Phantasie-MwSt. in Schlussrechnung

  • Hallo zusammen,


    es wurde eine Schlussrechnung im Juli erstellt - 16% USt. auf die Gesamtleistung, abzüglich 1. AR aus April mit 19% Ust.. Es müsste die Restforderung mit 16 % Ust. berechnet werden, da die Leistung erst im Juli erfolgte. Nun ist mir aufgefallen, dass der vom Programm errechnete Umsatzsteuer-Betrag lediglich 13,53 % ergibt (siehe Anhang). Entweder habe ich einen Denkfehler und es kann mir vielleicht jemand auf die Sprünge helfen oder das ist ein Programmfehler? Habe das neues Update eingespielt. Vielen Dank vorab für hilfreiche Antworten :).


    Grüße

    Sabine

  • Moin Sabine,

    das Programm rechnet falsch.

    Es berechnet auf den gesamten Nettopreis in Höhe von 12226,72 16% Mwst. (in Höhe von 1956,28€.)

    Die für die Schlussrechnung ausgwiesene Steuer ist die Differenz zwischen den 1956,28€ und den 19% aus der Rechnung vom April 2020.

    Ich denke, das ist eine Sache für den Support.

  • Da ist kein Fehler in der Berechnung, sondern es wird der Unterschied aus dem unterschiedlichen Umsatzsteuersatz ausgewiesen, der mit der Schlussrechnung "erstattet" wird. Deshalb wird bewusst kein Steuersatz angegeben - dieser ist der rechnerische Prozentsatz aus der Restnettozahlung und dem Restmehrwertsteuerbetrag nach Reduzierung.

    Dies wird immer so sein, wenn eine Anzahlung mit 19% erfolgte und die Restzahlung jetzt mit 16%.

    Die besten Grüße aus dem tiefen Süden (wo es fast immer schön ist, auch bei Regen)
    nesciens



    WISO Steuersparbuch seit 1994, Windows 7

  • Moin nesciens,

    danke für Deine Erklärung.

    Das wäre bei einer Anzahlung sicherlich richtig, weil das Leistungsdatum mit Juli 2020 angegeben ist. Was aber, wenn es sich um eine Teillieferung im April gehandelt hat, die dann schon ausgeliefert worden ist?

  • Dann wäre die Rechnung falsch, weil dann nicht auf den gesamten Betrag 16% fällig würden, sondern nur auf den Betrag, der im Zeitraum 1.7. bis 31.12.2020 auch erbracht wird. So, wie hier die Rechnung gestellt wurde, handelt es sich nicht um abrechenbare Teilleistungen, sondern um eine Gesamtleistung, für die eine Anzahlung geleistet wurde.

    Was nun wirklich wie zu berechnen ist, kann ich aus dem Sachverhalt nicht ersehen.

    Die besten Grüße aus dem tiefen Süden (wo es fast immer schön ist, auch bei Regen)
    nesciens



    WISO Steuersparbuch seit 1994, Windows 7

  • Der komplette Auftrag mit seinen Abschlags und Schlussrechnungen muss storniert werden. Die Abschlagsrechnung muss den gleichen Mehrwertsteuersatz wie die Schlussrechnung enthalten auch wenn sie vor dem 1. Juli erstellt wurde.

    Über Rechtsklick Korrekturrechnung erfolgt der Storno.

  • Besten Dank für eure Antworten. Das habe ich von unserem Steuerberater erhalten:

    Ich gebe den Vorgang jetzt zum Steuerberater; ich werde berichten, was er meint. Nochmals vielen Dank für eure Hilfe und beste Grüße

    Sabine

  • So, lt. Steuerberater habt ihr alle Recht:

    Da ist kein Fehler in der Berechnung, sondern es wird der Unterschied aus dem unterschiedlichen Umsatzsteuersatz ausgewiesen, der mit der Schlussrechnung "erstattet" wird. Deshalb wird bewusst kein Steuersatz angegeben - dieser ist der rechnerische Prozentsatz aus der Restnettozahlung und dem Restmehrwertsteuerbetrag nach Reduzierung.

