Nachhilfe bei "Schülerhilfe" und Übungsleiterpauschale?

  • Liebe Forumsteilnehmer,


    vielleicht kann mir jemand folgenden Sachverhalt erklären:


    Bei der Versteuerung meiner nebenberuflichen Einkünfte der "Schülerhilfe" wurde mir seit 2007 vom FA die sog. Übungsleiterpauschale anerkannt, mit der Begründung einer Art Gleichstellung (Lehrtätigkeit, Kollegiumszusammmensetzung, und Umsatzsteuerbefreiung des Instituts). Bis dahin hatte ich immer eine EÜR durchgeführt.


    Jetzt wurde mir im Steuerbescheid 2015 mitgeteilt, dass es sich bei der "Schülerhilfe" nicht um eine Körperschaft öffentlichen Rechts handelt (was faktisch natürlich richtig ist), und deswegen der Freibetrag nach §3 EStG nicht angewendet werden kann.


    Meine Fragen:
    1. Kann das Finanzamt einfach so die Anerkennung ändern, obwohl es den Freibetrag seit 2007 anerkannt hat? Ein sog. Gewohnheitsrecht wird es ja wahrscheinlich nicht geben.


    2. Macht es Sinn, hier mit dem Sachgebietsleiter des FA zu sprechen oder weitere Schritte einzuleiten?


    Vielen Dank für den ein oder anderen kompetenten Kommentar!!!


    Jörg

  • Jetzt wurde mir im Steuerbescheid 2015 mitgeteilt, dass es sich bei der "Schülerhilfe" nicht um eine Körperschaft öffentlichen Rechts handelt (was faktisch natürlich richtig ist), und deswegen der Freibetrag nach §3 EStG nicht angewendet werden kann.

    Was ja auch richtig ist.


    1. Kann das Finanzamt einfach so die Anerkennung ändern, obwohl es den Freibetrag seit 2007 anerkannt hat?

    ja


    Ein sog. Gewohnheitsrecht wird es ja wahrscheinlich nicht geben.

    Eben, nennt sich "Abschnittsbesteuerung" und wurde auch hier im Forum schon oft erwähnt.


    2. Macht es Sinn, hier mit dem Sachgebietsleiter des FA zu sprechen oder weitere Schritte einzuleiten?

    M.E. nein. Es wird geltendes Recht zutreffend angewendet.

  • Vielen Dank für die rasche Antwort!!!


    Hätte tatsächlich der Interesse wegen nochmal eine Verständnisfrage:


    §3 Nr 26 EStG soll doch eigentlich eine Tätigkeit steuerbegünstigen, die "gemeinnützig", also dem Gemeinwohl dient, erbracht wird. Hinsichtlich vieler BFH-Urteile dreht sich die Argumentation ja genau darum ob dieses erfüllt ist. Mir fehlt das Verständnis dafür, worin der "gemeinnützige" Unterschied zwischen o.g. Lehrtätigkeit (übrigens durchgeführt von einem Gymnasiallehrer) und z.B. einem Fotokurs an der VHS besteht, außer dem Auftraggeber. Zumal die Kurse an der VHS besser bezahlt sind.


    Musst nicht antworten, wenn das die Grenzen dieses Forums sprengt, hätte mich nur wirklich interessiert.


    Grüße Jörg