Wirtschaftliche Auswertung liefert falschen Kontostand

  • Letztes Jahr habe ich auf die HV 2020-Version gewechselt und dabei die Daten ab 2018 übernommen. Als ich neulich mit Hilfe der wirtschaftlichen Auswertungen -> Kontostände versucht habe, fehlende Buchungen zu finden, musste ich feststellen, dass der Kontostand ab dem 01.01.2018 bereits falsch angezeigt wird. Ich habe dann vermutet, dass die Anfangsbestände falsch gebucht wurden, aber alles richtig. Der Grund für den falschen Saldo war, dass das Programm zwei Buchungen aus 2017 erhalten bzw. mit übernommen hat, und zwar alleine deswegen, weil sie sich auf einen Gültigkeitszeitraum 2018 beziehen. Wir zahlen unsere Versicherung jährlich im Voraus.

    Mit anderen Worten: Egal, zu welchem Zeitpunkt ich mir den Kontostand ausgebe, wird er falsch angezeigt. Nachdem ich die Buchungen gelöscht habe, war das Problem behoben, aber natürlich der Programmfehler nicht.

    Daher habe ich ein Ticket aufgemacht und das Problem beschrieben. Buhl hat mir dazu geschrieben, dass das Programm so geschrieben ist und sich das Problem nicht lösen lässt. Na gut, habe ich mir überlegt: Das Ticket war noch nicht in der Entwicklung. Ich habe also zurückgeschrieben, dass es sich um ein Missverständnis handeln muss, denn ein falscher Kontostand kann ja nicht sein! Ich habe schließlich nur Daten übernommen; schlimmstenfalls hätte mich das Programm bereits bei der Datenübernahme darauf hinweisen oder die Buchungen schlichtweg weglassen sollen. Eine erneute Antwort war jedoch ebenfalls negativ. Lässt man die Buchungen weg, dann ist eine Nebenkostenabrechnung für 2018 fehlerhaft. Da ich aber das Jahr nicht mehr abrechne, ist das kein Problem.


    Mich würde mal interessieren, wie andere das einschätzen und wie die jüngsten Erfahrungen mit dem Support sind.

  • Ich sag besser nix dazu, wie die fachliche Kompetenz der Entwickler bzgl. Fehlererkenntnis, Behebung und Weiterentwicklung des HV ist.


    Ist das eine WEG oder Mietverwaltung, die Du hier ansprichst ?

    Zahlungen, die in 2017 erfolgt sind und als Gültigkeitszeitraum 2018 eingetragen haben, werden für die WEG in der 2017er Abrechnung geführt.


    Siehe http://www.hausverwaltung-used…0Leistungsprinzip-13.html


    Der Wiso HV druckt ja auf jede Hausgeldabrechnung auch :

    "Die Gesamtkosten in der Abrechnung ergeben sich aus den folgenden Positionen. Für jede Kostenposition ist das Wertstellungsdatum angegeben, denn bei der WEG-Abrechnung ist der Zahlungszeitpunkt entscheidend. Wenn der Zahlungszeitpunkt innerhalb des Abrechnungszeitraumes (ARZ) 01.01.2019 - 31.12.2019 liegt, werden die Kosten vollständig diesem Abrechnungszeitraum zugewiesen."


    Insofern ist die "Mitnahme" der 2017er Ausgabe in den 2018er Anfangssaldo fachlich falsch.

    Was ich nicht ganz verstehe - wie verbuchst Du denn die Versicherungsprämien für das Jahr 2018 ?? Die sind ja in 2017 bezahlt worden...und somit für die

    2018er Abrechnung nicht mehr relevant...?

  • Es handelt sich um beides: WEG- und Mietverwaltung. Es sind nur zwei Wohnungen vermietet, aber da die Versicherung im Voraus (im Dezember!) gezahlt wird, werden diese Kosten erst bei der Abrechnung des Folgejahres für die Mieter fällig. Was die Anwendung des Abflussprinzips für die Eigentümer angeht, sind das alles Selbstverständlichkeiten. Das sind alles Grundlagen und nicht meine Frage: Es kann halt vorkommen, dass der Gültigkeitszeitraum das Folgejahr überdeckt.

    Wie geht die Software damit um?

  • Das sind alles Grundlagen und nicht meine Frage: Es kann halt vorkommen, dass der Gültigkeitszeitraum das Folgejahr überdeckt.

    Wie geht die Software damit um?

    Entschuldige, ich wollte Dir nicht zu nahe treten.....


    Das der HV diese Zahlung nach dem Abflussprinzip verbucht, hast Du ja erkannt. Somit ist das nach meiner Meinung auch richtig umgesetzt.

    Der Gültigkeitszeitraum ist in der WEG Abrechnung irrelevant.

