Versteuerungsart Dienstwagen innerjährlich ändern

  • Hallo Zusammen,
    es steht kurzfristig die Nutzung eines Dienstwagens ab kommender Woche an. Aktuell ist die erste Tätigkeitsstätte knapp 150km entfernt, wird jedoch kaum aufgesucht. Dementsprechend wäre die Einzelbewertung mit 0,002% heranzuziehen. Allerdings wird vertraglich die erste Tätigkeitsstätte zum 01.07. auf den Ort korrigiert, an dem sie dann auch tatsächlich liegt. Dementsprechend wäre ab dann die 0,03% Versteuerung anzuwenden. Die Fragen:

    -Die Versteuerungsart kann ja immer nur für ein gesamtes Jahr festgesetzt werden. Gibt es hier eine Ausnahme, wenn die erste Tätigkeitsstätte sich innerhalb dieses Jahres ändert?

    -Wie ist in der Versteuerung mit dem Mai umzugehen, in dem der Dienstwagen erst zum Ende zur Verfügung steht. Der Arbeitgeber versteuert erstmal den gesamten Monat, kann die Differenz für die ungenutzten Tage (erste Maihälfte) in der Steuererklärung zurückgeholt werden? Wenn ja, bezieht sich das auf beide Teile (Kilometeranteil sowie fixer 1% Anteil am Listenpreis)?


    Gruß

    LDNG

  • Danke für den Link - ich werde allerdings noch nicht ganz schlau daraus. Der Punkt, der ggf. in die Richtung geht, ist aus meiner Sicht der folgende:


    1. Im Lohnsteuerabzugsverfahren ist der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers zur Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte verpflichtet, wenn sich aus der arbeitsvertraglichen oder einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage nichts anderes ergibt. Allerdings sind dann die Angaben des Arbeitnehmers zu den tatsächlichen Fahrten zusätzliche Voraussetzung (vgl. Buchstabe a).

      Der Arbeitgeber muss die Anwendung der 0,03 %-Regelung oder der Einzelbewertung für jedes Kalenderjahr einheitlich für alle dem Arbeitnehmer überlassenen betrieblichen Kraftfahrzeuge festlegen. Die Methode darf während des Kalenderjahres nicht gewechselt werden.
    2. Im Rahmen seiner Einkommensteuerveranlagung ist der Arbeitnehmer nicht an die im Lohnsteuerabzugsverfahren angewandte 0,03 %-Regelung gebunden und kann einheitlich für alle ihm überlassenen betrieblichen Kraftfahrzeuge für das gesamte Kalenderjahr zur Einzelbewertung wechseln. Hierzu muss der Arbeitnehmer fahrzeugbezogen darlegen, an welchen Tagen (mit Datumsangabe) er das betriebliche Kraftfahrzeug tatsächlich für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt hat. Zudem hat er durch geeignete Belege glaubhaft zu machen, dass und in welcher Höhe der Arbeitgeber den Zuschlag mit 0,03 Prozent des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ermittelt und versteuert hat (z. B. Gehaltsabrechnung, die die Besteuerung des Zuschlags erkennen lässt; Bescheinigung des Arbeitgebers).


    Daraus ergibt sich aus meiner Sicht aber noch keine Antwort auf den Sonderfall den ich oben geschildert habe (Wechsel der ersten Tätigkeitsstätte). Konkret bin ich vor dem Wechsel ja weit weniger als 15 Tage am Standort und kann somit die Einzelbewertung anwenden. Das ist nach dem Wechsel der ersten Tätigkeitsstätte ja garnicht mehr möglich, weil ich regelmäßiger an dieser arbeite. Wenn nun kein Wechsel der Bewertungsmethode möglich ist würde das ja bedeuten, dass ich für die Monate Mai und Juni die volle Summe (150km Fahrtweg) versteuern muss, obwohl ich diese Strecke nahezu nie gefahren bin. Ist das wirklich korrekt?



    Gruß

  • Es steht aber darin, dass bei Wechsel des Fahrzeugs geändert werden darf. Und wenn der Wechsel der ersten Tätigkeitsstätte nicht explizit genannt wird, sehe ich im Umkehrschluss keine Möglichkeit. Du musst also rechnen, was günstiger ist für dich über das Jahr gesehen und den Rest dann mit der ESt-Erklärung bereinigen.

  • Und wenn der Wechsel der ersten Tätigkeitsstätte nicht explizit genannt wird, sehe ich im Umkehrschluss keine Möglichkeit.

    So ist es.


    Daraus ergibt sich aus meiner Sicht aber noch keine Antwort auf den Sonderfall den ich oben geschildert habe (Wechsel der ersten Tätigkeitsstätte).

    Natürlich tut es das, denn es ändert sich nicht die Berechnungsmethode, sondern nur die Bemessungsgrundlage (Entfernung).