    Dies wird immer so sein, wenn eine Anzahlung mit 19% erfolgte und die Restzahlung jetzt mit 16%.

    Deshalb soll ich - damit die Umsatzsteuer richtig abgeführt werden kann, dem Vorschlag von SAMM folgen:

    Der komplette Auftrag mit seinen Abschlags und Schlussrechnungen muss storniert werden. Die Abschlagsrechnung muss den gleichen Mehrwertsteuersatz wie die Schlussrechnung enthalten auch wenn sie vor dem 1. Juli erstellt wurde.

    Über Rechtsklick Korrekturrechnung erfolgt der Storno.

    Damit wird die USt. von April korrigiert und mit dem neuen USt-Satz 16% im Juli abgeführt.


    Beste Grüße

  • Hallo,


    ich möchte das Thema des threads nochmal aufgreifen, da ich ein ähnliches Problem habe, dass ich aber nicht wie vorgeschlagen lösen kann, da zwei Abschlagsrechnungen schon aus 2019 datieren.


    Folgender Sachverhalt:

    Ich habe in dieser Woche (August 2020) eine Schlussrechnung gestellt, die sich auf den Leistungszeitpunkt der Abnahme am 15.07.2020 bezieht. Für die der Schlussrechnung zugrunde liegenden Gesamtleistung wurden in 2019 zwei und in 2020 eine Abschlagsrechnung jeweils mit 19 % USt. gestellt und gezahlt. Die Schlussrechnung ist nun wegen des Corona-Paketes mit 16 % abzurechnen.


    Die gestellte Schlussrechnung sieht beispielhaft wie folgt aus. Die Beträge sind fiktiv aber das resultierende Problem ist identisch.


    Gesamtbetrag Auftrag (19% USt.) 1.000 €netto 190 € USt. 1190 € brutto


    Gesamtbetrag Schlussrechnung (16% USt.) 1.000 € netto 160 € USt. 1160 € brutto

    abzgl.

    AR 1/2019 (19% USt.) 300 € netto 57 € USt. 357 € brutto

    AR 2/2019 (19% USt.) 400 € netto 76 € USt. 476 € brutto

    AR 3/2020 (19% USt.) 200 € netto 38 € USt. 238 € brutto


    Betrag Schlussrechnung inkl. Korr. USt. 100 € netto -11 € USt. 89 € (brutto)

    Der Kunde zahlt mir also "nur" 89 €.


    Für die Anfang September anstehende UStVA August 2020 stehe ich nun vor dem Problem wie ich die Schlussrechnung in der EÜR buche, da ich den Steuersatz weder in Prozent noch absolut manuell anpassen kann.


    Ich würde mich über einen Tipp freuen, wie ich diesen Sachverhalt in meiner EÜR buchen kann. Besonders komplex machte es für mich die Tatsache, dass der Umsatzsteuerbetrag auch noch negativ ist - ich die USt also nicht als Durchläufer für den Staat einnehme, sondern erstatte ausgebe!?!


    Vielen Dank für eure Hilfe.

    Holger

  • Geleistete Anzahlungsrechnungen vor 1.7. 2020 müssen korrigiert werden zum MWST Satz der Schlußrechnung.

    Abschlags- und Schlussrechnungen ab der Mehrwertsteuersenkung 2020 in WISO MeinBüro 365 erstellen

  • Hallo HHW und DHT2016 und andere,

    hier kommt eine sehr elegante Lösung für Eure Probleme! Anders als in der offiziellen Anleitung muß nicht der Weg über eine Korrekturrechnung gegangen werden. Was DHT2016 unter #7 bezüglich des StB ausführt teilt meine Auffassung.

