Nachzahlung trotz Steuerklasse 1

  • Hallo,


    ich bin absoluter Neuling was die Nutzung der WISO Steuer Software angeht und mache auch generell zum ersten Mal meine Lohnsteuererklärung selbst.
    Ich habe meine persönlichen Daten eingetragen und die Angaben aus der Lohnsteuerbescheinigung unter dem entsprechenden Punkt in
    die WISO Software übertragen.


    Zu meiner Verwunderung berechnet mir die Software hier nun eine Nachzahlung in Höhe von 161,55 EUR aus.
    Ich bin normaler Angestellter, ledig in der Steuerklasse 1 und habe keinerlei weiteren Einkünfte oder Kapitalerträge etc.


    Ist dies so normal? Ich dachte immer, dass dies bei Steuerklasse 1 eher nicht möglich ist.
    Bedeutet dies, dass mein Arbeitgeber zu wenig Steuern/Abgaben abgeführt hat?


    Wie gesagt, habe ich bisher keine weiteren Daten wie Pendlerpauschale etc. eingetragen.


    Nachfolgend die Beträge aus der Bescheinigung:


    3. 55417,35
    4. 11426,22
    5. 628,35


    22a. 5236,95
    23a. 5236,95


    25. 3985,20
    26. 619,67
    27. 831,26


    Es wäre klasse, wenn mir jemand sagen könnte, ob ich hier einfach einen (Denk-)Fehler mache oder wie beschrieben zu wenig Abgaben abgeführt wurden.


    Vielen Dank für Eure Hilfe.

    • Offizieller Beitrag

    Ist dies so normal? Ich dachte immer, dass dies bei Steuerklasse 1 eher nicht möglich ist.

    Die erweiterte Forumssuche zeigt Dir einige Beiträge, die Dir sagen, daß das durchaus passieren kann (z.B. dieser Beitrag).

  • Es wäre klasse, wenn mir jemand sagen könnte, ob ich hier einfach einen (Denk-)Fehler mache oder wie beschrieben zu wenig Abgaben abgeführt wurden.
    Vielen Dank für Eure Hilfe.


    Ich komme zum gleichen Ergebnis wie Du.
    Eine Möglichkeit ist wirklich, wenn Du nicht genau 12* das gleiche Brutto bekommen hast, sondern aufgrund von Urlaubs-/Weihnachtsgeld und/oder monatlicher Abrechnung nach geleisteten Stunden jeden Monat ein anderes Brutto hattest. Dein Arbeitgeber hat sicher jeden Monat richtig abgerechnet (kannst Du übrigens gut nachprüfen mit dem "Lohn- und Einkommensteuerrechner" vom Bundesfinanzministerium) - das sollte man jedenfalls erstmal so unterstellen. Prüf das mal für jeden Monat und rechne das in einer Tabelle zusammen. :)

    • Offizieller Beitrag

    Es ist schon wirklich selten und könnte auch durch einen Fehler des Lohnbuchhalters passieren. Im Rahmen einer Antragsveranlagung natürlich für Dich unproblematisch und ggf. Haftung durch den AG. Bei Pflichtveranlagung würde es anders aussehen.


    Der Lohnsteuerrechner des BMF zeigt mir allerdings höhere Lohnabzugsbeträge an, so dass dies durchaus meinen einleitenden Satz belegen würde, sofern Du keinen Freibetrag für das Lohnsteuerabzugsverfahren bescheinigt bekommen hast (ggf. auch wegen Körperbehinderung etc.).





  • Es ändert nichts an Deiner Aussage - aber Jahrgang 1980, Kinderfreibeträge: 0,0 und Pflegeversicherung: ohne Zuschlag - das paßt nicht zusammen ;)


    Für 2014 (ich denke, es geht um das vergangene Jahr) komme ich auf 11575,00 € / 636,62 €, was einer Nachzahlung von 157,05 € entsprechen würde. Allerdings würde ich dem Steuerprogramm (hier WISO) mehr vertrauen als dem Online-Rechner.

    • Offizieller Beitrag

    Das war einfach willkürlich und auf die Schnelle als Beispiel gedacht. Er kann da ja seine Werte konkreten Werte eingeben und mit seinen Zahlen vergleichen.


    Im Jahr habe ich mich natürlich verklickt. Aber die paar Euro machen das ja auch nicht.


    Der BMF-Rechner sollte eigentlich vertrauenswürdig sein.

