Reverse Charge Rechnungen - Bug oder Bedienungsfehler?

  • Ich habe einige Einkünfte für Dienstleistungen in Luxemburg, die laut Auskunft des Leistungsempfängers nach dem Reverse-Charge-Verfahren nicht in Deutschland USt-Pflichtig sind (EU-Direktive 2006/112/EC). Soweit ich die Hilfedateien verstehe, muss ich ja für diese Einkünfte eine Rechnung erstellen und als Erlöskonto "Erlöse aus im anderen EG-Land steuerbaren Leistungen, im Inland nicht steuerbare Umsätze offen" (Konto 8025) auswählen. Richtig?


    Im ZM-Formular wird der Betrag dadurch auch korrekt angezeigt, aber wenn ich nun eine USt-Erklärung generiere, taucht der Betrag plötzlich in Zeile 25 (Erträge als Kleinunternehmer) auf?! Wenn ich mir das Buchungsjournal angucke, sieht es so aus, als würde dieser Betrag aus irgendeinem Grund nicht auf Konto 8025 sondern auf Konto 8023 gebucht.


    Woran kann das liegen? Mache ich etwas falsch oder ist dies in Bug?

  • Ich habe jetzt noch mal etwas rumexperimentiert, und mit "Erlöse aus im anderen EG-Land steuerpfl. sonst. Leist., für die der Leistungsempf. die Umsatzst. schuldet" (8336) taucht der Betrag zumindest in Zeile 58 auf. Nach meinem Verständnis sollte er aber in Zeile 57 (P. 18b UStG) stehen. Welches Buchungs-Konto muss ich dafür benutzen?

  • Hallo
    8025 Erlöse aus im anderen EG-Land steuerpflichtigen sonstigen Leistungen, für die
    der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet offen
    Gebucht wird bei Zahlung auf Konto 8339
    Position UVA 45
    Die Kennziffer 45 steht für Übrige nicht steuerbare Umsätze Leistungsort (nicht im Inland).


    So ist es korrekt.






    Das Abweichende Erlöskonto muss auch in der richtigen Zeilenhöhe sitzen. Beachte die Stelle, wo 1 Position steht.


    Diese muss ausgefüllt sein und nicht einfach die erste Zeile, für die keine Position in der Rechnung ausgegeben ist!!
    Dadurch erklärt sich das Standardkonto Kleinunternehmer, auf das bei Nettorechnung standardmässig bei Auslieferung der Software gebucht bei nicht Beachtung der richtigen Zeile.


    Im Alltag hilft hier manchmal die einfache Regel: lieber alle 3 Zeilen auf das abweichende Erlöskonto zu setzen, als nur eines, das nicht betroffen ist.

  • 8025 Erlöse aus im anderen EG-Land steuerpflichtigen sonstigen Leistungen, für die
    der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet offen
    Gebucht wird bei Zahlung auf Konto 8339


    :thumbsup:


    Genau!

  • Danke, aber wie sicher bist du dir da? Denn mit diesem Konto landet der Betrag ja anscheinend in Zeile 58 (Feld 205) der USt-Erklärung, was nach meinem Verständnis nicht richtig ist. Auf dieser Webseite wird nämlich gesagt, dass diese Erlöse seit 2010 in Zeile 57 Feld 721 (Nicht steuerbare sonstige Leistungen gem. § 18 b Satz1 Nr. 2 UStG) kommen. Und die Beschreibung von Feld 57 passt auch sehr gut zu den Beträgen:


    Zitat

    Einzutragen sind die nach § 3a Abs. 2 UStG im übrigen Gemeinschaftsgebiet ausgeführten sonstigen Leistungen, für die die Steuer in einem anderen Mitgliedstaat von einem dort ansässigen Leistungsempfänger geschuldet wird. Über die in Zeile 57 einzutragenden sonstigen Leistungen sind Zusammenfassende Meldungen an das Bundeszentralamt für Steuern zu übermitteln (vgl. Erläuterungen zu Zeilen 33 bis 35).


    Kann es sein, dass dem Buchungskonto 8339 die falsche Zeile in der USt-Erklärung zugeordnet ist?



