Konten 1360 & 1371 für Gehaltszahlungen bzw. Umbuchungen nötig?

  • Hallo!


    Wenn ich von meinem Bankkonto (1200) 1.000 EUR auf meine Kreditkarte (1201) überweise, dann - so habe ich hier irgendwo im Forum gelesen - soll ich das über "Geldtransit" (1360) buchen... was spricht denn gegen 1201 an 1200 ??? Genauso bei Bargeldabhebung mit der Kreditkarte... Geht 1000 an 1201, oder muss ich immer über 1360 buchen?


    Und wenn ich die vorbereitete Buchungsvorlage für Gehaltszahlungen verwenden, dann wird dort mit der Bezeichnung "Lohn und Gehalt (Teil 1: Aufwand Mitarbeiter)" 4120 an 1371 gebucht und mit der Bezeichnung "Lohn und Gehalt (Teil 3: Auszahlung Mitarbeiter)" 1371 an 1200... was spräche denn gegen 4120 an 1200???


    Warum immer der Umweg über 1360 bzw. 1371?


    Vielen Dank für den Input :-)

  • Wenn ich von meinem Bankkonto (1200) 1.000 EUR auf meine Kreditkarte (1201) überweise, dann - so habe ich hier irgendwo im Forum gelesen - soll ich das über "Geldtransit" (1360) buchen... was spricht denn gegen 1201 an 1200 ??? Genauso bei Bargeldabhebung mit der Kreditkarte... Geht 1000 an 1201, oder muss ich immer über 1360 buchen?

    Wenn Du von der Bank auf die Kreditkarte überweist, dann geht das Geld von der Bank ab und ist erstmal "weg", nämlich im Transit. Dort (im Transit) bleibt das Geld so lange, bis es bei der Kreditkarte ankommt. Das kann 1-3 Tage dauern. Deshalb Konto Geldtransit.


    Und wenn ich die vorbereitete Buchungsvorlage für Gehaltszahlungen verwenden, dann wird dort mit der Bezeichnung "Lohn und Gehalt (Teil 1: Aufwand Mitarbeiter)" 4120 an 1371 gebucht und mit der Bezeichnung "Lohn und Gehalt (Teil 3: Auszahlung Mitarbeiter)" 1371 an 1200... was spräche denn gegen 4120 an 1200???

    Bei Gehaltszahlungen ist es ähnlich. Bisweilen unterscheidet sich einfach der Zeitpunkt der Buchung. Deshalb, und für die Übersicht, nutzt man ein Verrechnungskonto, auf dem alles gesammelt wird.

  • Buchhaltung im Unternehmen ist ein Feld, das es beliebig schwierig zu beackern gilt. Grade dann, wenn es an Verrechnungskonten geht, rate ich zu zwei Dingen:


    1. Such Dir jemanden, der sich auskennt, in Deinem räumlichen Umfeld.
    Dabei meine ich jetzt nicht zwingend "Geh zum Steuerberater". Den Rat gebe ich gerne und oft, aber wenn Du selbst (und den Eindruck habe ich bei Dir) verstehen und erkennen willst, was bei einzelnen Buchungen passiert, dann wird's im Selbststudium ohne Anleitung schnell schwierig. Es gibt ein paar abstrakte Vorgänge, die alleine und ohne Führung kaum zu begreifen sind.


    2. Schreibe auf, was passieren soll, wie die Buchungen lauten *müssten*, notiere Dein erwartetes Ergebnis.
    Es hilft nämlich oft, sich programmunabhängig mal nachzudenken, was für ein Sachverhalt gerade dargestellt werden soll, was dabei ganz genau passiert. Und wenn man das mit nem weißen Zettel macht, dann manifestiert sich das irgendwann in einem "erwarteten Ergebnis". Wenn Du glaubst verstanden zu haben, dann tippe Dein Gedankenschmalz in die Software und schaue, was genau passiert.


    Grundsätzlich: es hilft oft ungemein, wenn man sich wirklich erstmal überlegt, was passieren soll und erst dann "zur Tat schreitet". Und wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich einen Testmandanten hernehmen. So wird man in einem "leeren" Testmandanten nicht von sonstigen Buchungen verwirrt und kann tatsächlich ganz einzelne Fälle darstellen und durchexerzieren.

  • Wenn Du von der Bank auf die Kreditkarte überweist, dann geht das Geld von der Bank ab und ist erstmal "weg", nämlich im Transit. Dort (im Transit) bleibt das Geld so lange, bis es bei der Kreditkarte ankommt. Das kann 1-3 Tage dauern. Deshalb Konto Geldtransit.


    Nicht nur. Buche mal die beiden Konten.
    Dann bucht man zuerst auf dem Konto 1200 einen Geldausgang: 1201 an 1200. Dabei wird dann 1201 mehr und 1200 weniger.
    Dann bucht man irgendwann wenn die Abrechnung da ist auf dem 1201 alle Buchungen durch, unter anderem den Geldeingang: 1201 an 1200. Dabei wird dann 1201 mehr und 1200 weniger.
    Wenn man beide Konten manuell bucht und keines einliest, dann kann man durch gute Übersicht die Doppelbuchung vermeiden. Mit Glück klappt es auch.
    Bei dem Geldtransit zwischen Kasse und Bank (zuweilen sogar täglich) ist die Buchung über das Verrechnungskonto zudem auch noch ein Mittel zur Selbstkontrolle: "ist alles, was bei der Kasse rausgegangen ist auch bei der Bank gebucht?"


    Weil man also bei der Buchung in beiden Konto immer je zweimal beide Konten ansprechend würde und somit den gleichen Vorgang zweimal buchen würden, schaltet man dazwischen dann ein Verrechnungskonto, das nach Beendigung von Ein- und Ausgang dann immer 0 sein muss.


    Bei Gehaltszahlungen ist es ähnlich. Bisweilen unterscheidet sich einfach der Zeitpunkt der Buchung. Deshalb, und für die Übersicht, nutzt man ein Verrechnungskonto, auf dem alles gesammelt wird.


    Nicht nur.
    Üblicherweise bestehen die Aufwendungen, die man als Arbeitgeber mit Angestellten hat aus zwei Komponenten:
    1. Lohn
    2. Sozialversicherungsaufwand Arbeitnehmer
    Auf das Konto 4120 gehört der Bruttolohn.
    Auf das Konto 4130 der Sozv. Anteil Arbeitgeber.


    Die Zahlungen, die geleistet werden müssen, gehen an
    1. Arbeitnehmer (Lohn, netto)
    2. Krankenversicherung (Anteil Arbeitgeber und Anteil Arbeitnehmer)
    3. Finanzamt (Lohnsteuer)


    Um die drei Zahlungen richtig auf zwei Aufwandskonten zu verteilen, bucht man über Verrechnungs- und Verbindlichkeitskonten.


    4120 (Bruttolohn) an 1755
    4130 (Sozialversicherung Arbeitgeber) an 1755


    1755 an 1740 (Nettolohn)
    1755 an 1741 (Lohnsteuer)
    1755 an 1742 (Sozialversicherung Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil)


    1755 ist Null, wenn alle 5 Buchungen erfolgt sind, 1740, 1741, 1742 sind Null, wenn alle Zahlungen geleistet wurden.