15. Februar 2019

Teure Kreditkarten – Annahme verweigern

Immer wieder berichten uns Verbraucher in der Verbraucherzentrale, dass sie eine Kreditkarte oder einen Kredit im Internet bestellt haben, ohne zu wissen, dass sie dafür zahlen sollen.

Wer von seiner Bank oder Sparkasse keinen Kredit erhält, versucht oft über das Internet an Geld zu kommen. Mit Werbebotschaften wie „100 % Zuteilung auch bei negativer Schufa, Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen“ werden vor allem einkommensschwache Menschen angesprochen. Im Anschluss an eine Bestellung erhalten die Betroffenen eine kostenpflichtige Nachnahmesendung, für die sie mitunter bis zu 100 Euro zahlen sollen. Den Kunden ist meist nicht klar, dass sie eine kostenpflichtige Kreditkarte bestellt haben. Die Zahlungsaufforderungen werden mit „aufgezeichneten telefonischen Kreditkartenbestellungen“ begründet. Generell gilt: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie jemand wegen einer Kreditkarte oder Finanzgeschäften unaufgefordert anruft.

Unternehmen wie GlobalPayments BV und VeriPay B.V. haben sich auf den Vertrieb von Krediten und Kreditkarten spezialisiert. Neben den Kreditangeboten auf mastercredit.de und sorglosduo.de sind übrigens auch die Kreditkarten von firstgold.de und firstgold.eu mit Vorsicht zu genießen. Mit teuren Nachnahmesendungen ziehen sie Verbraucher über den Tisch, schicken Mahnungen und drohen mit Inkasso. Die Firma GlobalPayments BV aus den Niederlanden bietet zum Beispiel auf den beiden Internetseiten mastercredit.de und sorglosduo.de ein Kombipaket aus einer MasterCard Gold und einem Sofortkredit in Höhe von bis zu 6499 Euro ohne Schufa-Auskunft an.

Kreditkarte und Kredit? Das klingt für viele Menschen verlockend, doch statt eines Kredits erhalten Verbraucher häufig teure Prepaid-Kreditkarten. Nach Bestellung des Sofortkredites und der Mastercard Gold erreicht die Betroffenen bei sorglosduo.de und mastercredit.de zunächst eine kostenpflichtige Postsendung per Nachnahme. Dafür sollen sie 49,90 Euro Ausgabegebühr für die Kreditkarte und zusätzlich 10 Euro für deren Versand beim Postboten bezahlen. Später wird noch eine Jahresgebühr für das „gute Stück“ fällig. Dabei handelt es sich nicht einmal um eine „richtige“ Kreditkarte, sonderlich nur um eine Prepaid-Karte, auf die erst Geld geladen werden muss. Vom Kredit fehlt jede Spur. Ein Blick ins Kleingedruckte zeigt: Die Kreditanfrage wird nur an ein Kreditinstitut zur Prüfung weitergegeben. Die Erfolgsaussichten auf einen Kredit sind völlig unklar.

Klar ist hingegen, dass GlobalPayments Geld sehen will. Zahlreiche Verbraucher meldeten uns, dass die Firma sie wiederholt zur Zahlung aufgefordert habe, obwohl sie weder eine Kreditkarte geschweige denn einen Kredit bekommen hätten. Deshalb rate ich Verbrauchern: Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Angeboten wie von GlobalPayments BV und VeriPay B.V. genau durch. Nur so können Sie in erfahren, welche Leistung Sie tatsächlich erhalten. Haben Sie bereits eine Kreditkarte bestellt, verweigern Sie die Annahme der teuren Sendung und widersprechen Sie Ihrem Vertrag per Einwurf-Einschreiben.  

Annabel Oelmann - Verbraucherzentrale Bremen - verbraucherblickDr. Annabel Oelmann ist seit April 2016 Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Zuvor leitete sie sieben Jahre lang u.a. die Gruppe Finanzen und Versicherungen der VZ Nordrhein-Westfalen. Ihre Themenschwerpunkte sind Geldanlage, Kredite, Versicherungen und Altersvorsorge.         Mehr lesen Sie in verbraucherblick 02/2019.

 

 

 

 

Bestellung Einzelheft
E-Paper: 02/2019 kaufen: 5 €
Print: 02/2019 kaufen: 9 €

Bestellung Abo
E-Paper: 12 Ausgaben für je 4,17 €
Print+E-Paper: 12 Ausgaben für je 5,88 €

buhl-Kunde mit laufendem Vertrag?
[rabattiert] E-Paper: 12 Ausgaben für je 1 €

Cover der aktuellen Ausgabe von Verbraucherblick

Mehr wissen,
besser entscheiden

verbraucherblick ist ein digitales Magazin für alle, die mehr wissen wollen. Lesen Sie monatlich detaillierte und unabhängige Berichte über für Sie relevante Verbraucherthemen.