Junge Frau steckt eine Münze aus ihrer Steuererstattung in ein Sparschwein

Steuererstattung: Gen Z spart ihre Rückzahlung

Wenn das Finanzamt Geld zurückzahlt, landet es bei den meisten Menschen nicht im nächsten Einkaufskorb. Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von WISO Steuer zeigt: Gespart wird häufiger als konsumiert. Und am vernünftigsten geht ausgerechnet die jüngste Altersgruppe mit dem Geld um.

Kurz & knapp

  • 34 Prozent der Befragten sparen ihre Steuererstattung, nur 14 Prozent geben sie für Urlaub aus
  • Bei den 18- bis 29-Jährigen legen sogar 41 Prozent das Geld zurück
  • 47 Prozent der jungen Steuerzahler bekamen mehr zurück, als sie erwartet hatten
  • WISO Steuer zeigt dir schon während der Eingabe, wie hoch deine Erstattung voraussichtlich ausfällt

Was die Deutschen mit ihrer Steuererstattung machen

Civey hat Ende August 2026 im Auftrag von WISO Steuer 2.500 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Das Ergebnis widerspricht dem Bild vom Steuerbescheid als kleinem Lottogewinn: Die häufigste Verwendung ist schlicht das Sparen.

Verwendung der Steuererstattung Anteil der Befragten
Sparen oder zurücklegen 34 %
Laufende Kosten 25 %
Urlaub oder Reisen 14 %
Aktien, Fonds oder ETFs 8 %
Altersvorsorge 5 %
Tilgung von Schulden und Krediten 5 %

Mehrfachnennungen waren möglich, deshalb ergeben die Werte zusammen mehr als 100 Prozent. Für viele Haushalte ist die Erstattung offenbar längst ein fester Posten im Alltagsbudget und kein Sonderbonus.

Die Gen Z spart häufiger als jede andere Altersgruppe

41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen legen ihre Steuererstattung ganz oder teilweise zurück. Damit sparen sie häufiger als alle älteren Gruppen. Weitere elf Prozent stecken das Geld direkt in ihre Altersvorsorge.

Das Klischee vom Festival-Budget trägt also nicht. Junge Steuerzahler verplanen ihre Rückzahlung eher für später als für sofort.

Ab 30 fließt das Geld an die Börse

Bei den 30- bis 39-Jährigen verschiebt sich das Muster. In dieser Gruppe zeigt sich ein deutlicher Trend zu Aktien, Fonds und ETFs. Wer in dieser Lebensphase steckt, hat meist ein höheres Gehalt, kennt die eigenen Abzüge und behandelt die Erstattung als Kapital statt als Puffer.

Warum viele mehr zurückbekommen, als sie erwarten

Die Umfrage zeigt ein zweites, deutlicheres Muster: Je jünger die Befragten, desto häufiger fiel die Erstattung höher aus als gedacht.

  • 18 bis 29 Jahre: 47 Prozent bekamen mehr zurück als erwartet
  • 30 bis 39 Jahre: 43 Prozent
  • über 65 Jahre: 12 Prozent

Der Grund liegt in der Erfahrung. Wer seit Jahrzehnten eine Steuererklärung abgibt, schätzt seine Erstattung ziemlich genau ein. Bei Berufseinsteigern ist die Lage anders: Ausbildungskosten, ein Umzug zum ersten Job, ein unterjähriger Berufsstart oder wechselnde Arbeitgeber wirken sich stark aus, und kaum jemand rechnet das vorher durch.

Experten Tipp

Erstes Berufsjahr, größter Hebel

Wer mitten im Jahr anfängt zu arbeiten, zahlt in den Arbeitsmonaten Lohnsteuer so, als wäre das Gehalt das ganze Jahr geflossen. Über das komplette Jahr gerechnet liegt dein Einkommen aber niedriger. Diese Differenz holst du dir mit der Steuererklärung zurück. Dazu kommen typische Kosten des Berufsstarts wie Umzug, Bewerbungen, Fachliteratur oder Arbeitsmittel.

„Gerade Berufseinsteiger unterschätzen häufig, wie viel man sich vom Finanzamt zurückholen kann“, sagt Peter Schmitz, Geschäftsführer von WISO Steuer. „Die Ergebnisse zeigen aber auch: Junge Menschen gehen mit einer Rückzahlung offenbar ziemlich bewusst um.“

Wovon die Höhe deiner Steuererstattung abhängt

Steuererstattung, Steuerrückzahlung, Steuerrückerstattung: gemeint ist immer dasselbe, nämlich zu viel gezahlte Lohnsteuer, die dir das Finanzamt nach der Steuererklärung zurücküberweist.

Deine Lohnsteuer zahlt dein Arbeitgeber jeden Monat im Voraus ans Finanzamt, berechnet aus deinem Bruttogehalt und deiner Steuerklasse. Diese Rechnung kennt deine persönlichen Ausgaben nicht. Erst die Steuererklärung stellt sie richtig.

Dabei ziehst du von deinem Arbeitslohn Werbungskosten, Sonderausgaben und weitere Posten ab. Übrig bleibt dein zu versteuerndes Einkommen. Fällt es niedriger aus als das, was der Lohnsteuerabzug angenommen hat, bekommst du die Differenz zurück.

