Beiträge von Alice09

    Da seit 2010 die Vorsorgepauschale gilt, zieht es das Programm nicht ab. Was falsch ist. Erklärung Vorsorgepauschale: Seit 2010 werden die SV Beiträge gleich von dem Einkommen abgezogen, deshalb zahlt auch fast jeder Bürger monatlich weniger Steuern 2010.


    Ja. Bei der Berechnung des Lohnsteuer-Abzugs wird eine Vorsorge-Pauschale in Höhe des gesetzlichen KV-Beitrags berücksichtigt.


    Bei der Ek-Steuer-Erklärung wird der tatsächliche KV-Beitrag (Basisbeitrag) berücksichtigt, der -entweder lt. Lohnsteuerbescheinigung bei Pflichtversicherung oder Bescheinigung der KV bei privat/freiwillig Versicherten (oder "korrekt" ausgefüllter Lohnsteuerbescheinigung bei freiwillig versicherten .... ;) ) - nachzuweisen ist.

    Ich habe aber keine zufriedenstellende Erklärung für den Punkt, der mich irritiert gefunden.
    Und zwar steht unter Punkt 25 "Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung". Nach den AG- und AN-Beiträgen zur privaten Krankenversicherung werden also angeblich nicht gefragt. ?(


    Ob privat oder freiwillig gesetzlich versichert macht auch nochmal einen Unterschied. Außerdem wird bei privat Versicherten nochmal zwischen "Selbstzahler" und "Firmenzahler" unterschieden.
    Solltest du als Selbstzahler privat versichert sein, könnten die Angaben in der Bescheinigung richtig sein.... Der AG bescheinigt den Zuschuss, den er dir gezahlt hat; die Höhe deiner privaten Beiträge wird durch dich bzw. deine Krankenversicherung ans FA übermittelt.

    Ja aber von über 200 € Erstattung nun auf gut 7 € Nachzahlung zu fallen kann doch nicht sein, oder?

    Vergleich mal deine gezahlten Lohnsteuerbeträge der letzten beiden Jahren. Evtl. hast du in 2010 (z.B. aufgrund der Berücksichtigung der Vorsorgepauschale) in Relation weniger Lohnsteuer einbehalten bekommen....?!
    Ansonsten prüfen, ob du evtl. zusätzlich noch weitere Sonderausgaben (private Versicherungen: BU/Haftpflicht/Unfall oder so...) als Vorsorgeaufwendungen geltend machen kannst...

    und da das FA davon ausgeht, dass niemand seine KK-Bescheinigung beim AG vorgelegt, geht es vom ungünstigsten Fall aus.


    WAS?


    Wieso sollte ein gesetzlich versicherter AN seinem AG eine KK-Bescheinigung vorlegen?
    Der Beitrag steht fest! D. h. die Vorsorgepauschale ist das MINIMUM, welches auch bei der Veranlagung Berücksichtigung findet.

    Genau das habe ich in meinem Beitrag, siehe #8, schon beantwortet.

    Sorry, aber du hast das gleiche "Standard-Wischi-Waschi" verlinkt, welches auch die Finanzbehörden (zumindest in meinem Fall) und OFDs vorführen. Unter schlüssiger Erkärung verstehe ich jedenfalls konkret was anderes, und gehe aufgrund meiner bisher gemachten Beobachtungen davon aus, dass dieser Sachverhalt in den allermeisten Fällen gar nicht zutreffend ist. Aber gerne ein konkretes Beispiel, vielleicht hab ich mich ja nicht verständlich genug ausgedrückt: :S


    Ehegatten, Zusammenveranlagung, beide angestellt, gesetzlich krankenversichert,Steuerklasse III / V:


    "Dies liegt insbesondere daran, dass in diesen Fällen beim Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber eine Vorsorgepauschale von 4.900 Euro (3.000 Euro in Steuerklasse III + 1.900 Euro in Steuerklasse V) berücksichtigt wird."


    Schaut man sich den entsprechenden Gesetzestext dazu an, erfährt man, dass beim Lohnsteuerabzug grundsätzlich der tatsächliche gesetzliche Beitrag zur KV Berücksichtigung findet, höchstens jedoch die genannten 4.900 Euro.


    "Bei der Vorauszahlungsberechnung - wie auch bei der späteren Einkommensteuerberechnung – wird aber keine Vorsorgepauschale steuermindernd mehr angesetzt. Dafür werden nun die tatsächlichen Beiträge berücksichtigt."