    Und jetzt kommt es: Anzahlungen in Abschlagsrechnungen zu anderen MWST Sätzen als in der Schlußrechnung können von Mein Büro sehr wohl mwst.-lich korrekt abgearbeitet werden ohne den Weg über eine Korrekturrechnung zu gehen.


    TRICK: zur Erstellung einer Abschlags- oder Schlußrechnung ist der im Moment stehende MWST Satz im Auftrag entscheidend. Wird dieser vorübergehend angepasst, übernimmt die Abschlagsrechnung oder Schlußrechnung diesen MWST Satz.

  • Hallo Sabine,

    Das Programm rechnet korrekt. Die Abschlagszahlung zu 19 % wird automatisch korrigiert mit der Schlußrechnung. Der Gesamtauftrag beläuft sich auf 16 %. Entsprechend wird zuviel gezahlte USt abgezogen Siehe Bild

  • Geleistete Anzahlungsrechnungen vor 1.7. 2020 müssen korrigiert werden zum MWST Satz der Schlußrechnung.

    Abschlags- und Schlussrechnungen ab der Mehrwertsteuersenkung 2020 in WISO MeinBüro 365 erstellen

    Was ist denn das für ein Anleitung?


    "Also auch während der Ausnahmesituation der Mehrwertsteuersenkung müssen Sie die Abschlagsrechnungen mit 19% beziehungsweise mit 7% ausstellen, wenn der Auftrag vor dem 01.07.2020 erstellt und bereits vorausgehende Abschlagsrechnungen dem Kunden zur Verfügung gestellt wurden. Dieses sollte aber in der Regel zu keinem Problem führen, denn die Steuerschuld wird erst mit der Schlussrechnung endgültig fällig sein."


    Natürlich ist das ein Problem. Wohl kein Kunde wird diese Rechnungen annehmen.


    Und wie können aus der Schlussrechnung und der Korrekturrechnung 3 Rechnungen werden?

  • Hallo,

    Hier ist eine Vorlage Schlußrechnung entwickelt worden, die eindeutig die Zusammensetzung der MWST aus den Abschlagsrechnungen und der Schlußrechnung darstellt. Eingefügt wurde unter Rechnungsaufstellung die gelbe Zeile Gesamtauftrag. Dadurch wird die MWST Zusammensetzung selbsterklärend.

    Kann bei mir mit Firmenangabe bestellt werden.

  • Hallo,


    Vielen Dank für die vielen Antworten.

    Hallo,

    Hier ist eine Vorlage Schlußrechnung entwickelt worden, die eindeutig die Zusammensetzung der MWST aus den Abschlagsrechnungen und der Schlußrechnung darstellt. Eingefügt wurde unter Rechnungsaufstellung die gelbe Zeile Gesamtauftrag. Dadurch wird die MWST Zusammensetzung selbsterklärend.

    Sinngemäß habe ich meine Schlussrechung so auch gestellt, sodass aus der Aufstellung klar hervorgeht

    - wie hoch der Nettobetrag ist,

    - wie der negative USt.-Betrag entsteht und

    - dass die Restforderung niedriger ist als der eigentliche Nettobetrag.


    Korrekturechnungen für die Anzahlungsrechnungen kommt für mich eigentlich nicht in Frage, im Besonderen nicht für Rechnungen, die schon in 2019 gestellt wurden und längst in den Jahresabrechungen festgenagelt sind. Die USt wurde zum jeweiligen Zeitpunkt korrekt in den Rechnung gestellt, und korrekt per USt VA an das FA weitergeleitet, da kann ich keinen Fehler und damit Grund für eine Korrektur erkennen. Der resultierende "Rattenschwanz" mit zu korrigierenden Jahresabrechungen (bzw. bei meinem Kunden sogar eine ganze Bilanz) wäre nach meinem Empfinden absolut unverhältnismäßig.


