Prozentwert Progressionsvorbehalt abweichend bei Berechnung durch WISO Sparbuch // Gerundeter Wert wird verwendet

  • Hallo,


    ich möchte hier auf eine mutmaßliche abweichende Berechnung im WISO Sparbuch 2020 Programm-Version 27.09 hinweisen.

    Es geht um die Berechnung der Steuer unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts im Veranlagungsjahr 2019.


    Aufgefallen ist dies im Vergleich der Steuerberechnung im WISO Sparbuch mit dem Bescheid vom Finanzamt.

    Unter


    Nichtselbständige Arbeit > Weitere Einnahmen und Besonderheiten > Ausländische Einkünfte als Arbeitnehmer > 1) LAND > Angaben zum Arbeitslohn


    sind in der Eingabemaske des Programms folgende zwei wesentliche Werte eingetragen:


    Summe steuerfrei zu stellender ausländischer Arbeitslohn: x EUR

    Werbungskosten dem steuerfreien Arbeitslohn direkt zuzuordnen: y EUR


    Für die Berechnung des Progressionsvorbehaltes ergibt dies also


    xEUR - y EUR = z EUR


    Mit diesem Wert z rechnet das Finanzamt und kommt dann auf eine Steuer unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts.

    Das Finanzamt gibt im Bescheid den resultierenden Steuersatz mit 25,7504 % an.


    Bei ansonsten völlig identischer Berechnung zeigt das WISO Sparbuch 2020 allerdings 25,7635 % an. Also geringfügig mehr.

    Allerdings sollte die Steuertabelle ja eindeutig sein. Die Frage war nun, woher kommt diese Differenz.


    Nach einiger Recherche und ausprobieren folgendes Ergebnis:

    Das WISO Sparbuch 2020 verwendet nicht den obihgen Wert z bei der Anwendung der Progressionstabelle.

    Stattdessen wird der Wert "x abgerundet auf die nächsten Hundert Euro" verwendet.

    Beispiel:

    x = 21197, y = 189

    --> Das Finanzamt verwendet z = 21197 EUR - 189 EUR = 21008 EUR und kommt damit auf 25,7504 %

    --> WISO Sparbuch verwendet 21100 EUR (x abgerundet auf die nächsten Hundert Euro) und kommt damit auf 25,7635 %


    Mir scheint, als ob WISO Sparbuch den Wert y nicht korrekt anwendet.

    Wenn man beispielsweise y auf 289 EUR erhöht, dann rechnet auch WISO Sparbuch mit 25,7504 %


    Nochmals abschließend zur Klarstellung: Alle anderen vorausgegangenen Berechnungsschritte sind zwischen Programm und Bescheid absolut identisch. Insbesondere das zu versteuernde Einkommen.

  • Vielleicht gibt es ja doch eine kleine Differenz bei den berücksichtigen tatsächlichen Zahlen, aus denen sich der Unterschied an der dritten Stelle hinter dem Komma erklären lässt.


    Meine Testdatei rechnet wie ich auch:


    ESt.Grundt. Prozent
    zvE 27.893,00 € 4.636,00 € 16,62066%
    32b 11.189,00 €
    fiktiv 39.082,00 € 8.249,00 € 21,10690%
    festzusetzen 27.893,00 € 5.887,35 € 21,10690%
    Programm 27.893,00 € 5.887,00 €
  • Ich habe den Grund für die unterschiedliche Berechnung gefunden.


    Also: Das Finanzamt rechnet mit 21197 - 189 = 21008 EUR für 32b.

    In der "Voransicht" der Berechnung im WISO Sparbuch steht aber folgendes:


    Einkünfte unter Progessionsvorbehalt nach § 32b EStG

    Steuerfreier Arbeitslohn 21197,-

    Abzüglich Werbungskosten zum steuerfreien Arbeitslohn 189,-

    Ausländische Einkünfte bei zeitweise unbeschränkter Steuerplicht 100,-

    Insgesamt 21108,-

    Also 100 EUR mehr als das Finanzamt rechnet.


    Daran schließt sich die Frage an, woher die 100 EUR kommen.

    Antwort:

    Persönliches > NAME > Wohnsitz im Ausland > Ausländische Einkünfte

    Hier hatte ich (ganz am Anfang der Erfassung, quasi pro-forma) 100 EUR eingetragen, damit die Steuerpflichtigkeit berechnet werden kann.
    (Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich den exakten Betrag noch gar nicht vorliegen. Später habe ich mich nicht mehr an diese Eingabe erinnert.)

    Was mir nicht klar war: Die dort eingetragenen Werte werden durch das WISO Sparbuch in der Gesamtberechnung berücksichtigt (was zunächst mal m.E. nicht intutitiv ist). Was daran anschließend nicht klar ist, dass in der eigentlichen Eingabemaske zu den ausländischen Einkünften dann diese unter "Persönliches" eingetragenen Werte nicht nocheinmal eingetragen werden sollen.


    Wenn ich nun die EInkünfte in der Maske "Persönliches" eintrage, und beim ausländischen Arbeitslohn nicht eintrage, dann stimmen die Berechnungen des Programms und des FA 100 % überein.


    Mein Bauchgefühl: So richtig sauber ist das nicht gelöst. In der Maske "Persönliches" haben Einkünfte m.E. reichlich wenig verloren.

  • Hier hatte ich (ganz am Anfang der Erfassung, quasi pro-forma) 100 EUR eingetragen, damit die Steuerpflichtigkeit berechnet werden kann.
    (Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich den exakten Betrag noch gar nicht vorliegen. Später habe ich mich nicht mehr an diese Eingabe erinnert.)

    Es musste an einer Eingabe liegen. Vielen Dank für die Rückmeldung. Das Thema ist damit ja erledigt und ich markiere es einmal entsprechend.


    Was mir nicht klar war: Die dort eingetragenen Werte werden durch das WISO Sparbuch in der Gesamtberechnung berücksichtigt (was zunächst mal m.E. nicht intutitiv ist). Was daran anschließend nicht klar ist, dass in der eigentlichen Eingabemaske zu den ausländischen Einkünften dann diese unter "Persönliches" eingetragenen Werte nicht nocheinmal eingetragen werden sollen.

    Was man aber sicherlich aus der Steuerberechnung und den zugehörigen Erläuterungen erkennen kann. Und in den Vordrucken taucht die Zahl ja sicherlich auch irgendwo auf.


    Das Programm hat bei vielen Punkten die Möglichkeit, Eingaben an verschiedenen Punkten zu tätigen, wenn diese sachlich zusammengehörig sind. Es reagiert nun einmal immer auf jede vorher getätigte Eingabe, worauf wir auch im Forum immer wieder hinweisen und raten, Zeile für Zeile vorzugehen.