  • Zitat

    Der Gültigkeitszeitraum ist in der WEG Abrechnung irrelevant

    Du rennst offene Türen ein ;). Das war ja auch nicht die Frage. Ich habe geschrieben, dass ich auch Mietverwaltung mache. Der Grund, warum der Hausverwalter zwei Buchungen aus einem Vorjahr zusätzlich übernimmt, ist ja daher zumindest nachvollziehbar. Tatsächlich wird deswegen auf dem Konto (in der wirtschaftlichen Auswertung) ein falscher Stand angezeigt. Wenn das aus Sicht von Buhl wirklich nicht anders geht (was ich anders sehe, weil mir wenigstens drei Lösungen einfallen, das zu beheben oder wenigstens abzumildern), dann bedeutet das wohl auch, dass der Bug schon seit langem im Programm schlummert. Vielleicht hat ihn außer mir noch jemand entdeckt? Der Lösungsvorschlag von Buhl war ja, jedes Mal alle Buchungen zu übernehmen. Dann wird die DB irgendwann so groß, dass das Programm für eine Abrechnung zehn Minuten braucht...

  • Das Problem habe ich für Bankkonten durch Buchungen "Art der Buchung" "Anfangsbestand" gelöst. Leider wird mit diesen Buchungen kein Bestand zu dem angegebenen Buchungsdatum erzwungen, sondern nur eine Zu- oder Abbuchung, so dass man ein wenig rechnen (oder testen) muss.

    Damit das übersichtlich bleibt, verwende ich zum 30.12. des Vorjahres (30.12.2018) eine Buchung "Rücksetzen des Kontos xxx auf 0", deren Betrag genau die verbliebenen Buchungen des Vorjahres rückgängig macht, und wenn dann die Auswertung den Anfangsstand 0 ausweist, ergänze ich zum 31.12. des Vorjahres (31.12.2018) eine Buchung "Anfangsbestand Jahr 2019 des Kontos xxx" mit dem richtigen Wert.

    Die entsprechenden Buchungskonten werden so nicht zurückgesetzt, was für mich kein Problem ist, da ich die entsprechenden Auswertungen nicht verwende (Liste der Kontostände zum Zeitpunkt xxx).

    Die EÜR-Varianten liefern mir dann das, was ich brauche (wobei die erweiterte Variante "Hausabrechnung" fast alles ausweist, was mir wichtig ist:), leider nur nicht explizit den Überschuss:(. Die kurze Variante weist den Überschuss aus, aber nicht die Anfangskontostände:(.

  • Danke für den Tipp! Klar geht das, ist ein Workaround, bei dem man den ursprünglichen Fehler mit eine anderen Fehler mit umgekehrten Vorzeichen bekämpft. :wacko: Wenn das Problem nicht durch Löschung der Buchungen ebenso behoben gewesen wäre, wäre das wohl auch mein Ansatz gewesen. Ich hoffe aber, dass Buhl da nachbessert und diese Situation nicht erst entstehen lässt. Was mich fassungslos macht, ist die Beharrlichkeit, mit der Buhl behauptet, es handle sich nicht um einen Fehler. Wenn jemand solche Antworten gibt, aber nie gezielte Fragen stellt, die darauf schließen lassen, dass er dich dafür interessiert, liegt für mich nahe, dass man schlichtweg überfordert ist (was viele Gründe haben kann).

  • Ich würde dir gerne helfen, aber kann ich leider nicht, da meine Kontostände per 1.1. und 31.12. stimmen (Kontrolliert von 1.1.2017 bis heute). Auch in "meiner" WEG mit MV werden Versicherungsprämien für Versicherungszeiträume gezahlt, die nicht dem WJ entsprechen.

    Vl. liegt bei dir ein Bedienungs- /Eingabefehler vor ? Hast du den Kontostand vom 1.1.2018 mit dem Kontostand 31.12.2017 aus deiner HV-Buchhaltung und den wirtschaftlichen Auswertungen abgeglichen ?


    Prüfe mal bitte, ob es eine Abweichung zwischen Buchungsdatum und Wertstellungsdatum bei der Zahlung der Versicherungsbeträge gibt. Das könnte die Ursache sein.

  • Zitat

    Prüfe mal bitte, ob es eine Abweichung zwischen Buchungsdatum und Wertstellungsdatum bei der Zahlung der Versicherungsbeträge gibt. Das könnte die Ursache sein.

    Hm, das könnte ich mal ausprobieren. Dafür müsste ich nur die DB wieder importieren, die ich an Buhl geschickt habe. Allerdings hättten die ja dann den Fehler sehen und mir rückmelden können. Außerdem kommt so ein Schiefstand in der Regel nur dann vor, wenn man Bankgebühren hat, bei denen die Wertstellung zurückliegt. Ansonsten und ohne Not ändere ich nie etwas am Wertstellungsdatum. Und wenn es um eine Abweichung von 2 Tagen geht, dann könnte man damit den Effekt nicht erklären.

