Lexikon

Witwenrente

Ab dem 1. Januar 2002 gilt ein gespaltenes Recht auf Witwen- oder Witwerrente. Wer vor dem 1. Januar 2002 geheiratet hat oder wessen Ehepartner vor diesem Datum verstorben ist, erhält 60 Prozent der hochgerechneten Rente des oder der Verstorbenen als große Witwenrente, soweit mindestens ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist. Hinterbliebene, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, müssen zahlreiche Einschnitte bei der Hinterbliebenenrente hinnehmen. Sie erhalten nur 55 Prozent der Rente des oder der Verstorbenen. Als Ausgleich für diese Rentenminderung gibt es für Hinterbliebene, die Kinder erzogen haben, einen dynamischen Zuschlag. Er entspricht bei durchgehender mindestens dreijähriger Erziehung eines Kindes einem Entgeltpunkt. Witwen und Witwer, die keine Kinder erziehen, nicht erwerbsgemindert und nicht 45 Jahre alt sind, erhalten künftig die kleine Witwenrente über 25 Prozent der hochgerechneten Rente des Verstorbenen nur noch für einen Übergangszeitraum von zwei Jahren. Der Gesetzgeber geht dabei davon aus, dass diese Witwen oder Witwer trotz des Todes ihres Ehepartners noch in der Lage sind, für ihren Lebensunterhalt auf Dauer selbst sorgen zu können. Auch wenn die kleine Witwenrente weggefallen ist, erhalten diese Witwen und Witwer später nach Vollendung ihres 45. Lebensjahres auf Antrag die große Witwenrente. Die Abfindung der kleinen Witwenrente bei Wiederheirat wird entsprechend auf die zwei Jahre berechnet, also gekürzt. Es werden sämtliche Einkommen, also auch Einkünfte aus Vermögen oder Renten, zu 40 Prozent von der Hinterbliebenenrente abgezogen. Der Freibetrag, der wiederum vom anzurechnenden Einkommen abgezogen werden darf, ist auf den Betrag von 675 Euro festgeschrieben.