    Das Abrechnungsbeispiel von SAMM folgt auch dem letztan Absatz auf Seite 2 des pdf:

    Schlußrechnung Teilrechnung Anzahlungen wegen MWST Senkung Beitrag 1.pdf


    "Es ist damit zu rechnen, dass es die Finanzverwaltung- wie bei der Erhöhung des Steuersatzes von 16 % auf 19 % zum 1. Januar 2007 -zur Vereinfachung auch für zulässig erachten wird, wenn eine Rechnungskorrektur nicht erfolgt, sondern in der Schlussrechnung für die Gesamtleistung der reduzierte Steuersatz insgesamt ausgewiesen und berechnet wird, sodass die Leistung mit Erstellung der Schlussrechnung umsatzsteuerlich korrekt abgebildet wird."


    Mir ist aufgefallen, dass die Antworten sich leider alle auf das Programm WISO MeinBüro 365 bezogen - das ich jedoch gar nicht benutze. Mir geht es darum, wie ich das im Prgramm WISO Steuersparbuch in die EÜR buchen muss, sodass es in der USt VA korrekt verarbeitet wird. Das hätte ich vielleicht in meinem ersten Post reinschreiben sollen. Entschuldigt bitte vielmals! Kann es sein, dass ich als blutiger Foren-Anfänger eventuell meine Anfrage im falschen Forum eingetragen habe?!?


    Nochmals Vielen Dank für eure Hilfe.

    Holger

  • Korrekturechnungen für die Anzahlungsrechnungen kommt für mich eigentlich nicht in Frage, im Besonderen nicht für Rechnungen, die schon in 2019 gestellt wurden und längst in den Jahresabrechungen festgenagelt sind. Die USt wurde zum jeweiligen Zeitpunkt korrekt in den Rechnung gestellt, und korrekt per USt VA an das FA weitergeleitet, da kann ich keinen Fehler und damit Grund für eine Korrektur erkennen. Der resultierende "Rattenschwanz" mit zu korrigierenden Jahresabrechungen (bzw. bei meinem Kunden sogar eine ganze Bilanz) wäre nach meinem Empfinden absolut unverhältnismäßig.

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Da die Mehrwehrsteuer rückwirkend für die Leistung geändert wurde, erfordert das eine Korrektur. Diese Korrektur wird mit der Schlussrechnung erstellt und wirkt sich nicht auf 2019 aus.


    Bei einem anderen Programm eines ganz anderen Softwareherstellers ist es ebenfalls nicht möglich, korrekte kumulierte Rechnungen zu erstellen. Wir werden Stornobuchungen für die vergangenen 19%-Abschlagsrechnungen erstellen und mit 16% neu buchen. Das werden wir dann auf einem gesonderten Blatt darstellen, welches die Schlussrechnung damit quasi gleich mit Versand korrigiert. 2019 bleibt unverändert.

  • Achtung: Die Druckansicht ist perfekt richtig. Aber

    Mein Büro kann Abschlagsrechnung mit Schlußrechnung NICHT korrekt im Hintergrund buchen, wenn beide Rechnungen zu unterschiedlichen MWST Sätzen ausgestellt wurden. Es kommt zu Fehlern in der EÜR und der USTVA

    Mein Büro kann nicht Abschlagsrechnung mit Schlußrechnung korrekt buchen, wenn beide Rechnungen zu unterschiedlichen MWST Sätzen ausgestellt wurden.
    Die Rechnungsansicht der Schlußrechnung sieht immer top korrekt gerechnet aus -auch bei unterschiedlichen MWST Sätzen. Sie erfüllt alle Kriterien der ordnungsgemäßen Buchführung einer Rechnungsansicht.

    Aber warum dann die Buchung in der EÜR und USTVA im Falle unterschiedlicher MWST Sätze nicht entsprechend dieser Darstellung korrekt gebucht werden kann, erscheint mir nach meinem jetzigen Kenntnisstand ein Rätsel.

    Quelle im Forums Beitrag von peter19