Ist eine "fiktive" Steuerberechnung für in Zukunft liegende Jahre mit dem Programm möglich?

  • Ich frage mich, ob man mit dem WISO-Steuersparbuch irgendwie die Berechnung für zukünftige Jahre machen kann, so dass man zumindest eine Schätzung hat? Konkret, wenn man zB 2024 in Rente geht, dabei verschiedene Einnahmequellen haben wird, die man abschätzen kann: gestz. Rente + Betriebsrente + Riester + ausl. Renten + Kapitalerträge + Lebensversicherungen etc. etc. Oft muss man Jahre voraus Entscheidungen treffen, wie, wieviel und was man sich wann auszahlen lässt, Einmalzahlung oder in Raten etc. Um das vernünftig zu beurteilen müsste man sich das jeweils durchrechnen, zB für das Jahr 2024, 2025 etc. Nun könnte man das einfach für 2019 oder 2020 machen, mit den zu erwartenden Einkünften. Problem bei zB bei Rente ist, dass der Besteuerungsanteil ja vom Rentanbeginn abhängt, man kann ja schlecht 2024 eingeben für eine 2019 Berechnung. Und händisch den protzentualen Anteil eingeben geht wohl nicht, oder? Die verfügbaren Onlinerechner sind da sehr einfach gestrickt, wenn man Glück hat kann man gerade mal die gestetz. Rente und Betriebsrente eingeben, aber das war es schon. Ich habe zumindest keinen vernünftigen, umfangreichen gefunden, ein Programm wie WISO wäre schön, aber kann man Berechnungen für die Zukunft durchführen, gibt es einen Trick?

    In dem Zusammenhang fehlt auch ein Tool um auch die Beiträge zur Krankenversicherung/Pflege vernünftig zu berechnen, unter Berücksichtigung der gesetz. Rente, Betriebsrenten, ausländischen Renten und was da noch berücksichtigt werden muss.

  • Du kannst Dir aber zumindest für das nächste Jahr ... also 2021 ... mit der Prognose eine Vorschau erstellen ...


    Mehr ist nicht möglich ...


    Gruß Kuddel

    WISO Steuer - Sparbücher, Windows 10, Office 2017
    " Zahle willig, zahle froh ... zahlen must Du sowieso ! "


    :lol:

  • Naja, wer sich nicht dafür interessiert, was in ein paar Jahren für ihn/sie steuerlich in Rente rumkommt, dem ist wahrlich nur mit einer Glaskugel und USB Stick geholfen. Vermutlich alles Leute die sich um Rentenlücken nicht kümmern, und auf gut Glück hoffen. Tatsächlich wünsche ich jedem unter 40 viel Glück, vom Herzen, was gestz. Rente betrifft, "die ist sicher".


    Natürlich ändern sich Gesetze, das kann niemand ausser mit Glaskugel voraussehen. Darum geht as aber nicht, es auf Heller und Pfennig genau zu wissen, grob ist schon gut, denn teilweise sind die Unterschiede gewaltig. Man kann aber vom Status Quo ausgehen und dann sind Szenarien sinnvoll. Macht eben Unterschied, ob von der Rente 73% oder 84% zu besteuern sind. Das wirkt sich eben nicht nur auf die gesetz. deutsche Rente aus, sondern eben auch andere Einkünfte, zb, ausl. Rente, Betriebsrenten (inl./ausl.), somit auch auf Gesamteinkomen und durchschnittlichen Steuersatz , was wiederum Folgen auf anrechenbare ausländische Steuer hat, falls zutrefend. Da wäre es schon sinnvoll, wenn man im Programm irgendwo den direkten prozentuallen Steueresatz, zB 85% eingeben könnte, anstatt nur das Jahr des Rentenbeginns. Es gibt auch Leute, man höre und staune, die wählen können, ob Sie ab 2023 oder erst ab 2027 Rente bzw. Leistungen beziehen wollen. Für die ist es relevant, nicht nur irgendwelche Bruttoprognosen wie von DRV zusehen, sondern was unter dem Strich übrig bleibt. Für jemanden der nur eine gesetzliche Rente erwartet und vieleicht noch einen Riester, für den mag das unintressant sein.