  • Das war einfach willkürlich und auf die Schnelle als Beispiel gedacht. Er kann da ja seine Werte konkreten Werte eingeben und mit seinen Zahlen vergleichen.


    Sicher, das sollte er machen. War ja auch nur als Hinweis gedacht. ;)

    Zitat von miwe4


    Im Jahr habe ich mich natürlich verklickt. Aber die paar Euro machen das ja auch nicht.
    Der BMF-Rechner sollte eigentlich vertrauenswürdig sein.


    Dazu ist mir gerade eingefallen - der BMF-Rechner kennt ja nicht den Zusatzbeitrag seiner Krankenkasse, also nicht die Werte für die Basiskrankenversicherung - da diese aber in die Steuerberechnung eingeht ... 8o da ist ein Steuerprogramm wohl genauer, wenn die Werte aus der Elektronischen Lohnsteuerbescheinigung eingetragen werden.

  • Vielen Dank für eure schnelle Hilfe.


    Es ist tatsächlich so, dass ich jeden Monat ein unterschiedliches Brutto bekommen habe. Dieses setzt sich aus Grundgehalt + Zulagen für Schichtarbeit zusammen. Auch habe ich Gewinnbeteiligungen und Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld bekommen. Verstehe ich es richtig, dass dies eine Ursache sein kann?


    Wenn ich nun noch weitere Kosten in die Steuererklärung mit einbeziehe (Kilometerpauschale etc) und damit zu einem Guthaben komme, würdet ihr dann
    die Erklärung abgeben oder es aufgrund der grundsätzlichen Nachzahlung (ohne weitere Kosten) lieber sein lassen?

    • Offizieller Beitrag

    Verstehe ich es richtig, dass dies eine Ursache sein kann?

    Ja.


    Wenn ich nun noch weitere Kosten in die Steuererklärung mit einbeziehe (Kilometerpauschale etc) und damit zu einem Guthaben komme, würdet ihr dann
    die Erklärung abgeben

    Natürlich, oder hast Du zuviel Geld?


    oder es aufgrund der grundsätzlichen Nachzahlung (ohne weitere Kosten) lieber sein lassen?

    Wieso das? Wenn bei Eingabe aller absetzbaren und wirklichen Werbungskosten etc. eine Erstattung heraus kommst, warum um alles in der Welt willst Du darauf verzichten?

  • Vielen Dank für eure schnelle Hilfe.
    Es ist tatsächlich so, dass ich jeden Monat ein unterschiedliches Brutto bekommen habe. Dieses setzt sich aus Grundgehalt + Zulagen für Schichtarbeit zusammen. Auch habe ich Gewinnbeteiligungen und Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld bekommen. Verstehe ich es richtig, dass dies eine Ursache sein kann?


    Ja, dann ist es wohl wirklich die bzw. eine Ursache.


    Wenn ich nun noch weitere Kosten in die Steuererklärung mit einbeziehe (Kilometerpauschale etc) und damit zu einem Guthaben komme, würdet ihr dann die Erklärung abgeben oder es aufgrund der grundsätzlichen Nachzahlung (ohne weitere Kosten) lieber sein lassen?


    Trage alles ein, was Dir einfällt (Pendlerpauschale und andere Werbungskosten, Angaben zur evtl. bestehenden Riesterrente, Spenden/Mitgliedsbeiträge usw. usf.) - nutze dabei auch den Planspielmodus.
    Wenn ein Plus rauskommt und Du Dir aller Angaben sicher bist - Erklärung abgeben, ansonsten nicht - falls Du nicht zur Abgabe verpflichtet bist.
    Vielleicht hast Du ja im Kreis der Berechtigten, die Dir bei der Steuererklärung helfen dürfen (außer Steuerberater usw.) jemanden, der mit Steuererklärungen schon mehr Erfahrung hat und dem Du natürlich auch vertraust ... :D

  • Vielen Dank für eure schnelle Hilfe.


    Es ist tatsächlich so, dass ich jeden Monat ein unterschiedliches Brutto bekommen habe. Dieses setzt sich aus Grundgehalt + Zulagen für Schichtarbeit zusammen. Auch habe ich Gewinnbeteiligungen und Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld bekommen. Verstehe ich es richtig, dass dies eine Ursache sein kann?