    Das mit dem Erlöskonto ist mir inzwischen auch aufgefallen, danke. War nur etwas verwirrend für mich, weil ich (a) überhaupt kein Kleinunternehmer bin und (b) davon ausgegangen sind, dass Erlöse mit einem MwSt-Satz von 0% auch auf das Erlöskonto für MwSt-freie Beträge kommen.

  • Nach den Beiträgen aus Link 1 und Link 2 leitet sich Google Adsense Einnahmen als Fall eines Leistungsortes im anderen EU Land ( Googel Sitz Irland) gem. § 18 b Satz1 Nr. 2 UStG ab.
    Demnach gilt:

    • USTVA: Zeile 41 KennZiffer 21: Nicht steuerbare sonstige Leistungen gemäß § 18b Satz 1 Nr. 2 UStG
    • UERKL: Anlage UR zur Umsatzsteuerklärung Zeile 57 KennZiffer 721 (Nicht steuerbare sonstige Leistungen gem. § 18 b Satz1 Nr. 2 UStG)

    Dafür liegt kein Konto fertig vor und muss angepasst werden.


    Demnach kopiere Konto 8336 Erlöse aus im anderen EG-Land steuerpfl. sonst. Leist., für die der Leistungsempf. die Umsatzst. schuldet UVA Position 21 UERKL 205 EÜR 103
    auf z.B Konto 8341 Erlöse (GOOGLEAdsense ) aus im anderen EG-Land steuerpfl. sonst. Leist., für die der Leistungsempf. die Umsatzst. schuldet und ändere auf UVA Position 21 UERKL 721 EÜR 103


    Das Konto 8025 Erlöse aus im anderen EG Land steuerbaren Leistungen, im Inland nicht steuerbare Umsätze OFFEN kopiere z.B. auf
    Konto 8028 Erlöse (GOOGLEAdsense) aus im anderen EG Land steuerbaren Leistungen, im Inland nicht steuerbare Umsätze OFFEN
    Unter Kontendetails bearbeiten muss dann ganz unten Umbuchungskonto bei Istversteuerung auf das neue Buchungskonto 8341 umgestellt werden.

    Als Textbaustein für das abweichende Erlöskonto füge im Konto ein:

    Erlöse aus in anderem EG-Land steuerbaren Leistungen, im Inland nicht steuerbare Umsätze.

    Gemäß Reverse-Charge-Verfahren bzw. gemäß Artikel 21.1(b) der 6. EU-Richtlinie ist der Empfänger dieser Dienste verpflichtet, MwSt für diesen Dienst zu zahlen.

    Es muß die UST ID nummer von Google Adsense unter Kunde Konditionen hinterlegt werden, damit die ZM gefüllt wird.

    Es gibt da auch andere Äusserungen gemäss § 13 b UStG
    P.S.:
    Die in Zeile 41 KennZiffer 21 der USt-Voranmeldung einzutragenden Beträge der EU-Dienstleistungen müssen im Übrigen mit den gem. § 18a Abs. 1 Satz 2 UStG in der ZM zu meldenden Summe übereinstimmen, da die Eintragungen inhaltlich deckungsgleich sind.


    TIPP:
    Berechnung der USTVA zweimal durchlaufen lassen!!!
    Nach 2. Berechnung erst erscheintder Wert in Feld 721

  • Danke für die Antwort, aber leider scheint das noch nicht so ganz zu funktionieren. Die Zahlung wird zwar richtig auf Konto 8341 (bei mir ist es 8342) umgebucht, aber taucht dann überhaupt nicht mehr in der UStErkl auf. Wenn ich eine andere Kennziffer (z.B. 741) angebe, wird der Betrag zwar im entsprechenden Feld angezeigt, aber das bringt mir ja leider nicht viel.


    Ich habe den Eindruck, dass mit Feld 721 irgendetwas komisch ist - wenn ich es anklicke, bekomme ich nämlich auch keinen Details-Button, wie bei bei den anderen Kennziffern (206, 205, ...). Kann es sein, dass die Software zur Zeit einfach keine automatischen Werte in diesem Feld vorsieht??

