Korrekter Umgang mit Barzahlungen von Kunden in WMB

  • Hallo liebes Forum,


    ich habe wieder eine neue Frage, bzw. wollte Eure Einschätzung wissen.


    Kurze Eckdaten vorab

    • Einzelunternehmer, Sollversteuerung und EÜR
    • Ein Kassenbuch muss und möchte ich nicht (nach Recherchen hier auch im Forum :) ) führen.
      Daher folge ich der Empfehlung und möchte ein Verrechnungskonto nehmen.


    Ich bin vor Ort, erledige meinen Job und sende dem Kunden dann per Mail eine Rechnung.

    Fast alle Kunden zahlen per Überweisung.


    Unter Zahlungen Bank/Kasse synchronisiere ich mein Geschäftskonto und ordne die Zahlungen den Rechnungen zu.

    Alles soweit gut.


    Nun gibt es aber ein paar Kunden die in Bar bezahlen.

    D.h. ich bin vor Ort, erledige meinen Job und erhalte in Bar das Geld. Der Kunde erhält sobald ich wieder am Arbeitsplatz bin die Rechnung per Mail.

    Auf der Rechnung unten kein "bitte zahlen Sie innerhalb von X Tagen..:" sondern "bereits bezahlt".


    Für die Barzahlungen gehe ich wie folgt vor:

    1. Ich erzeuge ganz normal eine Rechnung für Kunde X.
      Die Rechnung hat den Vermerkt "Betrag vollständig in Bar erhalten"
    2. Unter Zahlungen Bank/Kasse --> Verrechnung --> Neue Einnahme
    3. Ich bestätige mit OK und im Buchungsjournal sehe ich

      1460 = (Verrechnungskonto)
      4405 = Erlöse 19% Ust. noch offen
      3806 = Umsatzsteuer 19%
      3816 = Umsatzsteuer nicht fällig 19%
      4400 = Erlöse 19% Ust

    Meine Fragen:

    1. Ist mein Vorgehen in WMB grundsätzlich richtig oder übersehe ich etwas?
    2. Reicht es aus wenn ich auf der Rechnung schreibe "Bereits bezahlt" (so wie bis jetzt auch) oder muss ich es dem Kunden ausgedruckt und unterschrieben geben?
      Eine Rechnung selbst muss ja nicht unterschrieben werden. Hier ist es ja aber indirekt auch eine Quittung (oder?) die bestätigt, dass bezahlt wurde.
      Sofern es unterschrieben sein sollte, könnte ich um mir den postalischen Versand zu sparen auch über WMB im Vorlagendesigner meine Unterschrift einfügen... wenn ein Scan meiner Unterschrift ausreicht...
    3. In einem Artikel von Haufe hieß es
      Bei einer EDV-Buchführung sollte ohne Kassenbuch das Konto "Verrechnungskonto für Gewinnermittlung § 4/3 EStG, ergebniswirksam" 1370 beim SKR 03 bzw. 1485 beim SKR 04 verwendet werden.

      Wenn ich vorgehe wie oben, wird jedoch das 1485 nicht verwendet.
      Manuell kann ich natürlich bei der Erfassung das 1485 wählen. Entsprechend sieht das Journal dann so aus:


      1460 = (Verrechnungskonto)
      1485 = Verrechnungskonto für Gewinnermittlung § 4/3 EStG, ergebniswirksam

      Sollte ich lieber manuell das 1485er wählen oder ist der Weg den WMB wählt hier in Ordnung?



    Vielen Dank im Voraus :)

    WISO Mein Büro 365 - SKR04, EÜR, Ist-Versteuerung

    Einmal editiert, zuletzt von Buecherwurm () aus folgendem Grund: Zusatzinfos hinzugefügt

  • Das ist alles richtig! Grundsätzlich bist im Geldkonto Verrechnung 1370 / 1485

    Und hierin buchst Du auf die Erlöskonten und Umsatzsteuerkonten. Passt schon!

  • Die Faksimile Unterschrift in E-Mail ist nichts wert. Er braucht das Original. Bring die fertige Rechnung mit zur Arbeit zum Unterschreiben vor Ort.

    Falls Positionen unklar sind und nachträglich korrigiert werden müssen, schreibe handschriftlich zu Unterschrift Datum , Ort korrigiert so dass das einsichtig ist.

    Zuhause kannst Du die Rg Positionen professionell anpassen.

  • Hallo,

    Grundsätzlich bist im Geldkonto Verrechnung 1370 / 1485


    Das verstehe ich nicht ganz SAMM. Wenn ich es über den Knopf Verrechhnungskonto und dann "Zahlung vom Kunden" mache (so wie im ersten Beispiel) wird doch 1485 laut Buchungssjournal nicht berührt (siehe Screenshot).


    Zitat

    Das ist alles richtig!

