Beiträge von Wolfsblvt

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort!


    Du kannst nicht immer nur dir genehme Fundstellen heraussuchen und rechtlich würdigen.

    Genau deswegen habe ich mich ja jetzt in dieses Forum begeben und nachgefragt, da ich nach dem Telefonat mit dem Finanzamt die Vermutung hatte, dass ich vielleicht etwas übersehen haben könnte.
    Oft genug ist es ja leider schwierig. Ich habe ausführlich recherchiert, nach bestem Wissen und Gewissen.
    Es ist sehr gut, wenn ich hier die Hilfe bekomme, und Richtungen oder Punkte aufgezeigt bekomme, an die ich alleine so vielleicht gar nicht gedacht habe.



    Ohne jetzt die weiteren Anmerkungen einzeln zu zitieren, gehe ich mal gesammelt auf den restlichen Teil drauf ein.
    Ich hatte auch schon gelesen, dass eine private Veranlassung des Umzugs eine Rolle spielen kann. Allerdings dachte ich, wie du ja auch geschrieben hast, dass eine Verkürzung des Arbeitsweges um über eine Stunde ein vorrangiger Grund ist, und die beruflichen Gründe somit etwaige zusätzliche private Gründe überlagern.


    Kurz zusammengefasst war der Grund für den Umzug so: Ich wollte aus meiner alten Wohnung heraus, und habe dann aufgrund des Berufes eine Wohnung in der Nähe meiner Arbeitsstelle ausgewählt, um mir meinen Arbeitsweg und meinen Job erheblich zu erleichtern.
    Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass er Umzug mir auch private Vorteile gebracht hat. Die große Frage für mich ist hier, ob diese privaten Vorteile die beruflichen Gründe überlagern. (Letztlich hat man doch auch meistens eine Verbesserung der privaten Situation, wenn man beruflich umzieht, oder?)


    Ich kriege tatsächlich ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr vom Arbeitgeber über meine Gehaltsabrechnung bezahlt. Das war damals eine Bedingung beim Aushandeln der Vertrages. Dementsprechend habe ich natürlich auch das Ticket und die entsprechenden Kosten in der Steuererklärung immer mit angegeben.

    Es war eine zusätzliche Zeile auf sämtlichen Gehaltsabrechnungen für sonstige Leistungen, die ich beziehe.

    Auch beim Arbeitsweg habe ich explizit die öffentlichen Verkehrsmittel angegeben.


    Wie kann ich denn nachweisen, dass ich das entsprechende Fahrtmittel benutzt habe? Ein Monatsticket enthält ja keine Informationen darüber, ob ich tatsächlich mit der Bahn gefahren bin.

    Die Dauer der Strecke kann ich aber recht einfach über Angaben des örtlichen Verkehrsverbundes zur Dauer der Busfahrt sowie mit Durchschnittsangaben zur Laufzeit von und zur Haltestelle per Routenplaner nachweisen.


    Mir fehlt hier allerdings noch der Start, wie genau ich den Nachweis insgesamt ansetzen kann, beziehungsweise ja die Frage, ob ich das jetzt im Schreiben vorab kläre, oder erst anschließend als Einspruch auf den Steuerbescheid.

    Ende letzen Jahres bin ich umgezogen.
    Ich habe mir eine Eigentumswohnung gekauft und meine alte Mietwohnung gekündigt. Umgezogen bin ich innerhalb derselben Stadt.


    In meiner alten Wohnung bin ich mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Der Bus fuhr 20 Minuten, ich lief 15 Minuten zur Bushaltestelle und dann nochmal etwa 10 Minuten zum Büro. Das heißt eine Gesamtzeit des Arbeitsweges von 45 Minuten. Zusätzlich regelmäßige Verspätungen der Busse.

    Mein neuer Arbeitsweg sind etwa 10-12 Minuten zu Fuß, der Bus fällt weg.
    Das heißt der Arbeitsweg verkürzt sich von etwa 1:30 auf unter 25 Minuten. Somit liegt eine Zeitersparnis von über einer Stunde vor.


    Soweit ich verstanden habe, bezieht sich die Zeitersparnis auf tatsächlich gesparte Zeit, nicht auf theoretische Berechnungen.
    Da ich kein Auto besitze und das Auto für meinen Weg zur Arbeitsstelle nicht benutze, ist die Strecke in Kilometern irrelevant.

