23. Januar 2021

Ohne Moos nix los

© Aleksei Kochev/Shutterstock

Begrünte Dächer sind wahre Multitalente. Sie verbessern die Luftqualität, puffern Starkregen ab, wirken als Dämmschicht, mindern Lärm und bieten Insekten Rückzugsräume. Wer auf seinem Dach eine Grünfläche oder sogar einen Garten anlegt, trägt dazu bei, die Folgen des Klimawandels ein wenig abzumildern. Experten unterscheiden zwischen extensiv und intensiv begrünten Dächern. Doch was kennzeichnet die beiden Varianten und was sollten Verbraucher beim Planen bedenken?

Die eine blickt aus dem ersten Stock auf ihr mit Gräsern und Moosen bepflanztes Garagendach. Ein anderer sitzt in seinem Dachgarten und betrachtet den Rasen, die Sträucher und die Blumen um ihn herum. Ob Grünzone oder benutzbarer Garten, ob auf einer Garage, einem Einzelhaus oder einer Industriehalle: Nach Angaben des Bundesverbandes GebäudeGrün (BuGG) in Berlin gibt es in Deutschland circa 80 bis 120 Millionen Quadratmeter begrünte Dachflächen. „Allein 2019 sind etwa 7,2 Millionen Quadratmeter Dachfläche neu begrünt worden“, sagt BuGG-Präsident Gunter Mann. Es bestehe aber noch ein Riesenpotenzial, da nur etwa 10 Prozent der jährlich entstehenden Flachdächer begrünt werden. Professionell bepflanzt würden Dächer in Deutschland seit den siebziger Jahren, erzählt Mann. Aber das Prinzip ist weit älter. „Es gab schon vor circa 100 Jahren begrünte Teerdächer in Berlin oder die im Mittelalter als Brandschutz bepflanzten Ställe und Burgen.“

Alleskönner für Klima- und Artenschutz Eine Dachbegrünung hat viele Vorteile: Sie puffert Starkregen ab. Außerdem speichert sie laut Mann je nach Begrünungsart 30 bis 99 Prozent des jährlichen Niederschlags. Zugleich mindere sie die Spitzenabflüsse um bis zu 100 Prozent, so der Diplom-Biologe, was vor Überflutung schütze und die Kanalisation entlaste. Da die Pflanzen auf dem Dach das aufgenommene Regenwasser verdunsten, befeuchten und kühlen sie die Luft. Damit verbessert das begrünte Dach das Umgebungsklima. „Im Winter dämmt es und im Sommer wirkt es als Hitzeschild“, erklärt Mann. Zudem filtert die Dachbegrünung Schadstoffe sowie Feinstaub aus der Luft, mindert Elektrosmog und Lärm, bindet Kohlendioxid und schützt vor Wind- und Witterungseinflüssen wie Sturm, Hagel und UV-Strahlung.

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Christina Anastassiou
Christina Anastassiou arbeitet seit 2003 als freie Journalistin mit einem Schwerpunkt auf Finanz- und Wirtschaftsthemen. Die Diplombiologin mit dem Zusatzfach Betriebswirtschaftslehre schreibt über Geldanlagen, Finanzierung und mittelständische Unternehmen. Außerdem interessiert sie sich sehr für Gesundheit, Medizin und andere Verbraucherthemen.