Information zum Thema

Der Punkt, an dem es interessant wird

Das Finanzamt rechnet ohne Nachweis automatisch mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro pro Jahr (§ 9a EStG). Alles darüber musst du selbst eintragen. Genau hier entsteht der Unterschied zwischen einer kleinen und einer spürbaren Erstattung, etwa durch Fahrten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Fortbildungen oder ein Arbeitszimmer.

Seit 2026 gilt eine Ausnahme: Gewerkschaftsbeiträge zählen zusätzlich zum Pauschbetrag. Sie wirken sich also auch dann aus, wenn du die 1.230 Euro sonst nicht überschreitest.

Wie viel Lohnsteuer dir überhaupt abgezogen wird, kannst du mit dem Brutto-Netto-Rechner nachrechnen. Für die Erstattung zählt am Ende die Differenz zwischen diesem Abzug und deiner tatsächlichen Jahressteuer.

Lohnt sich der Aufwand für die Steuererklärung?

Die Befragten beantworten das selbst recht eindeutig: 65 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sagen, dass sich der Aufwand für sie gelohnt hat. Bei den 30- bis 39-Jährigen ist der Wert identisch.

Das ist bemerkenswert, weil die Steuererklärung als lästige Pflicht gilt. Zwei von drei jungen Steuerzahlern ziehen trotzdem ein positives Fazit. Entscheidend ist dabei weniger die Höhe der Erstattung als das Verhältnis von Zeitaufwand und Ergebnis.

WISO Steuer führt dich per Interview durch die Erklärung, übernimmt deine Lohndaten direkt vom Finanzamt und zeigt dir während der Eingabe laufend, wie hoch deine voraussichtliche Erstattung ausfällt. Du siehst also vorher, ob sich das Weitermachen lohnt.

Wann die Steuerrückzahlung auf dem Konto landet

Nach dem Absenden prüft dein Finanzamt die Erklärung und verschickt den Steuerbescheid. Die Bearbeitungsdauer hängt vom Bundesland, der Auslastung deines Finanzamts und der Komplexität deines Falls ab. Elektronisch abgegebene Erklärungen laufen in der Regel schneller durch als Papierformulare.

Wichtig ist die Kontoverbindung in deiner Erklärung. Hat sich deine Bankverbindung geändert, überweist das Finanzamt auf ein Konto, das es nicht mehr gibt. Was dann passiert und wie du das korrigierst, erklärt unser Ratgeber zur Überweisung auf ein gekündigtes Konto.

Du hast noch gar keine Steuererklärung abgegeben?

Dann ist womöglich mehr zu holen, als du denkst. Wer freiwillig abgibt, hat vier Jahre Zeit. Für die Steuer 2025 läuft die Frist also noch bis Ende 2029, und du kannst mehrere Jahre nacheinander nachholen. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber zur Steuererklärung rückwirkend abgeben.

Bist du dagegen zur Abgabe verpflichtet und der 31. Juli ist durch, zählt Tempo, weil ein Verspätungszuschlag mit jedem Monat wächst. Alles dazu findest du unter Frist verpasst.

FAQ: Steuererstattung

Von deinem Gehalt, deiner Steuerklasse und vor allem davon, wie weit deine absetzbaren Kosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro liegen. Dazu zählen zum Beispiel Fahrten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Fortbildungen oder ein Arbeitszimmer. Einen Betrag, der für alle passt, gibt es deshalb nicht.
Am häufigsten sparen sie das Geld. Laut der Civey-Umfrage im Auftrag von WISO Steuer legen 34 Prozent ihre Erstattung zurück, 25 Prozent decken damit laufende Kosten und 14 Prozent finanzieren Urlaub oder Reisen. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Sparanteil mit 41 Prozent am höchsten.
Erst nach dem Steuerbescheid. Wie lange das dauert, hängt vom Bundesland, der Auslastung deines Finanzamts und deinem Fall ab. Elektronisch abgegebene Erklärungen werden in der Regel schneller bearbeitet als Papierformulare.
Nein. Die Erstattung ist zu viel gezahlte Steuer, die du zurückbekommst, und damit kein Einkommen. Du musst sie im Folgejahr nicht als Einnahme angeben.
Dann nennt der Steuerbescheid den Betrag und eine Zahlungsfrist. Wer freiwillig abgibt, kann eine drohende Nachzahlung vorher erkennen: Du gibst deine Daten in WISO Steuer ein, siehst das Ergebnis und entscheidest danach, ob du die Erklärung überhaupt abschickst.
Oft ja. Wer nur einen Teil des Jahres gearbeitet hat, etwa als Studentin, Azubi oder Berufseinsteiger, hat meist zu viel Lohnsteuer gezahlt. Genau in dieser Gruppe fallen die positiven Überraschungen laut Umfrage am häufigsten aus: 47 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bekamen mehr zurück als erwartet.
Freiwillig abgeben kannst du vier Jahre rückwirkend, für das Steuerjahr 2025 also bis Ende 2029. Bist du zur Abgabe verpflichtet, endet die Frist am 31. Juli des Folgejahres. Danach kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen.

Über die Umfrage

Civey hat im Auftrag von WISO Steuer Ende August 2026 insgesamt 2.500 Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen unter Berücksichtigung des jeweiligen statistischen Fehlers repräsentativ.