  • Ich habe den Eindruck, dass mit Feld 721 irgendetwas komisch ist - wenn ich es anklicke, bekomme ich nämlich auch keinen Details-Button, wie bei bei den anderen Kennziffern (206, 205, ...). Kann es sein, dass die Software zur Zeit einfach keine automatischen Werte in diesem Feld vorsieht??


    TIPP:

  • Verbesserungsvorschlag
    Google adsense: Nicht steuerbare sonstige Leistungen gem. § 18 b Satz1 Nr. 2 UStG in USTEKLAE Feld 721: Diese Werte müssen in Zusammenfassende Meldung erscheinen. Tauchen dort aber nie auf


    Edit:

    Die Werte tauchen in der ZM auf, sowie unter Kunde Konditionen UST ID Nummer eingetragen ist und Nettorechnungt angehakt wird.

  • Entschuldigt bitte, dass ich diesen etwas älteren Thread nochmal hervorkrame, aber da ich nun meine erste Adsense Auszahlung bekam, muss ich mich der Sache nun auch annehmen.


    Ich bin den Anweisungen des obigens Posts (Reverse Charge Rechnungen - Bug oder Bedienungsfehler?) soweit gefolgt.
    Ich benutze den Kontenrahmen SKR03 und habe das Konto 8341 für Google Adsense angelegt. Das Konto 8025 ist nicht vorhanden, wurde hier ein anderer Kontenrahmen genutzt oder ist dieses mittlerweile hinfällig?


    Jedenfalls erscheint die Buchung korrekterweise in der USt-Voranmeldung in Zeile (7)21, allerdings nicht, wie auch oben beschrieben, in der zusammenfassenden Meldung.


    Das Problem ist nun: Ich kann die zusammenfassende Meldung nicht manuell bearbeiten...? Ich kann klicken, wo ich will, ich kann nur bei Berichtigung eine "1" setzen, aber die Einträge nicht verändern bzw. einen zusätzlichen anlegen. Muss ich erst etwas freischalten, dass ich diese Meldung manuell bearbeiten kann oder was mache ich generell falsch?


    Ich habe die Einnahme von Google unter Finanzen -> Kasse als Einnahme verbucht, da ich dafür selbst keine Rechnung geschrieben habe und somit den Geldfluss keiner eigenen Rechnung zuordnen kann. Also wollte ich nun in der ZM die UStID von Google angeben, was aber aus obigen Gründen nicht funktioniert.
    Muss ich selbst eine Rechnung dafür schreiben und Google als "Kunden" anlegen? Aber dann passen die Rechnungsnnummern ja auch leider nicht mehr zusammen, da Google auf seiner Auszahlung eine andere verwendet, als meine fortlaufenden Rechnungsnummern nun ergeben würden. Ich bin etwas irritiert, das Reverse Charge Verfahren ist bei mir bislang nicht vorgekommen, da ich sonst nur innerdeutsche Umsätze erziele..


    Muss ich das Ganze anders verbuchen, damit sich die ZM bearbeiten lässt oder wo liegt der Fehler?


    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • Adsense Auszahlung

    hallo,


    Ich habe zwar nichts mit "Adsense" zu tun, bin aber der Meinung dass es sich hierbei um sogen. § 13 b Reverse-Charge Leistungen handelt, nach denen der Leistungsempfänger (Google) als Steuerschuldner gilt.


    Da käme nun eher das Konto SKR03 8337 (Erlöse aus Leistungen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schuldet) in Betracht.


    Bei Buchungen mit diesem Konto wird auch die USt.-ID abgefragt

  • Moin,


    ich denke eher, dass das oben genannte Kto. 8339 (Erlöse aus im *anderen EU-Land* steuerbare Leistung) das richtige Konto bei der Zahlungsbuchung ist...



    Diese Werte müssen in Zusammenfassende Meldung erscheinen. Tauchen dort aber nie auf

    Muss also immer noch manuell, wie oben beschrieben, befüllt werden :| ?


    Viele Grüße
    Maulwurf

  • ich denke eher, dass das oben genannte Kto. 8339 (Erlöse aus im *anderen EU-Land* steuerbare Leistung) das richtige Konto bei der Zahlungsbuchung ist...

