10. Dezember 2015

Tipps für den Fahrradkauf

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© NadyaEugene/Shutterstock.com

Das windschnittige Rennrad für rasantes Fahren, das Mountainbike für unwegsames Gelände oder doch lieber das Trekkingrad für weite Touren – für jeden Anlass gibt es das passende Fahrrad. Bevor man sich eines kauft, sollte man sich daher über die eigenen Bedürfnisse klar werden. Erst danach kann man nach einem passenden Händler und einem Modell suchen, bei dem Preis und Leistung stimmen.

Das Fahrrad muss zu seinem Besitzer passen: Je nach Strecke, Zweck und Kondition kommt ein anderes Modell in Frage. Wer viele Jahre Freude an dem Neukauf haben will, muss sich vorher Gedanken machen, wo und wie er das Fahrrad nutzen will. Ein erster Marktüberblick über verschiedene Modelle findet sich im Internet, beispielsweise bei der Stiftung Warentest.  So vielfältig die Modelle sind, so groß ist auch die Zahl der Händler: Fahrräder bekommt man beispielsweise in Fachgeschäften, Baumärkten, Discountern, Online-Shops, auf Flohmärkten oder von privat. Welcher Verkäufer der richtige ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Hilfe man bei der Suche braucht.

Von Fachhandel bis Discounter

Eine kompetente Beratung gibt es vor allem im Fachhandel. Hier kann man verschiedene Modelle ausprobieren. Ein guter Händler kann Fragen beantworten, klopft die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten des Käufers ab, zeigt verschiedene Modelle und empfiehlt ein zu den Wünschen passendes Fahrrad. Idealerweise profitiert man auch noch nach dem Kauf vom Service des Ladens. In kleineren Läden gibt es auch einen festen Ansprechpartner. Das hat natürlich auch seinen Preis. Manchmal sind Vorjahresmodelle übrigens wesentlich günstiger. So kann der Käufer trotz Schnäppchen von den Zusatzleistungen des Ladens profitieren.

Fahrrad-Großmärkte locken mit Schnäppchen und einer vielfältigen Auswahl. Häufig findet man diese Händler außerhalb der Stadt in den Gewerbegebieten. Käufer sollten überlegen, wie gut erreichbar der Händler für sie ist und ob es sich lohnt, für kleinere Reparaturen den Weg auf sich zu nehmen.

verbrauchertipp: Beim Fachgeschäft und im Großmarkt gibt es manchmal Rabatt auf Zubehör, wenn man alles auf einmal kauft. Am besten fragt man den Verkäufer, wenn man sich entschieden hat, ob es Preisnachlässe gibt und in welcher Größenordnung sie liegen.


Welches Zubehör sollte nicht fehlen?

  • Helm und Warnwesten dienen der eigenen Sicherheit und können Leben retten.
  • Damit man nicht auf halber Strecke liegen bleibt, braucht man eine Grundausstattung an Werkzeug. Dazu gehören: Flickzeug wie Schlauchpflaster, Schmirgelpapier, Schlauchheber, sowie Schraubenschlüssel, ein Inbusschlüssel-Satz, ein Tuch und Öl. Wer länger unterwegs ist, sollte noch einen Ersatzschlauch, gegebenenfalls Bremsklötze und einen Mini-Kettennieter mitnehmen.
  • Luftpumpe nicht vergessen. Hier gibt es mittlerweile sehr kleine Modelle, die leistungsstark sind, aber problemlos in Rucksack oder Packtasche passen.

Ein gutes Schloss schützt vor Dieben. Damit man an seinem Fahrrad noch lange Freude hat, sollte man ein hochwertiges Schloss benutzen und den Rahmen stets an eine Laterne oder einen Zaun anketten.


Beim Kauf im Baumarkt oder Discounter kann man in der Regel nicht mit Extra-Leistungen oder einem Beratungsservice rechnen. Meist gibt es dort auch nur Standardmodelle und durchschnittliche Qualität. Bei Sonderangeboten lohnt ein kritischer Blick: Welche Teile sind hochwertig? Es nützt nichts, wenn beispielsweise nur die Schaltung von einem Markenhersteller ist und die anderen Einzelteile wie etwa Schrauben von minderer Qualität sind.