    Nein, es war eben so, dass zwei Buchungen aus 2017 stehengeblieben sind. Hätte der Hausverwalter konsequent nur ab 2018 übernommen, dann wäre der Kontostand richtig, man könnte aber 2018 nicht mehr korrekt abrechnen (was für mich das kleinere Problem ist, weil ich das ja auch nciht mehr brauche). So nun werden die Buchungen einfach mit aufaddiert:


    Beispiel:


    15.11.2017 Gebäudeversicherung 2300 EUR

    17.11.2017 Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung 130 EUR

    01.01.2018 Anfangsbestand Konto 100001: 5478 EUR


    Nun sehe ich ab dem 01.01.2018 in der wirtschaftlichen Auswertung einen Kontostand, der 2430 EUR zu niedrig ist. Warum das so ist, ist ebenfalls klar: Vorher gab es zwei Ausgänge, und die wurden aufaddiert.


    Da hilft alles Philosophieren nichts: Vor der Datenübernahme war's korrekt, danach zeigt mir die Auswertung einen falschen Kontostand an.

  • Ich zitiere mal die Antwort vom Support:

    "vielen Dank für Ihr Schreiben.

    Gerne helfen wir Ihnen bei Ihren Fragen. Ihr Anliegen ist klar und verständlich, jedoch wie bereits mehrfach erläutert derzeit nicht anders darstellbar. Gerne haben wir Ihr Anliegen erneut an die Entwicklungsabteilung weitergeleitet. Zu einer späteren Umsetzung kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.

    Für weitere Fragen, Anregungen und Hinweise stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung."


    Mich ärgert diese Antwort sehr! :cursing:


    Und ich bin fast sicher, dass früher der Support deutlich kompetenter war. Was ist da passiert?


    Buhl hat damit ausgedrückt, dass sie das Problem verstehen, also nachvollziehen konnten, es momentan aber nicht korrigierbar ist. Es geht immerhin um einen falschen Saldo! :grumble:
    Man bekommt es also nicht hin, dass der Benutzer wenigstens informiert wird. Ich weiß nicht; die Lösung habe ich ja selber gefunden; es geht doch nur darum, dass man dem Benutzer die Suche nach dem Problem erspart.

  • Hallo zusammen,


    auch ich habe bei meiner WEG-Verwaltung eine Mietverwaltung zu berücksichtigen und auch Gebäudeversicherungen, die von Mitte März 2017/2018 und dann wieder von 2018/2019 etc. pp. laufen. Der Gesamtbetrag, der sich jährlich erhöht, wird zu einem Zeitpunkt z.B. 01.04. abgebucht. Abflussprinzip für die Eigentümer, Umlage für die Mieter entsprechend der Mietzeit.


    Die Verwaltung mit dem Hausverwalter läuft seit 2017 und bei jeder neuen Version lasse ich die Daten übernehmen. Meine Kontostände stimmen jedoch auch heute noch.


    In einem anderen Beitrag hatten wir es doch schon von der Kontrolle von Kontoständen und dem direkten Ausmerzen von Fehlern. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, dass man nach jeder "Buchungssession" sich die Kontostände anguckt. Wenn dann etwas falsch ist, ist der Rahmen überschaubar.

  • ... Ich kann es jedem nur ans Herz legen, dass man nach jeder "Buchungssession" sich die Kontostände anguckt. Wenn dann etwas falsch ist, ist der Rahmen überschaubar.

    stimme voll überein. Leider ist mein Problem spontan nach der Datenübernahme aufgetreten, und zwar nur deswegen, weil ich die Option habe, nur die letzten x Jahre zu übernehmen. Vielleicht ist das nicht deutlich geworden, aber ich übernehme immer nur die letzten 2 Jahre (Abrechnungsjahr + Vorjahr). Und genau dort ist doch das Problem verursacht: Der Benutzer sagt, dass er nur die Buchungen ab 2018 übernehmen möchte, das Programm lässt jedoch zwei Buchungen aus 2017 stehen. Dann muss es aber auch dafür sorgen, dass der Kontostand richtig ist. Findest Du die Erwartung überzogen?

  • Zitat

    Dann müsstest du ja auch davon ausgehen, dass es nächstes Jahr wieder so ist, weil die Gebäudeversicherung dann wieder ansteht :wacko:

    So ist es! Wobei ich die Schwäche jetzt ja kenne und die beiden Sätze dann von Hand löschen kann. Meine Güte, es geht doch nur darum, dass das Programm sich konsistent verhält!