    Im aufgeführten Beispiel dürfte es somit nicht zur Festsetzung von Vorauszahlungen kommen. Welche absoluten Ausnahmefälle sollte das also betreffen?
    Ich kann nur sagen, dass es in unserem Fall nicht zutrifft und wenn ich lese, dass jemand plötzlich 2.300 Euro im Jahr vorauszahlen soll, obwohl keine Nachzahlung im Rahmen der Veranlagung stattfindet, beide Ehegatten berufstätig, ist es wohl mehr als eine starke Vermutung, dass hier kein Bürgerentlastungsgesetz KV ursächlich ist...

    Genau deswegen wurde Lohnsteuerklasse IV mit Fakorverfahren entwickelt und man kann dazu wechseln.

    Man kann! richtig. Auch hier hat der Gesetzgeber, meines Erachtens ganz bewusst, dem Bürger die Wahl gelassen.
    Aus welchem Grund sollte jedoch jemand, der noch nie nachzahlen musste (acker), oder jemand, dessen einmalige Nachzahlung auch auf einmalige besondere Umstände zurück zu führen ist, das tun?


    Es geht mir unter anderem darum, die Unveständnis der Steuerzahler, die sich auch hier verstärkt zu Wort melden, zu verdeutlichen und anzuerkennen. Deren Argumente sind durchaus nachvollziehbar und ich finde es sehr schade, wenn diese dann eher als unbedeutend abgetan werden. Ob und was der Einzelne gegen seinen Vorauszahlungsbescheid unternimmt, ist in der Tat seine eigene Entscheidung. Aber ich finde, man sollte als Steuerzahler schon schlüssig nachvollziehen dürfen, warum wann und in welcher Höhe Steuerzahlungen verlangt werden.

    Guten morgen!


    Das Thema der „Vorauszahlungen auf Entgelt aus unselbständiger Tätigkeit“ finde ich zur Zeit äußerst brisant und von sehr grundlegender Bedeutung, weshalb ich mich als Betroffene hier ebenfalls zu Wort melden möchte.


    Ich kann acker und viele andere sehr gut verstehen. Auch ich zahle seit 25 Jahren brav meine Steuern und wir (Ehepaar) haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Vorauszahlungsbescheid des FA erhalten.


    Man ist gradezu dabei - auch noch im Namen des „Bürgerentlastungsgesetzes“ - den „einfachen“ Steuerzahler, der ohnehin durch seine tägliche Arbeit den Geldfluss in den Staatshaushalt in erheblichem Umfang zeitnah sicherstellt, für dumm zu verkaufen. Wenn ich dann (nicht nur hier!) auch noch Sätze lese wie „das muss man nicht verstehen, nur akzeptieren“... „ist halt so“....“gesetzliche Änderung“... dann hab ich dafür wirklich NULL Verständnis und halte das für eine Manipulation am Bürger.


    Die Steuererhebung von Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit ist im Gesetz von jeher durch den monatlichen Lohnsteuerabzug als unmittelbare Quellensteuer und die entsprechenden Regelungen zur Veranlagung abschließend geregelt. Die vierteljährlichen Vorauszahlungen haben dort zunächst mal gar nix verloren, solange kein zusätzliches Einkommen zu veranlagen ist. Wenn die Finanzämter dann noch nicht mal in der Lage sind, ihre Entscheidung schlüssig zu begründen, dann hat der Steuerzahler das trotzdem mal einfach so hinzunehmen? Sorry, aber das sehe ich anders.


    Deshalb möchte ich meine Erfahrung/Wissensstand hier ein wenig weitergeben und alle Betroffenen dazu ermutigen, sich zu wehren und nachzuhaken, sofern die Forderungen (wie in dem hier geschilderten Fall auch) nicht nachvollziehbar sind.


    Die Praxis der Festsetzung von Vorauszahlungen bei ausschließlich Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit basiert in erster Linie auf einem Urteil des BFH aus dem Jahre 2004, welches diese Vorgehensweise in einem Einzelfall für rechtmäßig hielt. Ich halte es allerdings für fatal, wenn die Behörden nun hergehen und die Entscheidung des Judikativen quasi zur grundsätzlichen Regelung („Legislativen“) umqualifizieren. Die Finanzämter scheinen seit 2010 davon regelmäßig Gebrauch zu machen, was entspr. Mitteilungen der OFDs (z.B. Magdeburg und Koblenz) zeigen. Dass hier das Bürgerentlastungsgesetz als ursächlich genannt wird, ist meines Erachtens eher „Augenwischerei“.


