den europäischen GSM-Netzen hinzu: maximal 9.600 Bit/s können hier übertragen werden. WAP lehnt sich so weit wie möglich an das klassische Internet an: WAP-Angebote werden auf einem Webserver vorgehalten und per Hypertext Transfer Protocol (HTTP), in Richtung WAP-Handy übertragen. An der Schnittstelle zwischen Internet und Mobilfunknetz findet sich dann ein WAP-Gateway (Gateways sind Rechner, die für den problemlosen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Computernetzen sorgen), das die Protokolle zwischen den Technik-Welten umwandelt.

Webseiten, die für WAP-Endgeräte erstellt werden, sind nicht in der Hypertext Markup Language (HTML) verfasst, da viele HTML-Funktionen einem Handy nicht zur Verfügung stehen – beispielsweise die Einbettung von Bildern oder Interaktionen, die auf Mausbewegungen beruhen. Seiten für WAP müssen in der aus HTML abgeleiteten Sprache Wireless Markup Language (WML) erstellt werden. Sie berücksichtigt die Darstellungsanforderungen der kleinen Displays und die Interaktionsmöglichkeiten des Handy-Nutzers.

Entsprechend den einzelnen Seiten eines Internetauftritts finden sich in WML sogenannte „Cards“. Sie sollten eine geschlossene Informationseinheit darstellen und sich möglichst komplett auf dem Handy-Display abbilden lassen. Das Gegenstück zu einer Internet-Site, also der Karteikasten mit den Cards, wird als „Deck“ bezeichnet. Der Nutzer navigiert zwischen der Schaltzentrale Deck und einzelnen Cards, die auch bestimmte Interaktionen zulassen.

Probleme und Zukunft von WAP

WAP ist jedoch bei weitem nicht so flexibel wie die meisten Internet-Anwendungen. Der Trend bei der mobilen Nutzung des Internet geht daher zum Aufruf „echter“ Webseiten, die durch einen beim Mobilfunkbetreiber stehenden Proxy-(Zwischen-)Server für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert werden – etwa indem Bilder kleiner skaliert und in der Datengröße geschrumpft werden sowie Elemente, die auf Handys nicht dargestellt werden können herausgefiltert werden. Dennoch bleibt WAP eine interessante Alternative, vor allem wenn die Abrechnung mit dem Mobilfunkbetreiber in Datenmengen erfolgt – denn WAP nimmt nur wenig Bandbreite ein.