    Mein Beruf erfordert meine Anwesenheit im Büro an fast jedem Tag. Homeoffice gibt es nur sporadisch, Einsätze beim Kunden vor Ort nur wenige Male im Jahr. Der überwiegende Teil meiner Arbeit wird im Büro durchgeführt.


    Ich benutze das WISO Steuersparbuch zum erfassen meiner Steuer, und beziehe vieles von meinem Wissen auf die dort gegebenen Empfehlungen und Texte.
    Ich zitiere mal die für mich relevanten Stellen.



    Aufgrund dieser Punkte habe ich meinen Umzug in meiner Steuererklärung als beruflich bedingten Umzug mit angegeben, und alle entsprechenden Sachen dort angefügt.


    Nun habe ich vor knapp einer Woche Post vom Finanzamt bekommen, mit Rückfragen zu zwei anderen Punkten (irrelevant für diesen Fall, hoffe ich), und der Anmerkung, dass der Umzug nicht anerkannt wird.

    Ich zitiere aus dem Schreiben:

    Zitat von Schreiben des Finanzamts

    Nachrichtlich teile ich Ihnen mit, dass die Umzugskosten nicht berücksichtigt werden, da sie nicht beruflich veranlasst waren und die Voraussetzungen nicht greifen.

    Voraussetzung für die Umzugsbedingten Kosten ist die Verkürzung der Zeit für den Weg zur Arbeitsstätte und zurück um täglich insgesamt mindestens eine Stunde; (BFH-Urteile vom 27.07.1995, BStBl 1995 II, 728 und vom 21.02.2006, IX R 79/01).


    Ich habe die Kontaktnummer der Frau vom Finanzamt angerufen, um kurz mit ihr zu klären was hier gemeint ist.
    Grob zusammengefasst waren ihre Worte dass sie "noch nie von einem Umzug innerhalb einer Stadt gehört hätte, der anerkannt worden wäre" und die tatsächliche Fahrzeit hier nicht relevant ist, das die Strecke mit dem Auto ja nicht wirklich viel kürzer wäre. Auf die Anmerkung, dass ich kein Auto besitze und den Weg auch nicht mit einem Auto zurückgelegt habe meinte sie, dass sei hier nicht wichtig.
    Auch dass ich nun zu Fuß gehen kann wäre nicht wichtig.
    Ich habe gefragt was ich liefern muss, damit der Umzug anerkannt wird, und sie meinte ich kann gerne ausführlich darlegen, wieso ich denke dass es so ist, aber sie wird es vermutlich eh an die Rechtsabteilung geben müssen.

    Danach habe ich nochmal ein bisschen weiter recherchiert, und bin auf eine weitere Stelle in der WISO-Hilfe gestoßen:

    Zitat von WISO Hilfe: Umzugskosten

    In Ausnahmefällen kann es auch ausreichen, wenn Sie auf Grund des Umzugs Ihre Arbeitsstätte künftig zu Fuß erreichen können. Dies führt zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen, so dass in diesen Fällen von einer beruflichen Veranlassung der Umzugskosten ausgegangen werden kann, selbst wenn die Zeitersparnis weniger als eine Stunde ausmacht (FG Köln 3 K 3502/13).


    Das heißt das Vermeiden eines öffentlichen Busses sollte doch zusätzlich ein einscheidender Punkt sein, weshalb der Umzug beruflicher Natur ist.



    Jetzt kommen wir zum Grund aus dem ich diesen Thread eröffne.
    Übersehe ich irgendetwas, liege ich falsch? Ich habe versucht so gründlich wie möglich zu recherchieren, aber ich möchte natürlich sichergehen, dass ich hier keinen Fehler mache.


    Sollte ich richtig liegen, wie gehe ich nun am besten vor?

    Ein Schreiben für das Finanzamt machen zur Erklärung, mit mit den Belegen mitsenden, die ich eh nachreichen muss? Oder den Steuerbescheid abwarten und dann Einspruch einlegen?

    Wie setze ich so einen Text am besten auf, gibt es Beispiel-Urteile, die ich zitieren kann?
    Habe bisher da nur das gefunden, was im dritten Zitat in diesem Post hier erwähnt wird.


    Ich bin über jede Hilfe und Erleuchtung dankbar.

    Schon, sofern Du ihn dann nicht wieder an den Kosten in irgendeiner Art beteiligst:

    Hilfe im Haushalt


    Was zählt denn in diesem Fall als Beteiligung?