    Interessanterweise können Steuerberater eine solche Rechnung durchaus durchführen, also muss es prinzipiell möglich sein. Klar kann man damit auch zum Steuerberater gehen und dann das 10-20 fache für die Rechnung bezahlen. Kann man auch für die gewöhnliche Steuererklärung, dann brauchen wir auch kein WISO Programm. Wenn es nicht anders geht, dann macht man es halt so. Problem ist zur Zeit nicht nur die rechnung, die haben alle Hände voll zu tun, nicht zuletzt wegen Covid-19. Also wäre es schön, wenn man es selber könnte.


    Ob das für mich sinnvoll ist, kann ich selber beurteilen, wissen will ich ob das prinzipiell geht. Sowie ich der 1 und 3 sinnvollen Antwort entnehme ist das nicht möglich. Man muss wohl mit dem "jetzt" rechnen, und aufgrund der veränderten Steuersätze so gut geht nach oben oder unten korrigieren. Vermutlich zu komplex um es in einem Est-Programm zu ermöglichen.


    Danke.

  • Ob das für mich sinnvoll ist, kann ich selber beurteilen, wissen will ich ob das prinzipiell geht. Sowie ich der 1 und 3 sinnvollen Antwort entnehme ist das nicht möglich.

    Mit ein wenig mathematischem Geschick, einigen Kenntnissen im Steuerrecht nebst regelmäßigem Blick in das EStG, einem Programm wie dem Sparbuch und Excel als Nebenrechnung ist das sicherlich überschlägig möglich.


    Vermutlich zu komplex um es in einem Est-Programm zu ermöglichen.

    Das wohl nicht. Allerdings nicht für einen Preis von weniger als 20€, für den das Sparbuch auf den einschlägigen Angebotsseiten zu bekommen ist. Abgesehen davon ist das Programm dafür schlicht und einfach nicht gedacht. Es ist in jeder Programmversion jeweils auf einen bestimmten Veranlagungszeitraum ausgerichtet und lässt dann noch eine Vorerfassung und Prognose für den nächsten Veranlagungszeitraum zu. Und das ist ein Umfang, den das Programm im Preis-/Leistungsverhältnis wirklich erstklassig bewerkstelligt.


    Interessanterweise können Steuerberater eine solche Rechnung durchaus durchführen, also muss es prinzipiell möglich sein.

    Du hast Kenntnis davon, was die Programm der Steuerberater so im Jahr kosten? Es verbietet sich also ein Vergleich mit einer Software im Preisniveau des Sparbuchs.


    Klar kann man damit auch zum Steuerberater gehen und dann das 10-20 fache für die Rechnung bezahlen. Kann man auch für die gewöhnliche Steuererklärung, dann brauchen wir auch kein WISO Programm.

    Und die haben neben den exorbitanten Kosten der Software auch noch Ihre Angestellten und ggf. Mieten zu bezahlen. Ihre eigene Arbeitszeit kostet selbstverständlich auch. Dann kostet es Dich natürlich alles brutto, also inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer. Daneben müssen die dann den verbleibenden Rest auch noch der Ertragsteuer unterwerfen. Deine Zeit am PC ist dagegen kostenlos und das Programm hast Du schon für die Erklärung des Vorjahres.

  • Mit ein wenig mathematischem Geschick, einigen Kenntnissen im Steuerrecht nebst regelmäßigem Blick in das EStG, einem Programm wie dem Sparbuch und Excel als Nebenrechnung ist das sicherlich überschlägig möglich.

    Ja, das denke ich auch. Ich habe mich halt gefragt, ob es einfachere Möglichkeiten im Programm gibt, die mir nicht bekannt wären und die Sache einfacher gestalten würde. Somit danke für die Klarstellung. Auch habe ich keineswegs eine Erwartungshaltung, dass das Programm das können müsste. Im Gegenteil, ich bin erstaunt und finde toll, was das Programm so alles kann, es ist sehr hilfreich. Über die oben erwähnte Umwege komme ich aber hoffentlich schon mit der Zeit halbwegs hin.


    Und die haben neben den exorbitanten Kosten der Software auch noch Ihre Angestellten und ggf. Mieten zu bezahlen. Ihre eigene Arbeitszeit kostet selbstverständlich auch. Dann kostet es Dich natürlich alles brutto, also inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer. Daneben müssen die dann den verbleibenden Rest auch noch der Ertragsteuer unterwerfen. Deine Zeit am PC ist dagegen kostenlos und das Programm hast Du schon für die Erklärung des Vorjahres.