    Google schreibt zu adsense-erlöse:

    Zitat

    "In diesem Fall erfolgen Ihre Zahlungen durch Google Ireland, einem nach irischem Recht eingetragenen Unternehmen. Gemäß den Bedingungen Ihres Vertrags mit Google unterliegen die bereitgestellten Dienste der Steuerschuldumkehr. Die Mehrwertsteuer wird daher gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC vom Empfänger, Google Ireland, ausgewiesen.


    von daher würde ich meinen 8337 § 13 b (sonstige Leistung) mit Google ID (IE6388047V


    sogar ZM ist ok.

  • Hallo, danke schon mal für eure Antworten.


    @istrafloor: Du schreibst, dass bei Buchungen mit dem Konto 8337 die UStID abgefragt wird, allerdings finde ich diesen Punkt nirgendwo. Ggf. lege ich den Zahlungsvorgang falsch an, dass ich dieses Feld nirgendwo befüllen kann...?


    Ich gehe momentan unter Finanzen -> Zahlungen Bank/Kasse und dann auf "neue Einnahme" und wähle dort die entsprechende Kategorie und fülle das Datum sowie den Betrag aus. Allerdings habe ich dann keinerlei Felder um eine UStID anzugeben, daher bin ich mir nicht sicher, dass ich da überhaupt richtig bin. Muss ich diese Vorgänge unter einem anderen Punkt anlegen oder noch manuell den Vorgang nachträglich bearbeiten?

  • Hallo, ja, in der Tat, ich arbeite mit "Mein Büro".
    Das mit der Ausgangsrechnung habe auch schon vermutet, allerdings kommt es mir komisch vor, eine "fiktive" Rechnung zu erstellen, die der Rechnungsadressat (in dem Fall Google) niemals zu Gesicht bekommt.


    Wenn das der einzige Weg ist, würde ich es natürlich so lösen, aber dazu wäre ein Feedback von jemandem hilfreich, der es mir verbindlich mitteilen kann. Jmd. von Buhl hier ebenfalls zugegen? Oder steht für derartige Anfragen auch der Support zur Verfügung? :)

  • Oder steht für derartige Anfragen auch der Support zur Verfügung?

    Anfragen ("Ticket aufmachen" -wie das hier oft bezeichnet wird) kostet nichts. :thumbup:
    Habe hier noch etwas gelesen.
    In Lexwiki wird das iwie auf "Provisionsbasis" mit eigens angelegtem Konto gelöst.
    Vllt. hilft Dir das etwas weiter.


    (OT: warum nicht den Weg mit RG? Ist eigentlich muss ja nicht verschickt werden. sind das so viele Zahlungen?)

  • Ich kann die zusammenfassende Meldung nicht manuell bearbeiten...? Ich kann klicken, wo ich will, ich kann nur bei Berichtigung eine "1" setzen, aber die Einträge nicht verändern bzw. einen zusätzlichen anlegen. Muss ich erst etwas freischalten, dass ich diese Meldung manuell bearbeiten kann oder was mache ich generell falsch?

    Hi, ich weiß nicht ob dus mittlerweile lösen konntest, aber vielleicht hast du ja auch das gleiche Problem, das ich hatte: ich hab nämlich das ZM-Formular auch nicht kapiert, finde die Bedienung echt übel und total unintuitiv.


    Also, da stehen ja die Quartale, und daneben eine 20. Nach der 20 kannst du reinklicken in die weißen Felder. (musst bisschen hartnäckig sein, geht auch etwas hakelig). Dann kannst du in dem Quartal das du brauchst eine 17 eintragen - weil wir 2017 haben. (ich hab schon nicht gerafft gehabt dass sich da eine Jahreszahl zusammenbaut... steht ja nirgends erklärt...).
    Wenn du jetzt also z.B. bei Quartal 1 ein 2017 draus machst, dann sollten alle Quartal-1-relevanten ZM-Sachen da auch drin auftauchen. Wichtig ist aber noch, dass du beim Kunden die VAT hinterlegt hast in den Kundenstammdaten.
    Wenn das Formular passt kannst du es an Elster übertragen. Und wenn Quartal 2 dran ist trägst du die 17 eins weiter unten ein, dann sollten sich die Einträge entsprechend ändern und du kannst neu absenden.


    Hilft dir das vielleicht weiter?