16. März 2021

Verloren, gefunden

© Andrei Korzhyts/Shutterstock

Die meisten haben schon mal etwas verloren. Und jeder ist mit Sicherheit heilfroh, wenn ein ehrlicher Finder Kontakt aufnimmt, um das Portemonnaie, den ausgebüchsten Hund oder das Smartphone zurückzugeben. Doch wie verhalte ich mich als Finder am besten? Wo gebe ich das Fundstück ab, damit der Eigentümer die größten Chancen hat, es wiederzubekommen? Umgekehrt: Was für Möglichkeiten gibt es für diejenigen, die auf der Suche nach ihrem Lieblingsstück sind? Und was gilt es zu beachten, wenn es doch nicht einfach verloren, sondern gestohlen wurde?

Wie mit gefundenen Sachen umzugehen ist, regelt grundsätzlich das Fundrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Im Gesetz wird zwischen Besitzer und Eigentümer unterschieden. Dem Eigentümer gehört der Gegenstand aus rechtlicher Sicht, auch wenn er ihn gerade nicht in der Hand hält oder wie bei einer Wohnung bewohnt. Der Besitzer ist derjenige, der den Gegenstand tatsächlich hat. Wenn ein Gegenstand verloren und wiedergefunden wird, handelt es sich bei Eigentümer und Besitzer also unter Umständen um zwei unterschiedliche Personen. 

Gesetzliche Verpflichtungen

Der grundlegenden Gesetzesregelung folgen im BGB spezifische Beschreibungen, was Finderlohn und Verpflichtungen des Finders betrifft. Dazu gehört beispielsweise, wie bald und wo der Finder den gefundenen Gegenstand anzeigen muss. In den Paragrafen 965 bis 984 BGB steht, dass der Besitzer den Eigentümer oder die zuständige Behörde bei einem Fund im Wert von über zehn Euro unverzüglich informieren muss. Der Finder darf die Anzeige seines Fundes nicht lange vor sich herschieben, sonst macht er sich der Unterschlagung schuldig. Unverzüglich bedeutet nicht, dass er alles stehen und liegen lassen muss. Aber die Anzeige sollte schnellstmöglich erledigt werden, je nachdem wie die Umstände es zulassen. Für die Unterschlagung eines Fundstücks droht ansonsten eine Geldbuße, in besonders schwerem Fall kann sogar eine Haftstrafe folgen.

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Anouk Henkhaus
Anouk Henkhaus ist Sozialarbeiterin, an sozialen Themen und daran interessiert, was Menschen bewegt. Sie reist gern durch verschiedene Länder der Welt. Ihre Erlebnisse und Tipps lesen Sie in der Rubrik unterwegs.