    Wenn ich nun noch weitere Kosten in die Steuererklärung mit einbeziehe (Kilometerpauschale etc) und damit zu einem Guthaben komme, würdet ihr dann
    die Erklärung abgeben oder es aufgrund der grundsätzlichen Nachzahlung (ohne weitere Kosten) lieber sein lassen?


    Hallo uppereast,


    ich würde einmal die Gehaltsbuchhaltung bei deinem Arbeitgeber fragen, warum sie keine monatlichen Ausgleich machen bei so unregelmäßigem Einkommen. Damit würde sich die Belastung reduzieren, weil jeden Monat gerechnet wird, wie hoch die Steuerlast bei gleichmäßiger Verteilung wäre und dann die Steuer ermittelt. Ist etwas Aufwand, aber viele Arbeitgeber machen dies schon standardmäßig (bei der Sozialversicherung müssen sie es machen, um die Höchstbeträge monatlich voll auszuschöpfen). Da wird so gerechnet (als Beispiel):
    Januar Gehalt 3.500 Euro --> unterhalb der BMG und damit "freier Verteilungsrahmen" für die folgenden Monate
    Februar Gehalt plus Bonus 5.000 Euro --> oberhalb BMG KV, unterhalb RV: KV wird addiert für zwei Monate mit 8.500 gerechnet, BMG zwei Monate 8.100 Euro (2014), damit voller KV-Satz für zwei Monate, RV wird analog gerechnet.
    Wenn dein Arbeitgeber auch so für die Lohnsteuer rechnen würde, wäre die Verteilung über das Jahr genauer und die "Überraschung" im neuen Jahr nicht so groß.


    babuschka

  • Sicherlich, nachfragen kostet fast nix. Nach meinen Erfahrungen kann man nicht sagen, daß kleine Firmen das machen und große nicht oder umgekehrt. Aber wenn eine Firma das macht, dann im Dezember, und dann für alle (oder eben keinen).

  • Guten Tag,


    ich bin dabei, mit WISO meine Steuererklärung für 2014 zu machen.


    Allein durch die Eingabe aller Zahlen von der Lohnsteuerbescheinigung und die Krankenkasse bzw Zusatzversorgung (bin freiwillig gesetzlich versichert), bekomme ich eine dicke Nachzahlung angezeigt!


    Ich bin Steuerklasse I, war durchgehend beschäftigt beim gleichen Arbeitgeber und jeden Monat wurden Steuer von meinem Lohn abgeführt.


    Ich verstehe nicht, wodurch die Nachzahlung enstehen konnte. Und nun bin nach der Suche von möglichen Gründe, damit ich es mir erklären kann, bevor ich es so beim Finanzamt abgebe.


    Bei einem Bruttoverdienst von 58.255,26€ habe ich 12.648€ Steuer bezahlt, und 659,64€ Soli.
    Mit Angaben zu Werbungskosten, Vorsorgeaufwendungen usw setzt WISO ein "zu versteuerndes Einkommen" von 50.819€ an, und sagt mir, ich hätte 13.114€ Steuer bezahlen müssen ... kann das stimmen? Und wie kann es gekommen sein, dass mir durch das Jahr nicht genug Steuer abgezogen wurden??


    Vielen Dank im Voraus für eure Vorschläge ... bin echt am Verzweifeln...


    CMF

    • Offizieller Beitrag

    Vielen Dank im Voraus für eure Vorschläge

    Forumssuche benutzen oder einfach mal in dem Unterforum, in dem Du schon warst, ein wenig blättern. Da findet man sehr schnell diesen aktuellen Thread zu Deinem Thema.
    Habe Deinen Beitrag hierherverschoben.

  • Laut BMF Steuerrechner online stimmt aber die Summe an Steuer, die ich bezahlt habe ... und jetzt laut WISO nicht mehr? Das kann ich nicht nachvollziehen.


    Ich habe so viele Foren durchgelesen und finde kein Grund für diese Abweichung der für mich relevant wäre.


    Ich will nur verstehen können, wieso mir durch das Jahr nicht die korrekt Summe an Steuern abgezogen wurde... wenn dies der Fall ist...???

    • Offizieller Beitrag

    Wie gesagt, aus den verschiedensten Gründen kommt es im Einzelfall schon einmal vor. Bei beamteten Personen oder solchen mit freier Heilfürsorge ist es aufgrund der Mindestvorsorgepauschale in der Lohnsteuertabelle dagegen sogar fast die Regel.