    Ich habe für beide beide Ansätze (also einmal über "Zahlung vom Kunden" und einmal manuell über 1485) nachher in die EÜR geschaut.

    Bei meinem zweiten Ansatz bleibt die EÜR bei 0 EUR.
    Beim ersten Ansatz passt es und die EÜR ist bei 119 EUR.


    Irgendwo habe ich entweder einen Bedienfehler oder blicke etwas nicht durch... hmm...


    Nachtrag

    Das Ganze hat mich nicht gelassen und ich habe es versucht mir selbst zu beantworten. Denke nun habe ich's raus:

    Wenn ich diesen manuellen weg über 1485 gehen würde, ist mein Weg oben im ersten Beitrag falsch. Zumindest gehe ich davon aus, weil die Einnahme in der EÜR nicht erscheint.


    Daher mein "neuer" Weg:
    Ich gehe auf Verrechnungskonto und wähle als Gegenkonto 4400 aus.



    Das Journal sieht wie folgt aus:




    Die EÜR scheint nun auch zu passen.
    Hoffe das ist jetzt alles richtig! :)


    Die Faksimile Unterschrift in E-Mail ist nichts wert. Er braucht das Original. Bring die fertige Rechnung mit zur Arbeit zum Unterschreiben vor Ort.

    Falls Positionen unklar sind und nachträglich korrigiert werden müssen, schreibe handschriftlich zu Unterschrift Datum , Ort korrigiert so dass das einsichtig ist.

    Zuhause kannst Du die Rg Positionen professionell anpassen.


    Das wäre eigentlich mein Wunsch. Das Problem bei mir ist aber, dass ich vorher nie weiß, wie lange ich beim Kunden sein werde. Das kann eine Stunde sein, aber auch 4 Stunden.


    Eventuell wäre folgende "Lösung" denkbar?

    Ich bin beim Kunden und erledige die Arbeit. Nun quittiere ich dem Kunden "Zahlung zur Rechnung XYZ (meine nächste Rechnungsnummer weiß ich ja) vollständig erhalten" + Unterschrift formlos auf einem Blatt. Die Rechnung erhält der Kunde dann wenn ich zu Hause bin.
    Das müsste eigentlich alles passen....

  • Mit Quittungsblöcken zu arbeiten ist eine Möglichkeit. Man muss aber darin wieder einen Nummernkreis schaffen, etwas auftrennen, Bezüge zuordnen und dokumentieren, abheften usw. und zuhause sowieso eine Rechnung anlegen. Deswegen hat sich meiner Erfahrung bewährt eine besondere Rechnungsvorlage aus MB komplett ohne Beträge und Summen zu erstellen, beim Kunden abschliessend zu ergänzen und zuhause am PC ergänzen mit der Standardvorlage. Der Aufwand ist deutlich einfacher.

  • Hi nesciens,


    danke für die Info. Dann werde ich es so machen.


    Jetzt muss ich nur noch klären was SAMM meinte mit


    Zitat

    Grundsätzlich bist im Geldkonto Verrechnung 1370 / 1485

    Und meinem Kommentar

    Zitat

    Das verstehe ich nicht ganz SAMM. Wenn ich es über den Knopf Verrechhnungskonto und dann "Zahlung vom Kunden" mache (so wie im ersten Beispiel) wird doch 1485 laut Buchungssjournal nicht berührt (siehe Screenshot).


    Falls ich es selbst gelöst kriege, schreibe ich hier noch kurz eine Info.


    Viele Grüße :)

  • Habe es mal durchgetestet für Sollversteuerung, der Satz würde dann in der Tat so lauten:Bei einer WISO Mein Büro Buchführung sollte ohne Kassenbuch das Konto "Verrechnungskonto für Gewinnermittlung § 4/3 EStG, ergebniswirksam" 1370 beim SKR 03 bzw. 1460 beim SKR

    Ist so richtig.

  • Habe es mal durchgetestet für Sollversteuerung, der Satz würde dann in der Tat so lauten:Bei einer WISO Mein Büro Buchführung sollte ohne Kassenbuch das Konto "Verrechnungskonto für Gewinnermittlung § 4/3 EStG, ergebniswirksam" 1370 beim SKR 03 bzw. 1460 beim SKR

    Ist so richtig.

    :thumbup:damit ist alles klar. Danke!


    Deswegen hat sich meiner Erfahrung bewährt eine besondere Rechnungsvorlage aus MB komplett ohne Beträge und Summen zu erstellen, beim Kunden abschliessend zu ergänzen und zuhause am PC ergänzen mit der Standardvorlage. Der Aufwand ist deutlich einfacher.

    Den Ansatz finde ich interessant.

    Ich habe versucht das in MB testweise durchzuspielen. Mir sind aber ein paar Sachen nicht klar.