    Wenn alle Betroffenen dies ohne Einspruch akzeptieren, etabliert sich bald eine „Erhebungs-Praxis“, die fernab jeglicher Vernunft nur noch dazu da ist, möglichst früh möglichst viel Geld in den Staatshaushalt zu sammeln, ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Belange des Steuerzahlers, der aber immerhin gut genug ist, die finanziellen Mittel zu erwirtschaften und ansonsten den Mxxd zu halten...


    Nach unserem Einspruch gegen den Vorauszahlungsbescheid erhielten wir bereits zwei Schreiben des FA, im zweiten wurde der Urteilstext des oben verlinkten Urteils in Teilen 1 zu 1 abgeschrieben! In unserem 3. Schreiben haben wir nun ausdrücklich die Erteilung eines rechtsmittelfähigen Bescheides eingefordert.... ich bin gespannt, wie das FA letztendlich begründen wird. Ob man in einer gerichtlichen Auseinandersetzung Erfolg haben wird, ist sicherlich eine andere Frage, aber alles widerspruchslos zu akzeptieren, nur weil es von oben diktiert wird, kann nicht immer der richtige Weg sein...


    Ich fände es daher hilfreich und interessant, wenn sich weitere Betroffene an dieser Diskussion beteiligen und ihre Meinungen / Erfahrungen hier mitteilen (und die Moderatoren das akzeptieren würden, vielleicht sogar Verständnis zeigen....?! ;) ).


    Noch ganz kurz:
    Ich habe bisher immer "gerne" meine Steuern gezahlt und bin sehr dankbar für meine Arbeitsstelle, zumal ich meinen Beruf auch sehr gerne ausübe. Ich sehe mich daher nicht als ständigen Nörgler und unzufriedenen Menschen, der über alles und jedes Gesetz etc. was zu meckern hat. Allerdings ist immer irgendwo eine Grenze erreicht... und dort sollte der Staat aufpassen, dass man die Menschen nicht gänzlich mürbe macht.


    Gruß, Alice09

    Liebes Forum!


    Als selbst Betroffene lese ich mit Interesse diesen Thread.
    Hier scheint sich ein Problem heraus zu kristallisieren, das wahrscheinlich viele AN/AG betreffen wird?!
    Zur weiteren Info möchte ich gerne zunächst mal das Schreiben des BMF vom 13.09.2010 verlinken. Interessant ab Randnummer 93 (Seite 32):

    Für Arbeitnehmer, bei denen der Arbeitgeber den Gesamtbeitrag des Arbeitnehmers zur Kranken- und Pflegeversicherung an die GKV abführt (Firmenzahler), hat der Arbeitgeber in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung der Finanzverwaltung den abgeführten Beitrag und den geleisteten steuerfreien Arbeitgeberzuschuss (§ 3 Nummer 62 EStG) mitzuteilen.Nach meinem Verständnis müsste also in diesem Fall unter Ziffer 25 und 26 jeweils der volle Beitrag zur KV/PV bescheinigt werden und unter Ziffer 24 der darin enthaltene Arbeitgeberzuschuss.


    Das gilt allerdings nur für "Firmenzahler", also wenn die Beiträge direkt vom Entgelt abgeführt und an die GKV überwiesen werden!


    Bei Selbstzahlern und Privat Versicherten ist vom Arbeitgeber lediglich der AG-Zuschuss unter Ziffer 24 zu bescheinigen.

    Es scheint jedoch tatsächlich so zu sein, wie hier auch bereits berichtet, dass die meisten Arbeitgeber unter Ziffer 25 und 26 lediglich den Arbeitnehmeranteil (also Gesamtbetrag abzüglich AG-Zuschuss) bescheinigen, was eine falsche Berechnung der Basisversicherung zur Folge hat.


    Da das ELSTER-Formular für die Steuererklärung 2010 wohl noch nicht freigeschaltet ist, wird man abwarten müssen, wie die Angaben dort verarbeitet werden... schaut aber so aus, als müssten die Arbeitgeber bzw. deren "Software-Dienstleister" (läuft heute eh alles automatisch über Lohnprogramme) nachbessern.... :S Man sollte das auf jeden Fall im Auge behalten.


    Danke für die bisherigen Infos und "Erfahrungs-Berichte".


    Gruß, Alice.