    Wenn wir in einem gleichberechtigten Mietverhältnis leben und etwa gleich viel Arbeit im Haushalt erledigen, dann dürfte das doch nicht zutreffen?
    Natürlich muss ich weniger Putzen und eben nur jedes zweite Mal den Müll runterbringen, weil er die andere Hälfte übernimmt.
    Aber das sollte ja unter die normale Beteiligung an einem gemeinsamen Haushalt fallen, oder?

    Okay, das ist dann wie ich schon vermutet habe. Ergibt auch irgendwo Sinn.
    Wollte aber lieber noch einmal nachfragen, nicht dass ich irgendetwas übersehe.

    Sozialhilfe ist so eine Sache. Ich habe sehr schlechte Erfahrung mit dem Amt gemacht, er auch. Die haben genug Gründe gesucht keinen Cent zu zahlen. Aber das ist wohl ein anderes Thema.


    Die Kosten für Handwerker, Hauswart, Schornsteinfeger etc kann ich aber in voller Höhe ansetzen, wenn ich die Rechnungen in vollem Umfang alleine bezahle, oder?

    Startest du mit dem LKW immer von der ersten Tätigkeitsstätte und endest dort auch?
    Wenn ja, wirst du keine zusätzlichen Fahrtkosten geltend machen können, nur die normale Pauschale für deinen Weg zur Arbeit.

    Wenn du unter 8 Stunden weg von deiner Arbeitsstätte bist, fällt auch die Verpflegungspauschale weg, soweit ich weiß.


    In dem Fall sehe ich nicht, wie diese Tätigkeit dir zusätzliche steuerliche Vorteile bringen könnte. Also macht es keinen Sinn, diese Reisezeiten anzugeben.

    Ich kenne mich nicht hundertprozentig aus, vielleicht willst du lieber auf eine fundierte Meinung warten.
    Aber wenn dir ein schneller Tipp in die (hoffentlich) richtige Richtung hilft:

    Das klingt für mich eindeutig nach Fahrtätigkeiten durch die Arbeit, was du als Reisekosten für Auswärtstätigkeiten abrechnen kannst.
    Findest du in der Software unter "Ausgaben (Werbungskosten) -> Reisekosten".
    Ob du die Fahrdienste alle einzeln erfasst oder zusammengefasst, sofern du eine ordentliche belegbare Übersicht hast, ist dann eine andere Sache.

    EDIT://
    Du kannst übrigens nicht nur die Fahrtzeiten angeben, sondern für jede einzelne Fahrtätigkeit von über 8 Stunden eine Verpflegungspauschale ansetzen.
    Zahlst du denn die Fahrtkosten selbst?

    Heya.


    Seit ein paar Jahren habe ich einen Mitbewohner, einen Kumpel von mir. Dieser wohnt in meiner Wohnung und ist offiziell im Mietvertrag als gleichberechtigter Mieter eingetragen.
    Da er allerdings nur einen 400-Euro-Aushilfsjob hat, hat er nicht wirklich viel Geld um sein Leben zu finanzieren.
    Ich habe nicht vor so schnell umzuziehen, und freue mich über Gesellschaft und Hilfe im Haushalt, deswegen habe ich kein großes Problem damit die Miete und Nebenkosten in vollem Umfang zu übernehmen. Eigentlich zahle ich alles, was die Wohnung und das Drumherum angeht.


    Nun stellt sich für mich die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt meine zusätzlichen Ausgaben hier als Unterhalt oder auf irgendeine andere Art von der Steuer abzuziehen.

    Ich weiß, dass Unterhalt normalerweise nur an Verwandte oder anderweitig unterhaltspflichtige Personen möglich ist.
    Allerdings habe ich von Sonderregelungen gelesen, die für andere Personen gelten. Flüchtlinge waren da ein großes Beispiel, aber auch die Aussage, dass es möglich ist, sofern die Nicht-Zahlung des Unterhalts unethisch wäre. Mein Mitbewohner würde ohne mich auf der Straße landen.

    Gibt es eine Möglichkeit, übersehe ich etwas?
    Soll ich einfach versuchen das zu beantworten?
    Wenn ja, welche Unterlagen und Nachweise brauche ich dafür?


    Vielen Dank schon mal vorab für jede Hilfe!