    Code
    [...] eine besondere Rechnungsvorlage aus MB komplett ohne Beträge und Summen

    Das verweigert mir MB. Wenn ich ein Rechnung erstelle, möchte er ohne Artikel die Rechnung garnicht speichern (was eigentlich logisch ist).


    Aber auch so kann ich Dir nicht ganz folgen.

    Denn selbst wenn ich diese Rechnung erstellt kriege und auf "ausgedruckt" setze, kann ich sie ohne weiteres später nicht mehr nachbearbeiten. Ich muss explizit das Bearbeiten wieder aktivieren und bestätigen, dass die Rechnung noch in meinem Besitz ist.

  • Stimmt. Das ist auch schon Jahre her und die GoBD kommt da jetzt in die Quere.

    U.a. deswegen nehme ich grundsätzlich kein Bargeld mehr an.

  • [...] deswegen nehme ich grundsätzlich kein Bargeld mehr an.

    Das versuche ich auch auf ein Minimum zu reduzieren.

    Zitat

    Man muss aber darin wieder einen Nummernkreis schaffen, etwas auftrennen, Bezüge zuordnen und dokumentieren, abheften usw. und zuhause sowieso eine Rechnung anlegen.

    Danke für die Hinweise mit der Quittung. Das ist tatsächlich wieder mehr Arbeit. Dann werde ich meine im ersten Beitrag Idee wie folgt umsetzen:


    1. Ich erstelle basierend auf einer Briefvorlage ein Schreiben und nehme es mit.
      Im Kopf ist die Adresse des Kunden

      Titel: Zahlungsbestätigung

      Sehr geehrter Herr X,
      hiermit bestätigen wir, die Zahlung über ____,___ EUR aus Rechnung ___,____ erhalten zu haben.

      Mit freundlichen Grüßen
      [Unterschrift]
      Max Mustermann
    2. Nach dem ich den Job erledigt habe, fülle ich vor Ort die Platzhalter für den Betrag und die Rechnungsnummer aus und unterschreibe.
    3. Zu Hause erstelle ich die Rechnung und versende sie per Mail. Auf der Rechnung steht "Betrag in bar erhalten"
  • Die Rechnungsnummer würde ich weg lassen. Was, wenn es dann doch ein andere ist, weil nicht dran gedacht und noch eine andere Rechnung geschrieben? Würde auch inhaltlich für den Prüfer nicht stimmen, wenn auf eine Rechnung Bezug genommen wird, die noch gar nicht erstellt wurde.


    Hallo,


    wie kann ich denn sonst einen plausiblen Zusammenhang zwischen der Zahlungsbestätigung der Rechnung herstellen?

    Ich wollte nämlich bewusst vor Ort keine Quittung schreiben da an diese weitere Bedingungen geknüpft sind wie SAMM sagte (Auflistung einzelner Positionen, Berechnung Netto / Brutto usw.).


    Viele Grüße

  • Die Rechnungsnummer würde ich weg lassen. Was, wenn es dann doch ein andere ist, weil nicht dran gedacht und noch eine andere Rechnung geschrieben? Würde auch inhaltlich für den Prüfer nicht stimmen, wenn auf eine Rechnung Bezug genommen wird, die noch gar nicht erstellt wurde.

    wie kann ich denn sonst einen plausiblen Zusammenhang zwischen der Zahlungsbestätigung der Rechnung herstellen?

    Meine heutigen Leistungen wurden vollumfänglich mit

    der Barzahlung über ____,___ EUR beglichen.


    Ort, Datum, Unterschrift

    (Rechnung i.S. des § 14 UStG zur heutigen Zahlung wird zugesandt.)

  • SAMM


    vielen vielen Dank! - Perfekt :)

  • Moin,

    für alle, die keine Barkasse verwenden und ein neues Konto für Bareinnahmen/ausgaben anlegen und das manuell buchen, fallen ja einige Vorteile weg. Es lassen sich keine statistischen Merkmale zuordnen, die ganz Prozedur dauert länger und um die Einnahmen/Ausgaben auszudrucken, braucht es deutlich länger.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, wird ja gesetzlich nicht vorgeschrieben, dass ein Standardkontenrahmen genutzt wird.

    Könnte man nicht trotzdem das Konto 1000 nehmen und die Bareinnahmen/ Ausgaben dann über Privatentnahmen/Ausgaben auszugleichen.

    Noch besser wäre es natürlich, wenn MB es ermöglichen würde, das Konto "Kasse" umzubenennen und ein Automatik zu hinterlegen, dass eine Verbuchung auf Privat im Hintergrund erfolgt.

    Bei uns gibt es kaum noch Bareinnahmen, da fast alles über Karte bezahlt wird, wir führen daher keine Kasse mehr, ich möchte aber nur ungern auf den Buchungskomfort der "Kasse" verzichten.


    Was wäre Eure Meinung dazu?