Online-Shops und Internet-Händler

Wer etwas Erfahrung mitbringt, erhält im Internet viele Modelle wesentlich günstiger als im Fachhandel. Gerade Mountainbikes werden oft online verkauft. Die Auswahl ist meist sehr groß, da Händler die Fahrräder schnell von Zwischenhändlern bestellen können. Auch hier sollte man auf Qualität setzen. Wichtig: Man muss das Modell kennen, denn Beratung gibt es wenig. Auch wenn die telefonische Auskunft bei der Bestellung in der Regel gut ist. Doch nur wenn man genau weiß, was man braucht, wie man die eigenen Körpermaße bestimmt und wenn man bereits mehrere Fahrräder ausprobiert und verglichen hat, sollte man blind und ohne Probefahrt im Netz sein Rad bestellen. Am besten lässt man sich das Fahrrad bereits zusammengeschraubt liefern. Auch wenn die Versandkosten dann etwas höher sind, können keine Fehler beim Montieren passieren, die im schlimmsten Fall die Sicherheit gefährden.

Natürlich gilt auch bei einem Online-Shop, genauso wie im Handel oder im Laden, ein Rückgaberecht. Doch Achtung: Wenn das Fahrrad in Ordnung ist und einem einfach das Modell nicht gefällt, kann der Internet-Händler einem auch einen Gutschein oder eine Verrechnung anbieten. Bei intakter Ware ist eine Auszahlung des bereits geleisteten Kaufbetrages nicht selbstverständlich. Hier kommt es auf die Kulanz des Händlers an.

Eine Frage des Geldbeutels: Gebraucht oder neu?

Wer hohe Ansprüche hat, aber einen kleinen Geldbeutel, sollte nach einem gebrauchten Fahrrad suchen. Mögliche Anbieter findet man auf Flohmärkten, bei Fahrradstationen, beispielsweise hier, im Internet beispielsweise bei ebay-Kleinanzeigen oder manchmal auch bei Auktionen. Wer mit einer Privatperson verhandelt, hat ohne Vertrag keine Garantie und kein Rückgaberecht. Bevor man hier kauft, sollte man sich rechtlich absichern.


Sicher ist sicher – Vertrag für das gebrauchte Modell

Wer ein Fahrrad gebraucht oder von einer Privatperson kauft, sollte einen schriftlichen Vertrag abschließen, um auf der sicheren Seite zu sein. Darin sollte das Fahrrad genau beschrieben werden. Der Allgemeine Deutsche Farradclub (ADFC) bietet hierfür Musterverträge, die beide Vertragspartner unterschreiben müssen.

Bevor man das Fahrrad kauft, sollte man sich am besten auch den alten Kaufvertrag zeigen lassen, in dem die Rahmennummer und Modellbeschreibung vermerkt sind. So schließt man aus, dass es ein geklautes Rad ist und man Probleme bekommt.


Ein gebrauchtes Rad lohnt sich auch, wenn es einem nicht so wichtig ist, das neuste Modell zu besitzen. Je älter das Fahrrad ist, umso günstiger ist es. Nach zwei Jahren zahlt man oft nur noch die Hälfte des ursprünglichen Preises. Doch Vorsicht: Bevor Schnäppchenjäger zugreifen, sollten sie eine ausführliche Probefahrt machen und das Fahrrad genauestens unter die Lupe nehmen. Nur so können Käufer mögliche Schäden entdecken. Wenn das Modell eindeutig Risse, Beulen oder größere Verschleiß-Spuren hat, besteht die Gefahr, dass es schneller kaputtgeht und sogar die Fahrtauglichkeit gefährdet ist. Denn auch Unfallschäden sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Drängt der Verkäufer zu einer schnellen Entscheidung, sollten Interessenten vorsichtig sein. Im Zweifelsfall sollte man sich dann besser nach einem anderen Angebot umsehen. Denn die Sicherheit beim Fahren geht immer vor!

Weitere Infos, Tests und Beratung

Fachmagazine und Portale im Internet können einen ersten Überblick über die neusten Modelle geben. Teilweise werden die Bikes dort auch getestet und bewertet und die Autoren geben Tipps für passendes Zubehör, neuste Entwicklungen und schöne Touren:

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