    Die Kosten sind auch nicht das eigentliche Hautproblem, Dienstleistung muss bezahlt werden, keine Frage. Für mich persönlich stellt sich eher das Problem, dass aufgrund meines doch recht komplexen beruflichen Werdeganges, in meiner Wohngegend, tatsächlich entweder die Sachkundigen fehlen, oder total ausgelastet sind oder man auf große, international tätige Steuerbüros zurückgreifen müsste, die aber auch nicht vor Ort sind. Das tut hier zwar nichts zur Sache ist aber hauptsächlich der Grund, warum ich erstmal versuche mir selbst zu helfen, aus Mangel an vorhandener Hilfestellung.


    Meine Frage ist beantwortet, dass es eben keine "einfache" Möglichkeit gibt, sehr wohl aber unter Zuhilfenahme des Progamms und den oben genannten Weg einschlagend.


    Nochmals Danke.

  • Über die oben erwähnte Umwege komme ich aber hoffentlich schon mit der Zeit halbwegs hin.

    Das unterstelle ich bei Dir in der Tat. Differenzen aus unterschiedlichen Besteuerungsanteilen bei Renten lassen sich ja im Programm selber schon mit fiktiven anderen Einkunftsarten "ausgleichen". Man muss halt nur auf dieselbe steuerliche Behandlung/Auswirkung im Einzelfall achten.


    Und dann eben mit verschiedenen Dateien arbeiten oder dem praktischen Planspielmodus ("Was wäre wenn?").

  • Yeap. So ähnlich wollte ich vorgehen. Wenn man den zukünftigen Prozentsatz für Rentebesteuerung weiss, was ja hinlänglich öffentlch ist, kann man sich den Besteuerungsanteil ausrechnen. Dann korrigiert man eben fiktiv die Summen im Programm nach oben/unten, bis die korrekte Bemesungssumme rauskommt. Entsprechend kann man mit Ausländischen vorgehen und somit auch für eventuell anrechenbare ausländische Steuer eine Berechnung generieren. So verfährt man mit anderen erwarteten fiktiven Einküften. So müsste man die Steuerlast grob schätzen können für das jeweilige Planspiel. Wird nicht auf Anhieb genau sein, weil zB Progression zu Ungenauigkeiten führen wird, aber der Effekt kann entweder klein sein oder groß, man kann ihn aber abschätzen. Das macht man jeweils für jeden Fall der einen interessiert als eigene Datei und vergleicht. Wenn die Unterschiede mehrere Tausend (!) Euro sind und man keinen Bock geschossen hat, wird das wohl relevant sein, wenn auch nicht auf Heller und Pfennig. Wenn es nur ein paar Euro ausmacht, ist der Vergleich dann vermutlich nicht so relevant. Natürlich, wenn die Gesetzeslage sich massiv ändert, kann das alles hinfällig werden. Das gilt aber für jede zukünftige Berechnung/Plannung, den auch kein Steuerberater und auch kein Politiker weiß, ob im Jahr 2025 es zu einer relevanten Änderung kommt.


    Auch wen das Programm dafür nicht gedacht ist, wie oben geschrieben, finde ich dass es eine interessante Möglichkeit bietet, sich so seine zukünftigen Steuerplanspiele zu errechnen/schätzen.

  • Sollte funktionieren, denn soviel wird am Tarif auch nicht geschraubt. Und mit Datenübernahme in die jeweils nächstjährige Programmversion kannst Du die Berechnungen ja aktualisieren. Damit läufst Du den Anpassungen bei den Grundfreibeträgen oder in der Progression ja auch ein bisschen hinterher und milderst das ab.

  • Naja, wer sich nicht dafür interessiert, was in ein paar Jahren für ihn/sie steuerlich in Rente rumkommt, dem ist wahrlich nur mit einer Glaskugel und USB Stick geholfen. Vermutlich alles Leute die sich um Rentenlücken nicht kümmern, und auf gut Glück hoffen. Tatsächlich wünsche ich jedem unter 40 viel Glück, vom Herzen, was gestz. Rente betrifft, "die ist sicher".

    Na ein bissl Spass verstehste doch wohl oder nicht.... Um seine Rente sorgt sich doch jeder, Rentenlücken kann man nur schliessen wenn man was zum investieren hat und da folge ich dem Prinzip viel hilft viel... Das Prinzip ich rechne es mal aus obs reicht, überzeugt mich leider nicht so im Ergebnis